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Stadtteil Antonstadt (Äußere Neustadt)
Lage: nördlich der Inneren Neustadt

Kraszewski-Museum: s. Museen

www.anton-launer.de - Neustadt-Geflüster, Infos und News zur Dresdner Neustadt

dieneustadt.de - Der Neustadtblog


Martin-Luther-Kirche
Martin-Luther-Kirche in der Äußeren Neustadt um 1935
Lage: Martin-Luther-Platz (Äußere Neustadt)
Bauzeit: 1883-1887
Architekten: Ernst Giese und Paul Weidner
Merkmale: Stil der Neogotik mit neoromanischen Elementen, Mahnmal (1928, August Schreitmüller) für die Toten des Ersten Weltkrieges am Chor (kniender Krieger und betende Frau), rekonstruierte Bürgerhäuser aus dem 19. Jahrhundert im Umfeld der Kirche
Nutzung: Evangelische Kirche



Bild: Martin-Luther-Kirche um 1935 (nach einem alten Foto, verändert)

Pfunds Molkerei
Ladenraum von Pfunds Molkerei
Lage: Bautzner Straße 79
Entstehung: 1880, Inneneinrichtung (Dresdner Keramikfirma Villeroy & Boch) von 1892 (1995 restauriert)
Merkmale: prächtig geschmückter Ladenraum ("schönster Milchladen der Welt"), farbig bemalte Majolikafliesen (u.a. Darstellungen zum Molkereihandwerk), in der Etage darüber befindet sich ein Café mit einem kleinen Molkereimuseum
Aus der Geschichte: der einstige Molkereibetrieb Pfund (in der Nähe des Jüdischen Friedhofes gelegen) stellte als erster in Deutschland Kondensmilch her

Pferdetränkebrunnen


Bild: Pferdetränkebrunnen (1921, Paul Polte, Granitbrunnen), vom "Alten Tierschutzverein" gestiftet (wie die Inschrift verkündet), erinnert an den Gasthof "Zum Goldenen Löwen" hier an der Bautzner Straße, Ecke Holzhofgasse

