Dresden und Sachsen
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Dresdner Stadtgeschichte
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Kurfürst Friedrich August III., Rokoko & Klassizismus (1763-1790)
Kurfürst Friedrich August III. von Sachsen
Kurfürst Friedrich August III. von Sachsen regierte 64 Jahre lang von 1763 bis 1827 (zunächst bis zur Volljährigkeit im Jahr 1768 unter Vormundschaft). Ab 1806 herrschte er als König Friedrich August I. (nicht mit Kurfürst Friedrich August I. - August dem Starken - verwechseln!) über das in jenem Jahr ausgerufene Königreich Sachsen.
Nach dem Siebenjährigen Krieg (1756-1763) bestand die vordringliche Aufgabe in der "Retablissement" genannten Wiederherstellung von Wirtschaft und Handel. Im Jahr 1762 nahm eine siebenköpfige Restaurationskommission ihre Arbeit auf. Zwischen 1763 und 1800 wurden 20 neue Manufakturen in Dresden gegründet. Das Manufakturbürgertum erlangte hierdurch einen zunehmenden Einfluss auf den Staat. Diese Entwicklung bereitete die Industrialisierung Dresdens im 19. Jahrhundert vor.

Die schlechte Ernte des Jahres 1771 hatte eine Hungersnot und eine enorme Teuerung zur Folge. Im Jahr 1772 forderte eine Seuche viele Opfer. Im Gebiet Wehlen im Elbsandsteingebirge sowie zwischen Lommatzsch und Meißen brach 1790 ein Bauernaufstand aus, der vom Militär niedergeschlagen wurde.

Die erste Realschule Sachsens entstand im Jahr 1785 in der Friedrichstadt. Im Jahr 1787 gründete sich hier auch das erste sächsische Lehrerseminar.


Dresdner Architektur ab 1763 - Klassizismus & Rokoko
Mit dem Regierungsantritt von Kurfürst Friedrich August III. im Jahr 1763 endete das Barockzeitalter in Sachsen. Der Klassizismus setzte sich nun auch hier in Architektur und Kunst durch, wenn auch, anders als z.B. in Berlin, sehr verhalten. Rein klassizistische Bauwerke entstanden in Dresden nur wenige (z.B. die Altstädter Wache). Dresden blieb eine Barockstadt, wurde also nicht klassizistisch umgebaut. In der Dresdner Architektur pflegte man statt dessen noch lange einen gemäßigten, an den Barock angelehnten Rokoko-Stil.

Im Jahr 1764 ging aus der 1705 gegründeten Malerakademie die Königlich-Sächsische Akademie der Bildenden Künste, kurz Kunstakademie genannt, hervor (im Jahr 1950 vereinigte sie sich mit der seit 1875 bestehenden Kunstgewerbeakademie zur Hochschule für Bildende Künste). Die Kunstakademie trug wesentlich zur Entwicklung der Kunst und Architektur des Klassizismus bei.

Nach dem Ende des Siebenjährigen Krieges, ab 1763, entstanden vor allem bürgerliche Wohn- und Gewerbe-Neubauten in der Stadt, dagegen nur wenige herrschaftliche Repräsentationsbauten, weil Sachsen bis um 1800 kaum über die dafür erforderlichen Geldmittel verfügte. Die barockverwöhnten Dresdner nannten den nun gepflegten klassizistischen Baustil auch "Hungerstil". Zu den wenigen repräsentativen Neubauten dieser wirtschaftlich schwierigen Zeit gehörten das Neue Gewandhaus (1768-1770) und das Alte Landhaus (1770-1776; auch Altes Ständehaus genannt).

Dresden lieferte jedoch wichtige theoretische Beiträg zum Kunst- und Baustil des Klassizismus. So erhielt einer der Begründer der klassizistischen Idee, Johann Joachim Winckelmann (1717-1768), in den Bibliotheken und Museen Dresdens wesentliche Anregungen für seine Schriften über die Aufnahme des antiken Erbes in die Kunst und Architektur.

Bedeutende Dresdner Architekten und Künstler beteiligten sich an der Entwicklung der klassizistischen Bau- und Bildenden Kunst. Dazu gehörten Friedrich August Krubsacius (Professor an der Kunstakademie, Architekt des Alten Landhauses), der einen großen Einfluss auf die nachfolgende Dresdner Architektengeneration nahm, Christian Traugott Weinlig (Architekt der Reithalle des Marstalls), der Maler Anton Raffael Mengs und der Kunstschriftsteller Christian Ludwig von Hagedorn (Generaldirektor der Kunstsammlungen und der Kunstakademie). Letzterer begründete auch die seit 1765 jährlich in Dresden stattfindenden Kunstausstellungen.

Beim Neubau der im Siebenjährigen Krieg zerstörten Kreuzkirche zwischen 1764 und 1792 durch Ratsbaumeister Johann Georg Schmid, der ein Schüler und Nachfolger von George Bähr und noch stark den barocken Bautraditionen verhaftet war, übten das Oberbauamt und die Kunstakademie großen Druck aus, um eine stärker klassizistische Ausprägung des Kirchenbaus durchzusetzen. Auch der Entwurf Schmids für das zwischen 1768 und 1770 errichtete Neue Gewandhaus erfuhr eine massive Überarbeitung durch das Oberbauamt unter Johann Friedrich Knöbel.

Im Jahr 1781 zählte die Altstadt wieder 789 bewohnte Häuser. Die Wohndichte lag bei 20 bis 22 Einwohner pro Haus. Die Mietshäuser besaßen bis zu vier Obergeschosse und zwei bis drei Reihen von Mansarden. Schon in der früheren Barockzeit hatten solche dicht bewohnten Häuser die großzügigeren Renaissance-Bürgerhäuser verdrängt.

In den Wohnhäusern lebten oft verschiedene soziale Schichten unter einem Dach: wohlhabende Bürger und niedere Adlige in den Herrschaftswohnungen der unteren Geschosse, die ärmsten Bewohner in den Dachwohnungen (Mansarden).

Die Vorstädte bevölkerten vor allem ärmere Schichten. Dies änderte sich dann erst mit dem Abbruch der Stadtfestung ab 1819 allmählich, als immer mehr wohlhabende Bürger wie gutverdienende Staatsbeamte, Ärzte und Fabrikanten in neue Wohnviertel vor der Stadt umzogen.

Die Barockgärten im Dresdner Umland wie z.B. der Große Garten wurden nach ihrer teilweisen oder völligen Verwüstung im Siebenjährigen Krieg in Landschaftsparks im englischen Stil umgestaltet. Auch die Grünanlagen des Zwingers und des Japanischen Palais nahmen bis zum Ende des 18. Jahrhunderts den Charakter von Parkanlagen an.



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