Dresden und Sachsen
Inhalt
Einführung
Geschichte
Dresden
Übersicht
Einführung
Touristinformation
Stadtgeschichte
Staatl. Kunstsammlungen
Schlosskomplex
Theaterplatzbereich
Brühlsche Terrasse
Neumarktbereich
Altmarktbereich
Innere Vorstädte Altstadt
Innere Neustadt
Elbe, Elbbrücken
Stadtteile Nordwest
Stadtteile Nord
Stadtteile Nordost
Stadtteile Ost
Stadtteile Südost
Stadtteile Süd
Stadtteile Südwest
Stadtteile West
Dresdner Umland

Links
Literatur
Buch, CD
Glossar
Register
Impressum

Copyright

StartseiteLandeshauptstadt Dresdendresden-und-sachsen.de
Residenzschloss-Komplex
SeitenResidenzschloss | Taschenbergpalais | Cholerabrunnen | Katholische Hofkirche | Georgenbau | Jagdtor | Stallhof | Fürstenzug | Johanneum | Verkehrsmuseum | Türkenbrunnen | Goldenes Tor

Kathedrale St. Trinitatis (Katholische Hofkirche)   ( Architektur | Innenausstattung | Gruft )
Kathedrale St. Trinitatis (Katholische Hofkirche)
Lage: Zwischen Theaterplatz und Schlossplatz neben dem Residenzschloss
Bauzeit:1739-1754
Architekt: Gaetano Chiaveri (verärgert wegen ungenügender Unterstützung verließ der italienische Barockbaumeister Dresden im Jahr 1749), dann Sebastian Wetzel, danach Johann Christoph Knöffel, nach dessen Tod wurde der Bau von Julius Heinrich Schwarze vollendet
Merkmale: Sakralbau im Stil des römischen Spätbarocks; letzter bedeutender Barockbau Dresdens
Nutzung: Katholische Hofkirche des Sächsischen Hofes (eine solche wurde im protestantischen Sachsen notwendig, weil August der Starke und dessen Sohn und Nachfolger zum katholischen Glauben gewechselt waren, um die polnische Königskrone tragen zu können); ein päpstliches Dekret erhob die Kirche im Jahr 1980 zur Kathedrale St. Trinitatis des Bistums Dresden-Meißen

www.bistum-dresden-meissen.de

Bilder: Kathedrale St. Trinitatis, vom Theaterplatz (oben) und vom Schlossplatz (unten) gesehen

Kathedrale St. Trinitatis, vom Schlossplatz gesehen
Die aus Sandstein errichtete Kathedrale St. Trinitatis, die ehemalige Katholische Hofkirche, Sachsens größte Kirche, ist eines der letzten und schönsten großen Bauwerke des römischen Barock. Die kühne Schrägstellung zum baulichen Umfeld, die zum Teil bewusst gewählt und zum Teil durch die alten Festungsanlagen an diesem Ort erzwungen war, lässt die Kirche noch beeindruckender wirken, vor allem, wenn man sich ihr von der Augustusbrücke her nähert.

In der Gruft der Kathedrale ruhen die sterblichen Überreste der katholischen Kurfürsten und Könige aus dem Geschlecht der Wettiner und ihrer nächsten Angehörigen.

Die lange Bauzeit, die mit 4.800 m² Grundfläche sehr großzügige Anlage und der reiche Schmuck dieses Sakralbaus verschlangen sehr viel Geld - ca. 1.041.000 Taler (etwa dreimal so viel wie der 1743 vollendete Bau der evangelischen Frauenkirche von George Bähr). Einen wesentlichen Teil davon mussten die (protestantischen) sächsischen Steuerzahler aufbringen.
Turm der Kathedrale St. Trinitatis
Eine katholische Hofkirche wurde in dem seit 1539 protestantischen Dresden notwendig, weil August der Starke (Kurfürst Friedrich August I. von Sachsen) zum katholischen Glauben gewechselt war, um die polnische Königskrone erlangen zu können. Den protestantischen Sachsen war eher ein katholischer Landesherr als den erzkatholischen Polen ein protestantischer König zuzumuten. Den Glaubenswechsel vollzog August der Starke sehr zum Unwillen seiner Umgebung, vor allem seiner Gemahlin Christiane Eberhardine. Sein Sohn Kurprinz Friedrich August wechselte nach langem Sträuben im Jahr 1712 - zunächst unter strenger Geheimhaltung - ebenfalls zum Katholizismus.

