![]() |
Neues Rathaus ( Goldener Rathausmann ) ![]() Bild: Neues Rathaus, von einem Kaufhaus an der Prager Straße gesehen ![]()
Seit 1910 prägt der 100 m hohe Turm des auf dem Gelände der Bastion Jupiter der abgebrochenen Stadtfestung errichteten Neuen Rathauses die Silhouette der Dresdner Altstadt. Die Aussichtsplattform des Rathausturmes in 68 m Höhe gewährt einen herrlichen Blick über die Stadt - bei klarer Sicht auch bis zum Elbsandsteingebirge. Die auf dieser Höhe stehenden 15 Plastiken symbolisieren die menschlichen Tugenden. Das Ziffernblatt der Turmuhr ist 4,25 m groß. Bild: Neues Rathaus, von Osten gesehen ![]() Bild: Grundriss des Neuen Rathauses ![]() Das Alte Rathaus von 1744, das an der Nordwestecke des Altmarktes stand (es fiel den anglo-amerikanischen Bombenangriffen im Februar 1945 zum Opfer) bot zur Jahrhundertwende nicht mehr genug Platz für die Stadtverwaltung (Bild nach einem alten Foto; verändert). Bei der Ausschreibung für den Bau eines neuen Rathauses erhielt der bis dahin unbekannte Architekt Karl Roth aus Darmstadt den Zuschlag, wahrscheinlich, weil sich die neobarocke Gestalt seines Rathausturmes gut in das damalige Dresdner Stadtbild einfügte. Dresden hatte sich zu dieser Zeit als "Barockstadt" wiederentdeckt, was sich auch an vielen neuen neobarocken Geschäftsbauten in der Altstadt zeigte. Dem Bau des Neuen Rathauses musste allerdings auch wertvolle barocke Bausubstanz weichen. Das Neue Rathaus wurde bei den Bombenangriffen im Februar 1945 schwer beschädigt - es brannte teilweise aus, aber schon zwischen 1948 und 1952 weitgehend wiederhergestellt: der Turm originalgetreu, der Rest des Bauwerkes leider in vereinfachter, recht klobiger Gestalt, sodass es nun keine ästhetische Einheit mehr mit dem Turm bildet. ![]() Der im Krieg völlig zerstörte Festsaalflügel des Neuen Rathauses (Ostflügel am Rathausplatz) wurde in den Jahren 1962 bis 1965 wieder aufgebaut. ![]() Bild: Der prächtige Jugendstil-Treppenaufgang des Festsaalflügels ist mit (restaurierten) Wandmalereien von Otto Gussmann (1869-1926) geschmückt. ![]() Vor dem Eingang mit der Goldenen Pforte (den vier vergoldeten Gittertüren von Karl Groß) stehen zwei bronzene Löwen von Akademieprofessor Georg Wrba aus dem Jahr 1910. Über dem Haupteingang sind die Wappen von Städten zu sehen, die im zweiten Weltkrieg ein ähnliches Schicksal wie Dresden erfuhren - z.B. die Wappen von Coventry (mit Elefanten), von Leningrad (mit Segelschiff), von Lidice (mit Rosen) und von Wroclaw (mit Adler). Bild: Eingang des Ostflügels mit der Goldenen Pforte
![]() Bild: Skulptur "Trümmerfrau" vor dem Rathaus-Ostflügel Die auf dem Rathausplatz vor dem Ostflügel stehende, im Jahr 1952 von Walter Reinhold geschaffene Skulptur "Trümmerfrau" erinnert an die Frauen, die nach 1945 die Dresdner Innenstadt von Trümmern beräumten. Die ursprüngliche Eisenplastik ersetzte man 1968 durch einen Bronzeguss. ![]() Bild: Die vor der Gaststätte "Ratskeller" an der Nordostecke des Gebäudes stehende Bronzegruppe "Bacchus auf einem trunkenen Esel reitend" ist eine Arbeit von Georg Wrba aus dem Jahr 1910. Das Berühren des (hierdurch stets blank polierten) großen Zehs des Bacchus soll Glück bringen, oder zumindest zu einer baldigen Rückkehr nach Dresden verhelfen. ![]() Der Rathausbrunnen an der (etwas düster wirkenden) Westseite des Gebäudes (s. Bild) entstand 1911. Auch in den Höfen des Rathauses sind zahlreiche Bildhauerarbeiten zu finden wie z.B. die in der Dresdner Kunst- und Glockengießerei C. Albert Bierling gegossene Figurengruppe "Kinder mit Hund", die Kommerzienrat Oskar Bierling der Stadt Dresden gestiftet hatte. Goldener Rathausmann nach oben |