Dresden und Sachsen
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Einführung Dresden
Dresdner Zwinger - Langgalerien und Kronentor
Dresden, einst Residenzstadt der sächsischen Kurfürsten und Könige und seit 1990 wieder Landeshauptstadt des Freistaates Sachsen, wird nicht ohne Grund auch "Elbflorenz" oder "Barockperle an der Elbe" genannt. Die Stadt zeichnet sich durch einzigartige Barock- und Renaissance-Bauwerke, durch weltberühmte Kunstschätze und ein überaus reizvolles landschaftliches Umfeld aus. Dieses einmalige, als UNESCO-Weltkulturerbe gewürdigte Zusammenwirken von Architektur, Kunst und Natur macht das besondere Dresdner Flair aus, das den Besuchern der Stadt und ihrer Umgebung unvergesslich bleibt. Dresden gilt heute, wie einst, als Kunst- und Kulturstadt von Weltrang und eine der schönsten Städte Europas.
Dresden (470.000 Einwohner) breitet sich in der südwestlich der Lausitzer Granitplatte, westlich des Elbsandsteingebirges und nördlich des Osterzgebirges gelegenen Elbtalweitung aus. Etwa ein Viertel der Stadtfläche ist von Wald und Grünanlagen bedeckt. Gewerbe und Industrie sind vorrangig in den Randzonen angesiedelt, während sich Kunst und Kultur eher im Stadtzentrum konzentrieren.

Dresden, der Kern des Ballungsgebietes Oberes Elbtal, ist ein bedeutender Industriestandort, nicht zuletzt ein Zentrum der Mikroelektronik (so laufen z.B. Computer in aller Welt mit modernen AMD-Mikroprozessoren aus Dresden), und eine Stadt der Wissenschaft mit mehreren Hochschulen und zahlreichen Forschungsinstituten. Dresden verfügt über die größte Technische Universität Mitteleuropas.



Goldener Reiter - Denkmal für August den Starken
Im Augusteischen Zeitalter (1694 bis 1763) - der Regierungszeit Friedrich Augusts I. (Augusts des Starken) und seines Sohnes Friedrich August II. - entwickelte sich Dresden zu einer Kunstmetropole von Weltruf mit prachtvollen barocken Bauwerken und in ganz Europa erworbenen wie auch von bedeutenden sächsischen Meistern gefertigten Kunstschätzen. Maler, Bildhauer, Musiker, Gartengestalter und Architekten aus Italien, Frankreich und anderen Ländern Europas wie auch bedeutende deutsche und sächsische Künstler verstanden es, ihre Kunst mit dem Charakter Dresdens und der einzigartigen Landschaft des Elbtales zu verschmelzen.
Im Jahr 1697 erlangte August der Starke die Königskrone von Polen, was der Residenzstadt Dresden zu noch mehr Glanz und politischer Bedeutung verhalf. Zum Reichtum der Stadt trugen auch der erzgebirgische Silberbergbau und die Porzellankunst bei. Die Geschichte der europäischen Porzellankunst begann in Dresden.

