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Albertstadt
Am Olbrichtplatz und an der Königsbrücker Straße entstanden ab 1875 zahlreiche Bauten und technische Anlagen des Arsenals. Ein repräsentativer Gebäudeteil am Olbrichtplatz, der die Bombenangriffe im Februar 1945 mit nur wenig Schaden überstanden hatte, diente nach 1945 zunächst als Stadthalle für große Versammlungen und Ausstellungen, dann ab 1972 als Armeemuseum (Militärhistorisches Museum). Aus dem entlang der Königsbrücker Straße gebauten Werkstättenareal ging nach dem Ersten Weltkrieg das Industriegelände hervor. Im Jahr 1990 benannte man die 3 km lange und 30 m breite, zwischen der Radeberger und der Radeburger Straße verlaufende Heerstraße, die zunächst Carola-Allee und dann in der Zeit der DDR Dr.-Kurt-Fischer-Allee hieß, in Stauffenberg-Allee um. Graf Schenk von Stauffenberg hatte in der ehem. Infanteriekaserne der Albertstadt, an der diese Allee vorbeiführte, seinen Militärdienst geleistet. Östlich des Militärhistorischen Museums steht die im Jahr 1875 von Georg Hermann Nicolai errichtete Hauptwache der Albertstadt (Bild: Zustand um 1930; nach einem alten Foto, verändert). Als Vorbild für das Gebäude soll die Loggia dei Lanzi ("Halle der Landsknechte") in Florenz gedient haben. Georg Hermann Nicolai ist im Fürstenzug an der Augustusstraße abgebildet (die Figur mit steifem Hut in der Nachhut hinter dem Fahnenträger).In dem von Constantin Lipsius im Jahr 1891 an der Ecke Stauffenberg-/Marienallee errichteten Fabrice-Mausoleum ruht General Georg Friedrich Graf von Fabrice, sächsischer Kriegsminister von 1866 bis 1891. Das von Johannes Schilling gestaltete Bronzestandbild des Generals wurde im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen. Am Südwestrand der Dresdner Heide, am Kannenhenkelweg, sind der Nordfriedhof (früher Garnisonsfriedhof) und der Sowjetische Garnisonsfriedhof angelegt. An der Marienallee befand sich bis zum Jahr 2003 das Buchmuseum der Sächsischen Landesbibliothek. Heute ist es im SLUB-Hauptgebäude am Zelleschen Weg (Südvorstadt) eingerichtet. Garnisonskirche (Martinskirche)
Die Garnisonskirche (Martinskirche) wurde für die in der Albertstadt lebenden Heeresangehörigen als evangelische und katholische Simultankirche mit einer größeren Halle für Protestanten und einer kleineren für Katholiken gebaut. Diese aus einem sehr pragmatischen Herangehen des sächsischen Militärs an die Religion resultierende Zweiteiligkeit einer Kirche ist in Europa selten.Am 28. Oktober 1895 wurden drei Grundsteine gelegt: einer für den evangelischen Teil, einer für den katholischen Teil und einer für den Turm. Der 90 m hohe Kirchturm überragt alle Gebäude in der Umgebung und bietet einen herrlichen Rundblick über das Elbtal. Das Material der Glocken soll angeblich aus französischen Kanonenkugeln des Krieges von 1870/71 stammen. nach oben |