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Residenzschloss-Komplex
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Aus der Geschichte des Residenzschlosses

Die Burg an der Elbfurt
Das Residenzschloss, eines der bedeutendsten Renaissance-Bauwerke Deutschlands, war etwa 550 Jahre lang (1464 bis 1485 sowie ab 1547) Sitz der sächsischen Kurfürsten und Könige aus dem Geschlecht der Wettiner. Wenn man die im Jahr 1289 erstmals erwähnte mittelalterliche Burg, aus der es hervorging, mit berücksichtigt, ist es das älteste Bauwerk Dresdens.

Im Jahr 1143 hatten die wettinischen Meißner Markgrafen dem Burggrafen von Dohna die Herrschaft über das Elbtal abgerungen. Durch dieses Gebiet verlief ein wichtiger Handelsweg nach Böhmen, zu dem auch ein Elbübergang (östlich neben der heutigen Augustusbrücke in Höhe der Münzgasse gelegen) gehörte. Auf dem im Vergleich zum sumpfigen Umland relativ trockenen Taschenberg neben der Elbfurt, an den heute noch der Name des Taschenbergpalais erinnert, errichteten die Meißner Markgrafen eine Burg zur Sicherung und Kontrolle des Elbüberganges. Am Ort der Elbfurt entstand schon bald ein hölzernes Brückenbauwerk (im Jahr 1275 zerstört), dann ab 1287 eine weithin gerühmte Steinbrücke mit 25 Pfeilern. Im Schutze der Burg - im Bereich des späteren Altmarktes - siedelten sich deutsche Kolonisten an. Die Burg gab so den Anstoß für die Entstehung Dresdens.

Die mittelalterliche Burg, anfänglich ein etwa 35 x 45 m großer befestigter romanischer Hof, erscheint erstmals 1289 als "castrum" in den Urkunden.

Wo heute der Hausmannsturm des Residenzschlosses steht, befand sich der Nordwestturm der relativ kleinen mittelalterlichen Burganlage. Der untere Bereich des Hausmannsturmes - bis zur Höhe seines Konsolgesimses - stammt aus der Zeit vor 1500, wahrscheinlich schon vom Ende des 12. Jahrhunderts. Dies dürfte somit das älteste noch erhaltene Mauerwerk Dresdens sein. Der Schlossturm wurde in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts erhöht und zeigte sich danach mit quadratischen Untergeschossen, einem oktogonalen Aufsatz und einer flachen Haube als Abdeckung.

Im Bereich des heutigen Georgenbaues, direkt neben der Burg und unter deren Kontrolle, führte die vom Stadtmarkt kommende Straße auf die Elbbrücke. Hier, auf dem ersten Pfeiler der Brücke (der Bereich des Schlossplatzes wurde erst später, beim Bau der Hofkirche, aufgeschüttet), befand sich das Elbtor der Stadtbefestigung (um 1530 wurde dann hier das Georgentor errichtet).

Arnold von Westfalen, damals die herausragendste Gestalt der sächsischen Architektenschule, der auch die Albrechtsburg in Meißen baute, errichtete zwischen 1471 und 1476 einen neuen Westflügel und einen Südflügel. Ein neuer Ostflügel war schon im 14. Jahrhundert entstanden. Aus der mittelalterlichen Burg ging so durch zahlreiche Umbauten ein dreigeschossiges vierflügeliges Schloss hervor (ab dem späten Mittelalter galt in Deutschland der nach italienischem Vorbild gestaltete Vierflügelbau als idealer Schlosstypus).

Dresdner Schloss im 15. Jahrhundert
Bild: Dresdner Schloss am Anfang des 16. Jahrhunderts (vor dem Umbau in ein Renaissance-Schloss), von Osten gesehen (nach einer Grafik der Weckschen Chronik von 1680, verändert); der um 1475 neu gebaute Südflügel ist nicht mit dargestellt; hinten rechts ist der Schlossturm an der Nordwestecke des Vierflügelbaus (der Vorläufer des Hausmannsturmes) zu sehen; der runde Schössereiturm im Südosten, ein Wachturm der Burg, wurde im Jahr 1528 erhöht und mit einem oktogonalen Aufsatz, mit Giebeln und einer spitzlaufenden Haube versehen


Umbau in ein Renaissance-Schloss (1530-1558)
Eine erste Umgestaltung von Teilen des Schlosses im Stil der Renaissance begann im Jahr 1530 in der Regierungszeit von Herzog Georg (dem Bärtigen). An der Ostseite des Schlosses, am Ort des Elbtores der Stadtbefestigung, war im Jahr 1535 das Georgentor fertiggestellt.

