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Albertplatz
Im 19. Jahrhundert galt der Albertplatz als einer der schönsten Rundplätze Deutschlands. Der zunehmende Verkehr machte aus dem stillen Flanierplatz einen belebten Verkehrsknotenpunkt. Von den reich mit Bäumen ausgestatteten Grünflächen des Platzes blieb dennoch einiges erhalten.Bild links: Nordseite des Albertplatzes in der Zeit um 1930 (nach einem alten Foto, verändert) Bild unten: Nordseite des Albertplatzes (links im Bild die Mündung der Königsbrücker Straße, der Hauptachse der Äußeren Neustadt/Antonstadt) ![]() ![]() Bild: Südseite des Albertplatzes (zwischen Hauptstraße und Königstraße) ![]() Der schmucklose elfstöckige Stahlbetonskelettbau (1928/29, Hermann Paulick, 40 m hoch; im Bild Zustand vor der Sanierung) an der Nordwestecke des Albertplatzes war das erste Hochhaus Dresdens. Vor dem Krieg hieß es wegen der vielen hier eingerichteten Arztpraxen auch "Ärztehaus". Von 1946 bis 1996 diente das bei den Bombenangriffen im Februar 1945 teilweise beschädigte, heute unter Denkmalschutz stehende Gebäude als Verwaltungssitz der Dresdner Verkehrsbetriebe, dann stand es leer. Die weitere Nutzung, vielleicht als Hotel, Wohnhaus oder Bürohaus, ist derzeit noch unklar. Den Bereich westlich des Albertplatzes teilte man nach dem Abbau der Stadtfestung in Gartengrundstücke auf, die dann locker bebaut wurden - z.B. mit typischen Biedermeierhäusern an der Theresienstraße (Nr. 9, 11, 21), der Erna-Berger-Sraße (Nr. 5), der Carolinenstraße (Nr. 2) und am Oberen Kreuzweg (Nr. 8). Eine hohe Quadermauer (Akzisemauer) schloss dieses Landhausviertel gegen die Innere Neustadt ab. Am Haus Georgenstraße 3 ist eine Gedenktafel für Amalie Marschner (gest. 1883) angebracht, die Gründerin des 1846 entstandenen "Frauenschutzes", eines Altersheims für Frauen. Villa Eschebach ![]() An der Ostseite des Albertplatzes, am Eingang der Georgenstraße, ist die im Krieg zerstörte, aber bis 1997 wieder hergestellte neobarocke Villa Eschebach (Bild unten) zu sehen, die sich der bekannte Küchenmöbel-Fabrikant Eschebach im Jahr 1901 errichten ließ. ![]() Brunnen ![]() Die Zwillingsbrunnen Stille Wasser und Stürmische Wogen, beide zwischen 1887 und 1894 von Robert Diez entworfen und in der Dresdner Kunst- und Glockengießerei C. Albert Bierling gegossen, gelten als schönste Brunnenanlage Dresdens. Nur der erstgenannte östliche Brunnen überstand die Bombenangriffe im Februar 1945. Am Ort der stark beschädigten, vom Institut für Denkmalpflege eingelagerten "Stürmischen Wogen" (Bild links) stand ab 1945 ein Sowjetisches Ehrenmal des Dresdner Bildhauers Otto Rost. Dieser rekonstruierte westliche Brunnen kehrte erst 1994 auf den Albertplatz zurück. ![]() Bild: Skulpturenschmuck der Brunnen "Stille Wasser" (oben) und "Stürmische Wogen" (unten) ![]() Das von Stadtbaurat Hans Erlwein zwischen 1906 und 1912 geschaffene tempelartige Brunnenhäuschen ("Tempietto") am Eingang der Königsbrücker Straße gehört zu einem Artesischen Brunnen. Die artesische Quelle bezieht ihr Wasser aus 234 m Tiefe durch ein Bohrloch, das sich westlich des Hochhauses an der Antonstraße in einem kleinen Häuschen mit pyramidenförmigem Dach befindet. ![]() Im Süden Dresdens sickern die Niederschläge in die anstehenden kreidezeitlichen Schichten ein und strömen mit dem Nordostabfall der geologischen Mulde bis unter das Elbtal. Dieses artesisch gespannte Wasser wurde zwischen 1832 und 1836 mit einem Bohrer der Freiberger Zeche "Himmelsfürst" erbohrt. Es trat anfänglich mit etwa 560 l/min aus, doch seit der Rekonstruktion des Brunnens nach seiner Zerstörung bei den Bombenangriffen im Februar 1945 fließt es nur noch spärlich. Denkmäler ![]() Im Norden des Albertplatzes (vor dem Café Kästner) steht das von Wolf-Eike Kuntsche im Jahr 1987 in Bronze gestaltete Erich-Kästner-Denkmal. ![]() Der bekannte Schriftsteller Erich Kästner (1899-1974), der in seinen Büchern auch Kindheitserlebnisse in Dresden schildert, wurde nicht weit vom Albertplatz entfernt im Haus Königsbrücker Straße 66 geboren. Er wohnte im Haus Nr. 48, später Nr. 38. ![]()
![]() Auf einer Mauer an der Westseite des Albertplatzes nahe der Villa Augustin, wo Erich Kästner als Kind gespielt haben mag, zeigt eine im Jahr 1999 vom ungarischen Künstler Mathyas Varga geschaffene Bronzefigur Kästner als Jungen. Das Schillerdenkmal (1913, Selmar Werner) im Süden des Albertplatzes zeigt den Dichter Friedrich Schiller als antikisierende Statue aus weißem Marmor inmitten eines Marmorrundes. Die neun Reliefs an der Innenseite der Umfriedung (Bild unten) zeigen Szenen aus Schillers literarischen Werken. In Dresden schrieb der Dichter unter anderem das Stück "Don Carlos" und die berühmte "Ode an die Freude" .![]() nach oben |