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Ständehaus (ehem. Landtagsgebäude)
![]() Bild: Ständehaus, von der Augustusbrücke gesehen Für den Bau des Ständehauses brach man im Jahr 1899 wertvolle barocke Bausubstanz ab: das Palais Fürstenberg und das Brühlsche Palais. Hier war bis 1896 das sächsische Finanzministerium untergebracht. Im Brühlschen Palais wohnte zuletzt die Witwe von König Johann. Einige der Plastiken des Ständehauses stammen von diesem Gebäude. Auf den recht unsensiblen ersten Plan von Paul Wallot, der eine Verkürzung der Brühlschen Terrasse und eine Verschiebung der Freitreppe nach Osten vorsah, verzichtete man glücklicherweise - was nicht zuletzt dem Einspruch des Architekten und Kunsthistorikers Cornelius Gurlitt zu verdanken ist. Die Freitreppe blieb so dem Schlossplatz erhalten. Paul Wallot versetzte sein Bauwerk statt dessen weiter nach Süden, näher an den Fürstenzug heran, was die Augustusstraße enger machte. ![]() Baumeister Paul Wallot setzte sein ganzes Können ein, um mit dem Ständehaus die Proportionen der Gebäude am Schlossplatz zu wahren. Deshalb wählte er auch nur einen seitlich angesetzten und eher bescheiden dimensionierten Turm für seinen Bau (wobei gestattet sein muss zu fragen, ob das Gebäude überhaupt einen Turm nötig hat und ob es mit einem schönen Giebel über dem Eingang an der Brühlschen Terrasse nicht besser ausgestattet gewesen wäre). Am 14. Oktober 1907 wurde das Haus mit der ersten Sitzung des Sächsischen Landtages in einem der beiden Plenarsäle seiner Bestimmung übergeben. Bild: Ständehaus, von der Neustadt über die Elbe gesehen, davor das Westende der Brühlschen Terrasse mit der Freitreppe zum Schlossplatz, vorn die Auffahrt von der Terrassenufer-Straße hoch zum Schlossplatz ![]() Bild: Ständehaus um 1930, vom Schlossplatz gesehen (nach einem alten Foto, verändert); vor dem Gebäude steht das Reiterstandbild König Alberts (reg. 1873-1902) von Max Baumbach (1906), dieses Bronzedenkmal wurde im Jahr 1952 auf Betreiben der Dresdner Stadtverwaltung illegal abgebrochen und wahrscheinlich eingeschmolzen Im Feuersturm nach den Bombenangriffen im Februar 1945 verbrannte auch das Ständehaus. Nach einer teilweisen Rekonstruktion zogen das Institut für Denkmalpflege, die Deutsche Fotothek, einige Arbeitsstellen der Akademie der Wissenschaften der DDR, das Museum für Mineralogie und Geologie und das Museum für Tierkunde ein. Erst im Jahr 1993 endete die äußerliche Wiederherstellung des Gebäudes mit dem Aufbau des neuen Kupferdaches. Bis zum Jahr 2001 wurden die Innenräume saniert. Heute besitzt das Sächsische Parlament ein neues Domizil an der Devrientstraße. Wegen der vorhandenen Nutzungen und des Sanierungsbedarfs des Ständehauses konnte bis 1991 kein verlässlicher Termin für die Wiedernutzung als Landtagsgebäude vereinbart werden. Es blieb auch fraglich, ob das Haus den heutigen Ansprüchen eines Parlaments gerecht werden würde. Eine Wiedereinrichtung als Landtagsgebäude ist nun nicht mehr geplant. Heute residiert das Sächsische Oberlandesgericht im Haus. Dennoch versammelten sich die Parlamentarier vor ihrer ersten Sitzung nach den Parlamentswahlen 1990 im Eingangsfoyer des Ständehauses, um es symbolisch wieder in Besitz zu nehmen, bevor sie zu ihrem damaligen provisorischen Tagungsort, zur Dreikönigskirche zogen.
![]() Bilder: Portal des Ständehauses am Schlossplatz Detailansichten ![]() ![]() Bilder: Turm und Fassade des Ständehauses an der Brühlschen Terrasse (Aquarell), Eingang und Fenster im Turmsockel des Ständehauses ![]()
![]() Bilder: Detailansichten der Schlossplatzfassade des Ständehauses
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![]() ![]() Bild: Portal an der Südseite des Ständehauses (Eingang an der Augustusstraße gegenüber dem Fürstenzug) nach oben |