Kurfürst Moritz von Sachsen (reg. 1547-1553), unter dem Dresden im Jahr 1547 kurfürstliche Residenz geworden war, ließ das Schloss ab 1548 durch Hans von Dehn-Rothfelser, Bastian Kramer und Hans Kramer in ein Renaissance-Schloss umbauen, um so ein der kurfürstlichen Residenz Dresden würdiges Residenzschloss zu schaffen.

Bei diesem nach Entwürfen von Caspar Voigt von Wierandt vorgenommenen Schlossumbau wurde der von Arnold von Westfalen stammende Westflügel abgebrochen und bis 1556 durch einen nach Westen hinausgeschobenen Neubau, den Moritzbau ersetzt. Im Erdgeschoss dieses neuen Westflügels entstand auch die "Geheime Verwahrung", die man dann ab 1572 wegen des grünen Wandanstrichs Grünes Gewölbe nannte. Hier wurden insbesondere Geld, Silber, Gold, Kleinodien und Dokumente des Kurfürsten in einem besonders feuer- und einbruchsicheren Raum hinter meterdicken Mauern gelagert.

Das aus früherer Zeit stammende vorkragende Torhaus an der Südseite des Schlosses besaß ein spitzes Dach sowie ein Portal mit einem Spitzbogen und darüber einem polygonalen Erker. (Hans Steyer setzte dem Torhaus im Jahr 1608 eine Laterne auf, in dieser Gestalt gehörte es dann zu den Wahrzeichen der Stadt, bis Johann Georg Starcke dem Schloss ab 1682 neue Portale gab.)

Die Räume des Schlosses waren meist nicht über Flure zugänglich, sondern in Reihe miteinander verbunden.

Der Große Schlosshof, den sich Kurfürst Moritz als großen Turnierhof gewünscht hatte, besaß jetzt eine rechteckige Form von nunmehr doppelter Größe sowie drei Treppentürme in den Hofecken und eine prächtige Sgraffitomalerei an den Wänden. Der Schlossturm, der bisher an der Nordwestecke des Bauwerkes gestanden hatte, stand nun mittig im Nordflügel (Elbflügel). Der östlich neben dem Schlossturm gelegene Teil des Nordflügels, der auch schon zum alten Schloss (vor dem Umbau) gehört hatte, wird seitdem Altes Haus genannt. Der westlich vom Turm gelegene neue Teil diente nun als Schlosskapelle. Diese erhielt im Großen Schlosshof ein prächtiges Portal - das bis 1558 von Hans Walther II und Johann Agania geschaffene Goldene Tor.

Fassade der Schlosskapelle im Großen Schlosshof
Bild: Renaissance-Sgraffitomalerei am Kapellenflügel (Westteil des Nordflügels des Schlosses) im Großen Schlosshof (beim Wiederaufbau des Schlosses rekonstruiert); unten im Bild ist eine Rekonstruktion des "Goldenen Tores" ("Schönen Tores") zu sehen
Sgraffito-Malereien im Großen Schlosshof
Die Sgraffitomalereien in dem auch als Fest- und Turnierplatz dienenden Großen Schlosshof waren Arbeiten von Francesco Ricchino und der Gebrüder da Thola. Die drei Treppentürme in den Hofecken, die aus den Wendelsteinen der alten Burganlage hervorgegangen waren, gestaltete Caspar Voigt von Wierandt nach dem Vorbild des französischen Schlosses Chambord. Dem Renaissance-Stil entsprechend band er die ehemaligen Wendelsteine dabei tiefer in das Bauwerk ein. (Den vierten, südöstlichen Treppenturm ergänzte Johann Georg Starcke um 1680.)



Bilder: Sgraffitomalerei (beim Wiederaufbau des Schlosses rekonstruiert) im Großen Schlosshof am Westflügel (Moritzbau)
Sgraffito-Malereien im Großen Schlosshof
Altan im Großen Schlosshof um 1900
Der im Großen Schlosshof vor den Schlossturm gebaute Altan (Bild: um 1900; nach einem alten Foto, verändert) war eine der italienischen Renaissance nachempfundene viergeschossige, fünfachsige Loggia mit Rundbogen, toskanischen und ionischen Säulen sowie Kompositkapitellen.

Am ersten Geschoss des Altans waren einst sieben von Hans Walther im Jahr 1552 geschaffene Brüstungsplatten angebracht, die Szenen aus dem Buch Josua (Kriegstaten vor Makkeda) darstellten. Das einzige noch erhaltene Relief, "Die Erstürmung von Makkeda" (97 x 121 cm), befindet sich im Stadtmuseum.