Grünes Gewölbe - Mohr mit Perlenschale von Johann Melchior Dinglinger Porzellansammlung - Teil aus dem Schwanenservice von Kändler und EberleinDie etwa 30 Dresdner Museen warten mit großartigen Sammlungen einzigartiger Kunst- und Kulturschätze auf. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, zu denen die Gemäldegalerie Alte Meister, die Galerie Neue Meister, die kurfürstlich-königliche Schatzkammer Grünes Gewölbe, die Rüstkammer (Historisches Museum), die Porzellansammlung, das Münzkabinett und das Kupferstichkabinett gehören, zählen mit ihren Gemälden, Pretiosen, Skulpturen und anderen Kunstschätzen zu den reichsten und bedeutendsten Kunstsammlungen der Welt.
Semperoper
Die Stadt beeindruckt ihre Gäste mit prächtigen Barock- und Renaissance-Bauwerken wie dem Dresdner Zwinger, dem Residenzschloss, der Kathedrale und der Semperoper. Bauwerke wie der Zwinger und die Kathedrale sind einzigartige Meisterwerke des Barocks. Das grandiose Bauensemble von Residenzschloss, Georgenbau, Stallhof und Johanneum gehört zu den bedeutendsten Renaissance-Anlagen Deutschlands.
Kathedrale St. Trinitatis (Katholische Hofkirche)
Dresden liegt im Elbtal. Der Elbestrom trennt Altstadt und Neustadt voneinander. Die Altstadt präsentiert der Elbseite ihr schönstes Gesicht mit Prunkbauten aus Elbsandstein im Stil des Barock, der Renaissance und des Klassizismus. Der Theaterplatz gehört zu den architektonisch eindrucksvollsten Plätzen Deutschlands. Er wird malerisch von der Sempergalerie, der Altstädter Wache, der Semperoper, dem Italienischen Dörfchen, der Kathedrale St. Trinitatis und dem Residenzschloss eingefasst. Als wäre dies nicht schon genug, gewährt er einen herrlichen Ausblick auf die Brühlsche Terrasse mit der großen Freitreppe und auf die Elbe.
Die Brühlsche Terrasse, der "Balkon Dresdens", ist von beeindruckenden Bauten verschiedener historischer Baustile umgeben. Von hier schweift der Blick des Besuchers von den Radebeuler Weinbergen im Westen über die Dresdner Neustadt - die "Neue Königsstadt" - mit großartigen Sandsteinbauten wie dem Japanischen Palais, dem Blockhaus, dem Finanzministerium und dem Gesamtministerium - bis zu den Loschwitzer Höhen im Osten. Dieses Elbpanorama wurde seit jeher als charmant, gediegen, harmonisch und voller Eleganz charakterisiert. Es bleibt zu hoffen, dass die städtebaulichen Sünden des 20. Jahrhunderts, die das Panorama hier und da beeinträchtigen, schon bald verschwinden und neue Fehlgriffe noch zu verhindern sind.
Brühlsche Terrasse


Klangkörper wie die Dresdner Philharmonie und die Sächsische Staatskapelle, aber auch der berühmte Dresdner Knabenchor - der Kreuzchor - verleihen Dresden nicht zuletzt den Rang einer bedeutenden Musikstadt.

Anders als z.B. die Architektur und die bildenden Künste hatten es Literatur und Theater schwer in Dresden, vor allem, wenn sie das seichte Fahrwasser der vom Kurfürstlich-Königlichen Sächsischen Hof favorisierten Kunst verließen und nach Reformen strebten. So prangerte Friedrich Schiller die provinziell spießigen und konservativen Bürger der Beamten- und Höflingsstadt Dresden an und nannte sie im Jahr 1788 ein "seichtes, zusammengeschrumpftes, unleidliches Volk, bei dem es einem nie wohl wird." Wieviel sich davon bis heute erhalten hat, mag jeder Dresden-Besucher selbst herausfinden. Deutlich wurde auch der Journalist Georg Friedrich Rebmann um 1792: "Freimütigkeit ist hier nichts weniger als zu Hause, und in Rücksicht der politischen und religiösen Denkungsart steht der Sachse hinter seinen Nachbarn wenigstens um ein halbes Jahrhundert zurück ..." Und Carl Maria von Weber schrieb: "Ich weiß ja, daß es hier für meine Kunst kein Heil gibt, daß ich keine spornenden Aufträge bekomme, daß hier eine lähmende, jedem hohen Schwung hinderliche Luft weht, daß ich mehr leisten könnte und würde, wenn ich fortginge, aber ich kann aus dem verflucht hübschen Nest nicht hinaus."



