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Stadtteil Gruna, Neugruna
Grunaer Flur: östlich des Großen Gartens annähernd zwischen der Bahnstrecke im Süden, dem Striesener Friedhof im Norden und der Enderstraße im Osten gelegen, hier verlaufen zwei Elbe-Altarme: im Süden zwischen Bodenbacher und Winterbergstraße weiter zur Bürgerwiese und im Norden über Striesen weiter zur Johannstadt (hier verlief einst der Landgraben), Altarm-Gelände noch heute etwa 2 m tiefer gelegen, streckenweise von Kleingartenanlagen genutzt), die Comeniusstraße ging aus dem Kirchsteig (einstiger Hauptweg von Gruna nach Dresden) hervor
Aus der Geschichte
1307: urkundliche Ersterwähnung des Ortes Praschytz (altsorbisch: Leute des Pravek) im Gebiet Neugruna (im Bereich der Kreuzung Schandauer Straße / Ludwig-Hartmann-Straße gelegen), hier befand sich auch das Vorwerk Grünpraschütz, 1309: Gebiet Gruna nachweislich bewohnt, 1310: Bezeichnung des Dorfes Praschütz als wüst/aufgelassen (dieses "Bauernbusch" genannte Land bewirtschafteten nun Bauern aus Gruna, Seidnitz, Striesen und Blasewitz), 1315: erste Erwähnung der Pirnaer Landstraße (führte vom Pirnaischen Platz kommend zwischen der Grunaer Straße und der Lingnerallee weiter zur Bodenbacher Straße; an den einstigen Straßenverlauf erinnert ein Steinkreuz im Großen Garten; nach dem Sieg der Meißner Markgrafen über die Dohnaer Burggrafen lief nahezu der gesamte Verkehr zwischen Dresden und Böhmen/Prag über diese Straße), 1370: urkundliche Ersterwähnung von Gruna als Grunow (altdeutsch: "Ort in der grünen Aue"), das Platzdorf Altgruna befand sich im Gebiet zwischen der Zwinglistraße und dem Rothermundpark, die Flur war im Besitz des Meißner Domstifts, 1439: Erwähnung einer brucke bie Grunow (Brücke der Pirnaer Straße über den Landgraben, hier stand das Haus "Grüne Wiese": eine frühere Schmiede, erhielt das Schankrecht sowie das Privileg des Gastierens, Ausspannens, Schlachtens, Backens und Branntweinbrennens, an diesem Ort stand später das Parkhaus von Julius Ludwig Rothermund, bei den Bombenangriffen im Februar 1945 zerstört, nur der Rothermundpark besteht noch), nach der Reformation: Gerichtsbarkeit vom Religionsamt des Dresdner Rates und vom Kurfürstlichen Amt ausgeübt, 1678: Land Grunaer Bauern für die Einrichtung des kurfürstlichen Lustgartens (des späteren "Großen Gartens") verwendet (auf eine Entschädigung mussten die Bauern jahrelang warten)
1813 (Zeit der Napoleonischen Kriege): nahezu vollständige Brandvernichtung von Gruna bei den Kämpfen im Umfeld von Dresden, danach Wiederaufbau des Dorfes (u.a. mit Steinen der beschädigten Parkmauer des Großen Gartens), 19. Jahrhundert: Entwicklung zum beliebten Ausflugsziel der Dresdner, ab 1867: Bau schlichter Wohnhäuser für Angehörige der Dresdner Mittelschicht im Umfeld von Gruna, 1871: Verlegung des Landgrabens zur Spohrstraße hin, Dresdner Unternehmer erwarben in diesem sogenannten Grunaer Tännicht mehrere Waldparzellen, hier wuchs im Umfeld der Striesener Industrie der "Neugruna" genannte Arbeiterwohnbezirk heran, ab 1873: Betrieb einer Pferdebahn zwischen Neumarkt und Gruna, nach 1885: Einrichtung mehrerer Großgärtnereien nördlich der Bodenbacher Straße, nach 1886: Verfüllung der zwischen dem Großen Garten und der Zwinglistraße gelegenen Lehmgrube mit dem Schutt der abgebrochenen Badergasse (Altstadt), 1892: Fertigstellung der Thomaskirche (schwere Bombentreffer im Februar 1945, Wiederaufbau bis 1950), 1896: Ausbau des alten Ziegelweges zwischen Blasewitz und Seidnitz, Umbenennung in Altenberger Straße, 1901: Eingemeindung von Gruna und Neugruna nach Dresden, 1920-1938: genossenschaftlicher Wohnungsbau, rasche Ausbreitung der Wohnviertel (z.B. ab 1925 einer kleinen Gartenstadt zwischen der Junghansstraße und dem Landgraben), 1928: Einrichtung der Gärten "Alte Elbe" als Musteranlage, Februar 1945: Beschädigung vor allem der Gebiete Altgruna und Falkensteinplatz durch die Bombenangriffe, 1949: Beginn des Wiederaufbaus (mit den Trümmern wurden Teile des Elbe-Altarmes aufgefüllt), ab 1975: Überbauung des alten Ortskerns Gruna (zwischen Zwinglistraße und Rothermundpark) unter anderem mit 17-geschossigen Hochhäusern |
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