Kurfürst Friedrich August II. (zugleich König August III. von Polen), der Sohn und Nachfolger von August dem Starken, erteilte im Jahr 1733 den Auftrag zum Bau der Hofkirche an den italienischen Baumeister Gaetano Chiaveri (1689-1770), den er in Warschau durch Vermittlung von Jesuiten kennengelernt hatte. Im protestantischen Sachsen konnte er schwerlich geeignete und willige Baumeister für diese Aufgabe finden.

Chiaveri und seine zwei Bauführer, Francesco Placidi und Antonio Zucchi, sprachen kein Deutsch, was ihre Arbeit in Dresden sehr erschwerte. Für den Skulpturenschmuck der Fassade verdingte man den Italiener Lorenzo Mattielli mit seinen italienischen Steinmetzen. Die italienischen Bauarbeiter wohnten nicht weit von der Baustelle entfernt in kleinen Wohnhäusern, an die heute der Name des Italienischen Dörfchens am Theaterplatz erinnert.
Turm und Fassade der Kathedrale St. Trinitatis, von Westen gesehen
Die Grundsteinlegung fand am 28. Juli 1739 statt - um 5 Uhr morgens in aller Stille, weil der katholische Kirchenbau im protestantischen Sachsen nicht sonderlich populär war (selbst Oberlandbaumeister Knöffel war nicht in die Planung einbezogen worden). Vollendet wurde die Kirche dann aber doch von sächsischen Baumeistern: Sebastian Wetzel, Johann Christoph Knöffel und Julius Heinrich Schwarze, weil Gaetano Chiaveri - verärgert über die ungenügende Unterstützung - Dresden im Jahr 1749 verlassen hatte.

Ihre Weihe erfuhr die Katholischen Hofkirche im Jahr 1751.

In der Hofkirche fanden viele berühmte Konzerte mit den Kapellknaben, der Hofkapelle sowie Musikern und Sängern der Oper statt. Leiter der Aufführungen waren unter anderen Johann Adolph Hasse (bis 1763), Carl Maria von Weber, Richard Wagner (bis 1849), Carl Gottlieb Reissiger und Karl Pembaur.

Wiederaufbau nach 1945
Während der verheerenden Bombenangriffe im Februar 1945 durchschlugen Sprengbomben das Dach des Mittelschiffes der Hofkirche. Das Innere der Kirche brannte vollkommen aus. Das Kirchendach sowie die Gewölbe des Hochschiffes, der Seitenschiffe und der Kreuzkapelle stürzten ein. Nur die Bennokapelle war noch soweit instand, dass hier im Juni 1945 ein erster Gottesdienst abgehalten werden konnte.

Bereits im Sommer 1945 begann unter der Leitung des Instituts für Denkmalpflege die Sicherung der Bausubstanz und schon ab 1946 wurde die Hofkirche, ein Wahrzeichen Dresdens, von der Zwingerbauhütte in enger Zusammenarbeit mit kirchlichen Amtsträgern und staatlichen Einrichtungen wieder aufgebaut. Mit kirchlichen, staatlichen und städtischen Mitteln sowie privaten Spenden konnte die Kirche neu eingewölbt werden. Im Jahr 1955 war der Rohbau fertig und ab 1962 das Mittelschiff wieder für kirchliche Zwecke nutzbar. In diesem Jahr fand die Hochaltarweihe statt. Die Kreuzkapelle wurde im Jahr 1968 fertiggestellt. Im Jahr 1987 war der Wiederaufbau weitgehend abgeschlossen.

Wertvolle Teile der künstlerischen Innenausstattung wie das Bild des Hochaltars von Anton Raphael Mengs, die Bilder der Seitenaltäre und die Silbermannorgel, die im Krieg ausgelagert worden waren, kehrten an ihren alten Platz zurück (die Silbermannorgel bis 1971). Einige der zerstörten Teile wie z.B. der verbrannte Orgelprospekt und einige schwer beschädigte Skulpturen von Lorenzo Mattielli rekonstruierte man nach alten Fotos. Die Benno- und die Johann-Nepomuk-Kapelle waren 1976 fertiggestellt. Die Teilrekonstruktion der prächtig geschmückten Kanzel endete 1987.



  Architektur | Innenausstattung | Gruft

  nach oben