Dresden nach 1945 - Blick vom Rathausturm
In der Nacht vom 13. zum 14. Februar 1945, als der Ausgang des Krieges in Europa schon entschieden war, warfen etwa 1.500 britische und amerikanische Flugzeuge bei einem der größten Luftangriffe des Zweiten Weltkrieges etwa eine halbe Million Bomben - vor allem Brandbomben - auf Dresden. Die Stadt versank in Schutt und Asche - ein Akt sinnloser Zerstörung. Etwa 35.000 Menschen starben (andere Quellen sprechen von 150.000 Opfern, die wirkliche Zahl wird infolge der unzähligen Kriegsflüchtlinge, die damals in der Stadt lebten, wohl nie bekannt werden). Was die Bomben nicht zerstörten, raffte der anschließende Feuersturm hinweg. "Wer das Weinen verlernt hat, der lernt es beim Untergang Dresdens wieder" schrieb der bekannte Dichter Gerhart Hauptmann, der Zeuge dieses Unterganges einer Kunstmetropole von Weltrang wurde.
Nach der Enttrümmerung bot das Stadtzentrum, wie alte Fotos belegen, über weite Strecken hinweg den Anblick eines leeren wüsten Feldes. Wieviel Kunst- und Kulturgut für immer verloren ging, lässt sich nicht mehr abschätzen. Teile der alten Stadtstruktur wie auch viele Bauwerke, die den Krieg als Ruine überstanden hatten, verschwanden dann beim Wiederaufbau. Nach dem Krieg mussten schnelle Antworten auf Wohnungsnot, brachliegendes Gewerbe und Arbeitslosigkeit gefunden werden. Für die Restaurierung alter Stadtstrukturen war weder Zeit noch Muße vorhanden. Anders als die sinnlose Vernichtung der Stadt im Krieg haben die Verluste und Veränderungen beim Wiederaufbau unsere Nachsicht verdient - jedoch mit Einschränkungen, denn der Abriss wiederaufbaufähiger historischer Bauwerke wie der Sophienkirche und einiger Palais, Villen und Bürgerhäuser war ideologisch begründet und nicht durch Notwendigkeit diktiert.

Dresdner Zwinger - WallpavillonRekonstruierte Renaissance-Fassade im Schlosshof
Dresdner Frauenkirche
Der unermüdliche Wiederaufbau der historischen Bauwerke, der sofort nach dem Krieg begann und bis heute andauert, ließen das historische Zentrum der Stadt in alter Schönheit wiedererstehen. Manche dieser Bauwerke präsentieren sich heute noch prachtvoller als vor dem Krieg. Man nutzte den Wiederaufbau, um auch solche Details aus den Originalplänen der alten Baumeister zu verwirklichen, die bereits vor dem Krieg verloren oder bis dahin noch gar nicht ausgeführt waren.

Nachdem der Zwinger, die Semperoper, die Altstädter Wache und das Johanneum sowie die prächtigen Gebäude der Brühlschen Terrasse wie die Sekundogenitur, die Kunstakademie und das Albertinum schon in der Zeit der DDR bis 1989 fertiggestellt waren und jährlich unzählige Besucher anzogen, kann man nun auch das Residenzschloss, das Taschenbergpalais, die Frauenkirche und das Coselpalais in alter Schönheit bewundern, neben so manchem architektonischen Kleinod, das heute wieder in neuem altem Glanz erstrahlt.
Yenidze - früher Zigarettenfabrik, heute Bürohaus und Gaststätte
Auch die anderen Stadtteile Dresdens haben dem Besucher inzwischen wieder so manche sorgfältig restaurierte architektonische Rarität zu bieten.
Elbsandsteingebirge - Bastei
Und die Umgebung Dresdens ist in ihrer Schönheit und Vielfalt wohl einmalig: mit den reizenden Schlössern an den Elbhängen, der wildromantischen Felsenlandschaft des Elbsandsteingebirges, durchzogen vom Elbestrom, auf dem die Schiffe der größten und ältesten Raddampferflotte der Welt ihre Bahn ziehen, am Ufer hoch oben die gewaltige Festung Königstein und die Bastei, die einen atemberaubenden Ausblick über das Elbtal gewährt, wie auch mit dem großen prächtigen Barockschloss Moritzburg inmitten einer herrlichen Teich- und Waldlandschaft, den malerischen Radebeuler Weinbergen, der alten Domstadt Meißen, der urigen mittelalterlichen Burg Stolpen und und und ...

Barockschloss Moritzburg
Der österreichische Dichter Franz Grillparzer schrieb 1826: "Ich weiß nicht, war es die Gewohnheit der letzten Tage, in Galerien heimisch zu sein, oder liegt es im Eigentümlichen der hiesigen Natur, daß jede einzelne Aussicht sich mir so sehr als ein Gemälde darstellte. Ich habe das wohl nie in so hohem Maße erfahren."



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