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Architektur der Katholischen Hofkirche ( Innenausstattung | Gruft ) ![]() Die Kathedrale St. Trinitatis besteht aus einer dreischiffigen Basilika mit überhöhtem Mittelschiff und einem vom 52,50 m langen und 32 m hohen Mittelschiff getrennten 85,5 m hohen Turm. Die Kirche besitzt eine Scheitelkapelle und vier Eckkapellen. Der plastische Schwung ihrer Gestalt soll den Bauten von Francesco Borromini nachempfunden sein. Die Zahl Drei und das gleichseitige Dreieck spielten bei der Konstruktion eine wichtige Rolle. Auf die ursprünglich geplante zweifarbige Gestaltung der Fassade, wahrscheinlich mit toniger Schlemme, verzichtete man schon beim Bau der Hofkirche. Der prächtige Sakralbau mit seiner plastischen Struktur der Fassade und dem hoch aufragenden Mittelschiff sowie den zahlreichen Statuen in den Fassadennischen und auf den Dachkanten lässt wegen seiner feinen Gliederung nicht erkennen, dass er mit 4.800 qm Grundfläche Sachsens größte Kirche ist. Bild unten: Grundriss der Kathedrale St. Trinitatis (nach einem Grundrissplan des Baumeisters Chiaveri, Buchstaben vom Verf. eingefügt): A - Haupteingang, B - Seiteneingang, C - Prozessionsumgang, D - Logen, E - Hauptaltar, F - Seitenaltäre, G - Sakramentskapelle, H - Kreuzkapelle, I - Kanzel, J - Silbermannorgel, K - Johann-Nepomuk-Kapelle, L - Bennokapelle ![]() ![]() Der Standort der Hofkirche war auf (allerdings nicht verwirklichte) Pläne für eine Bebauung des Bereiches zwischen dem Zwinger und der Elbe abgestimmt. Baumeister Chiaveri richtete die Hofkirche außerdem schräg zur Front des Residenzschlosses aus, so dass sie von der Augustusbrücke her besonders eindrucksvoll erscheint. Sie weicht von der für Kirchen üblichen Ost-West-Orientierung ab: Der Hochaltar befindet sich im Südwesten statt wie üblich im Osten. Für den Kirchenbau wurden das alte Elbtor mit Teilen des Festungswalles und die ersten Bögen der Elbebrücke vor dem Georgenbau abgebrochen und das Gelände des Schlossplatzes sowie umliegende Bereiche aufgeschüttet. Das Bauwerk erhielt eine tiefe, bis 9 m reichende Gründung. Bild: Kathedrale St.Trinitatis, von der Augustusbrücke gesehen ![]() Weil das protestantische Dresden keine katholischen Prozessionen im Freien zuließ, legte Chiaveri im Inneren der Kirche einen 3,50 m breiten, doppelgeschossigen Prozessionsumgang um das Mittelschiff. Die Gewölbe der Kirche sind nicht als statisch sichere Rundbögen, sondern als gedrückte Korbbögen ausgelegt, was bei Chiaveris Kollegen einige Zweifel an ihrer Stabilität aufkommen ließ. Über dem prächtigen Kirchenportal steht der 85,5 m hohe Glockenturm, der den Stil eines Campanile zeigt. Er ist nur im Hauptstockwerk mit dem Kirchenschiff verbunden und ragt in durchbrochenen und nach oben leichter werdenden Stockwerken frei bis zur abschließenden Zwiebelkuppel empor. Die unteren Geschosse des Turmes sind oval, die oberen dagegen rund angelegt. Von den Nachfolgern des Baumeisters Chiaveri, der im Jahr 1749 Dresden verlassen hatte, war der Turm verändert und noch etwas erhöht worden. Schon allein die Trennung vom Mittelschiff lässt ihn höher wirken. Die vier von den Gebrüdern Weinhold gegossenen 11 t schweren Glocken zogen erst im Jahr 1807 in den Turm ein. Katholisches Geläut war im protestantischen Dresden lange Zeit nicht erwünscht (erst im Jahr 1806, unter Kaiser Napoleon I., der Sachsen zum Königreich gemacht hatte, erfolgte die förmliche Anerkennung der Katholischen Hofkirche). ![]() Im Jahr 1897 fügte Gustav Fröhlich zwischen der Kathedrale St.Trinitatis und dem Residenzschloss eine neobarocke Brücke ein. Die beiderseits des Hauptaltars der Kathedrale angeordneten Logen der königlichen Familie waren nun direkt aus dem Residenzschloss über diese Brücke erreichbar. ![]() ![]() Insgesamt 78 aus Sandstein gehauene, 3,50 m hohe Heiligenfiguren, die Lorenzo Mattielli zwischen 1738 und 1746 schuf, schmücken die Fassade der Hofkirche auf den Balustraden und in den Wandnischen.
![]() ![]() ![]() Bilder: Fassadenschmuck am Hauptportal der Kathedrale St.Trinitatis ![]()
![]() Vor dem Hauptportal der Kirche, auf dem Schlossplatz, zeigt ein Pflasterstein, der Napoleonstein, den Buchstaben "N". An diesem Ort stand Kaiser Napoleon I. am 26. August 1813 (in der Zeit der Napoleonischen Kriege), als er die Truppenparade vor der Schlacht von Dresden abnahm. Innenausstattung | Gruft nach oben |