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Stadtteil Gorbitz
1206: Erwähnung eines Ortes Gurbewicz (altsorbisch: gorb = kleiner Hügel, Anhöhe), Entwicklung der Freibergischen Landstraße (Vorgänger der Kesselsdorfer Straße) wegen des Freiberger Silberbergbaus zu einer wichtigen Handelsstraße, 1412: urkundliche Ersterwähnung des Ortes, 1445: Erwähnung des Vorwerks Gorbitz (mit 9 Bauernwirtschaften) im Besitz des Dresdner Bürgers Lorenz Busmann, 1573: Erwähnung der Vorwerks-Tagelöhnersiedlung an der unteren Uthmannstraße als Niedergorbitz, 1644: Wechsel des Vorwerks in den Besitz von Magdalena Sybilla (Gemahlin des Kurfürsten), 1648/49: Zukauf von zwei weiteren Gütern und mehreren Feldern, Einrichtung zweier Weinberge und einer Gutsbrauerei, um 1710: Erwähnung von etwa 150 Familien in Niedergorbitz (was für damalige Dörfer recht viele waren): u.a. Zimmerleute, Maurer, Branntweinbrenner, ein Schmied, ein Wagner, Knechte und Tagelöhner (die Handwerker reparierten neben den Gerätschaften des Vorwerks auch die auf der Freibergischen Landstraße verkehrenden Fuhrwerke und Reisewagen), 1744: Erwähnung von 4 Siedlungen auf dem stark hängigen Niedergorbitzer Gelände (Straßenviertel/Uthmannstraße, Dammviertel, Grabenviertel/Geyersgraben und Gassenviertel),

1810-1812: Ausbau der Kesselsdorfer Straße zur Fernverkehrsstraße (bis dahin lief der Fernverkehr über die Uthmannstraße, 1691 von den Niedergorbitzern als "Weg hinterm Dorf" bezeichnet), 1832: Übergang des Vorwerks Gorbitz (bis dahin als Kammergut im Besitz des Landesherrn) an den sächsischen Staat (mit Inkrafttreten der neuen Landesverfassung), 1840: Erwähnung von 1.300 Einwohnern, darunter 108 Bergarbeitern (im Steinkohlebergbau im Umfeld von Coschütz und Freital beschäftigt), 1857-1886: Vergrößerung des Vorwerk-Grundbesitzes um 4 weitere Güter auf 153 ha (zwischen der Kesselsdorfer Straße, der Hirtenstraße und der Weidentalstraße, Gelände seit 1924 zum Dresdner Stadtgebiet gehörend, aber noch nach dem Zweiten Weltkrieg überwiegend landwirtschaftlich genutzt), 1872: Gründung der Diakonenanstalt (aus deren Kapelle ging die Obergorbitzer Gemeindekirche hervor),

1921: Eingemeindung nach Dresden (erst 1924 auch des Vorwerkes Gorbitz), 1934: Bau der Kleinhaussiedlung an der Hirtenstraße, 1930er Jahre: Bau der Siedlung Margeritenstraße (an der Kesselsdorfer Straße), gegenüber befand sich damals ein Ziegelwerk, Zeit der DDR: Einrichtung des Dresdner Studios für Trickfilme im Gasthof Obergorbitz (an der Kesselsdorfer Straße gelegen), Bau einer ausgedehnten Wohnsiedlung auf dem Vorwerksgelände in Plattenbauweise (diese hohen Wohnblöcke prägen seitdem das Bild des westlichen Elbtalrandes)

Historische Bausubstanz: im ehem. Bauerndorf Obergorbitz (oberer Bereich der Uthmannstraße) blieben einige Gehöfte mit alten Torbögen, Türstöcken und Plänermauern erhalten, am Eingang zur ehemaligen Weinpresse (dreiseitiges Fachwerkgehöft Uthmannstraße 40) ein Schlussstein mit der Darstellung einer Weintraube, einige alte Gehöfte an der Kesselsdorfer Straße

www.ddgorbitz.de
 

Herrenhaus Gorbitz
Bild: Herrenhaus des einstigen Kammergutes (Kaufbacher Straße 15), ein bedeutendes Baudenkmal aus der Zeit 1569-1659, Teile des zugehörigen großen Dreiseithofes in den 1970er Jahren abgebrochen und durch Gebäude für den Werthof der Deutschen Reichsbahn ersetzt, Verfall des Herrenhauses, in den 1990er Jahren als Wohnhaus sowie Gasthof mit Säulensaal, Kaminzimmer und Herrenzimmer wieder hergestellt

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