Aus der Geschichte der Antonstadt
spätes Mittelalter: Rodung des Heidewaldes im Norden und Nordosten von Altendresden (der heutigen Inneren Neustadt), Anlage von Feldern und Weingärten durch Altendresdner Ackerbürger, Versandung der Äcker und Weinberge v.a. wegen Bodenübernutzung und Raubbau an den verbliebenen Waldflächen (bes. im Dreißigjährigen Krieg), 1687: Einrichtung eines kurfürstlichen Holzhofes östlich von Altendresden, um 1700: erste Besiedlung des Gebietes Holzhofgasse, Aufkommen der Bezeichnung "Der Sand" für die unfruchtbaren Flächen nördlich und östlich der Altendresdner Stadtmauer, bis 1732: Altendresdner Richtplatz mit Galgen im Gebiet "auf dem Sande", 1734: Bau der später Linckesches Bad genannten Einrichtung, 1750-1764: Pulverhäuser des Militärs im Gebiet "auf dem Sande", 1751: Einrichtung des Alten Jüdischen Friedhofes zwischen der Prießnitzstraße und der Pulsnitzer Straße (mehr als 1.000 Gräber, Bestattungen bis 1869), ab 1764: Anlage neuer Straßen (z.B. im Verlauf von Alaunstraße und Louisenstraße), Bau des Kurbades (1764) und daneben eines Sommertheaters (1776),
nach dem Siebenjährigen Krieg (1756-1763): Ansiedlung obdachloser Bürger aus der erheblich zerstörten Altstadt und ihren Vorstädten (die Böhmische Straße erinnert an die ab 1760 hier geschaffenen neuen Wohnplätze und Gärtnereien der aus den niedergebrannten Vorstädten stammenden böhmischen Gärtner), Entstehen von Gewerbebetrieben (z.B. Alaunflusssiederei am Alaunplatz, Eisengießerei am Ende der Bautzner Straße, am Ort der letzteren dann im Jahr 1787 eine Meierei des Grafen Marcolini), 1777: Eröffnung der ersten Schule "auf dem Sande" durch Oberkonsistorialrat Dr. Rädler in seinem Gartenhaus an der Louisenstraße, ab 1789: Einrichtung einer Schule im (heute noch vorhandenen) Haus Louisenstraße 59 als Arbeitsschule mit Arbeitsklassen (Flachsspinnerei, Schafwollspinnerei sowie Strick- und Nähklasse) für Kinder, deren Eltern kein Schulgeld bezahlen konnten, hieraus ging 1823 die Armenschule an der Louisenstraße 37 hervor (ein Kinderbeschäftigungsverein richtete 1857 für diese eine Holzspalterei ein), Bau einiger Gaststätten (beliebte Dresdner Ausflugsziele) wie des Ballhauses an der Bautzner Straße (schon vor dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr bestehend) und des Coselschen Gartens (Altcosels Garten) an der Südseite der Holzhofgasse (war auch sommerlicher Aufenthaltsort des Komponisten und Dresdner Musikdirektors Carl Maria von Weber, der hier 1820 die "Preziosa" und 1825 die Ouvertüre und die Schlussfassung der Wolfsschluchtszene des "Freischütz" schuf, das Weberhäuschen fiel den Bombenangriffen im Februar 1945 zum Opfer),
1833: Gründung der Schokoladenfabrik Jordan & Timaeus (die Jordanstraße und die Timaeusstraße erinnern daran), 1835: Eingemeindung des "Neuen Anbaus auf dem Sande" als Antonstadt nach Dresden (benannt nach König Anton von Sachsen, reg. 1827-1836) mit etwa 3.800 Einwohnern (um 1910 schon etwa 56.700 Einwohner), recht planloses Wachstum der Antonstadt (bis 1869 keine Verbindung zwischen der Rothenburger und der Louisenstraße, der zwischen der Alaunstraße und der Martin-Luther-Straße geplante zentrale Marktplatz wurde nie verwirklicht), Entwicklung der einstigen Gartenvorstadt zwischen der Alaun- und der Prießnitzstraße zu einem übervölkerten Arbeiterwohnviertel, eintönige Häuserzeilen für Arbeiter und kleine Angestellte reichten bis an den Bischofsweg im Norden heran, Häuser für gehobenere Wohnansprüche entstanden nur im Umfeld der Martin-Luther-Kirche (1887 eingeweiht) und an der Bautzner Straße,
nach 1870: Verlegung der Militärkaserne vom Osten der Inneren Neustadt an den Rand der Dresdner Heide in die Albertstadt, Bau der (heute nicht mehr vorhandenen) Schützenkaserne an der Nordseite des Alaunplatzes (dieser wurde als Exerzierplatz genutzt), 1824: Versteigerung der Flächen der bis 1817 abgebrochenen Neustädter Stadtfestung als Bauland, Bau zahlreicher Villen mit großen Gärten (auch auf den sich ostwärts bis zur Prießnitzmündung erstreckenden Privatgrundstücken), 1844: Eröffnung eines kleinen Krankenhauses mit zwei Schwestern aus dem Diakonissen-Mutterhaus Kaiserswerth an der Böhmischen Gasse durch den Dresdner Frauenverein (1847 an die Bautzner Straße verlegt, 1858 um mehrere Gebäude erweitert, 1879 um das benachbarte Johanniterhospital und 1893 um das Krankenhaus Holzhofgasse 29 erweitert), daraus ging die zwischen der Bautzner Straße und der Holzhofgasse gelegene Diakonissenanstalt hervor, erhielt später eine Kirche (1927, Architekten Lossow & Kühne; im Februar 1945 zerstört, bis 1962 wieder aufgebaut), 1874: Bau des Königlichen Gymnasiums auf dem Holzhofgelände (als staatliche höhere Schule für Knaben gegründet, unterstand direkt dem Ministerium des Kultus und Öffentlichen Unterrichts), 1876: Neubau (Jägerstraße 34) für das Pestalozzi-Stift (der Erziehung von Waisenkindern gewidmet, war 1837 in Löbtau durch den Pädagogischen Verein gegründet worden), 1880: Neubau (Marienallee 5) für das Fletchersche Lehrerseminar (einer zuvor an der Freiberger Straße betriebenen Stiftung) (nach der Inflationszeit um 1923 stellten beide Einrichtungen ihre Tätigkeit ein, die Gebäude wurden dann als Schulen genutzt),
Februar 1945: starke Beschädigung einiger Bereiche der Antonstadt durch britisch-amerikanische Bombenangriffe, Lagerung von Schuttmassen aus der enttrümmerten Neustadt auf dem Alaunplatz (später entstand hier eine großzügige Grünanlage), 1962-1964: Bau des Hauptpostamtes an der Königsbrücker Straße (gehört zu den ersten bedeutenden Dresdner Neubauten nach dem Krieg), Zeit der DDR: Sanierung der Rothenburger Straße, Bau modernisierter Wohnquartiere an der Jordanstraße als Versuchsobjekte unter wissenschaftlicher Betreuung durch die Technische Universität Dresden (um Erfahrungen für die künftige Umgestaltung der Altbaugebiete zu gewinnen), ab 1990: umfassende Sanierung der (in der Zeit der DDR sehr vernachlässigten) Gründerzeithäuser des Stadtteils, Entstehung des Szeneviertels "Bunte Republik Neustadt" mit Kneipen, kleinen Geschäften, Bühnen und Treffs im Areal zwischen der Königsbrücker Straße, der Bautzner Straße und dem Bischofsweg

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