Weitere Umbauten ab 1590
Portal zwischen den Höfen des Residenzschlosses
Paul Buchner und Hans Irmisch errichteten zwischen 1590 und 1594 einen weiteren Südflügel, bei dem es sich aber zunächst nur um einen einfachen Erweiterungsbau mit einem zweigeschossigen offenen Laubengang handelte. Dadurch entstand der vom bisherigen Südflügel vom Großen Schlosshof getrennte Kleine Schlosshof. Der bisherige Hauptzugang zum Schloss war nun ein Innentor.



Bild: Portal zwischen den Höfen des Residenzschlosses (Zustand um 1900, nach einem alten Foto, verändert)



Zwischen 1674 und 1676 baute Wolf Caspar von Klengel den Turm des Renaissance-Schlosses in den 101 m hohen Hausmannsturm um (bis 1945 der höchste Turm Dresdens), dem er eine barocke welsche Haube mit offener Laterne aufsetzte. Der Name des Turmes verweist auf den darin wohnenden Türmer (Hausmann).
Grünes Tor des Residenzschlosses
Mit dem Grünen Tor (s. Bild) schuf Johann Georg Starcke zwischen 1691 und 1693 am Fuße des Hausmannsturmes einen weiteren Zugang zum Schloss. Die Entwürfe stammten von Wolf Caspar von Klengel. Den bisher einzigen Zugang an der Südseite des Schlosses, hatte Johann Georg Starcke schon im Jahr 1682 umgestaltet.

Der Riesensaal im Ostflügel des Residenzschlosses hieß nicht wegen seiner Größe so, sondern wegen der Wandbemalung mit überlebensgroßen Figuren. Seine ursprüngliche Ausgestaltung (1638-1650) stammte von Christian Schiebling (nach Vorlagen von Wilhelm Dilich).

Im Jahr 1701 fielen Teile des Schlosses, auch der Riesensaal und der Georgenbau, einem Brand zum Opfer. August der Starke ließ sie dann um 1717 in etwas vereinfachter Ausführung wieder aufbauen. Die neuen prächtigen Staatsräume in diesen Bauten gestaltete der Franzose Raymond Le Plat.

In der Augusteischen Zeit, der Regierungszeit von Kurfürst Friedrich August I. von Sachsen (August der Starke, zugleich König August II. von Polen; reg. 1694-1733) und seinem Sohn und Nachfolger Kurfürst Friedrich August II. von Sachsen (zugleich König August III. von Polen; reg. 1733-1763) entstanden in Dresden und Umland zahlreiche prächtige Barockbauten. Das Residenzschloss wurde dagegen äußerlich kaum verändert, blieb also zusammen mit Georgenbau, Stallhof und Johanneum als Renaissance-Anlage erhalten. Der Kurfürst und König plante stattdessen ein neues Barockschloss, zu dem der Zwinger als Vorhof dienen sollte (Pöppelmanns Forumsplan). Diese Pläne kamen aber nicht mehr zur Ausführung.

August der Starke beauftragte den "Ordonneur du Cabinet" Raymond Le Plat, der unter anderem auch die Säle und Prunkräume von Schloss Moritzburg einrichtete, mit der Herstellung eines repräsentativen Umfeldes für die Pretiosensammlung des sächsischen Hofes. Zwischen 1721 und 1729 entstand so eine Schausammlung im Grünen Gewölbe - eines der ersten Schatzkammer-Museen Europas. Mit Wanddurchbrüchen bezog man sechs weitere Räume mit ein. Die Architekten und Künstler Zacharias Longuelune, Johann Melchior Dinglinger und der große Baumeister des Barock Matthäus Daniel Pöppelmann steuerten Entwürfe für den Umbau bei. Auch der bedeutende Porzellankünstler Johann Joachim Kändler arbeitete sechs Jahre lang im Grünen Gewölbe, bevor er 1731 zur Porzellan-Manufaktur Meißen wechselte.

Bemerkenswert ist, dass die großen Barock-Künstler und -Baumeister vieles der Ausstattung von 1556 in Ehrfurcht vor den Leistungen ihrer Vorgänger originalgetreu im Stil der Renaissance restaurierten, anstatt es barock zu überformen, und ebenso, dass der große "Barockfürst" August der Starke sein Residenzschloss im Renaissance-Stil bewahrte - ein anerkennenswertes und für Europa jener Zeit eher seltenes Beispiel von Denkmalspflege.


Letzter Umbau im Stil der Neo-Renaissance (1889-1901)
Anlässlich der 800-Jahr-Feier des Hauses Wettin im Jahr 1889 ließ König Albert von Sachsen (reg. 1873-1902) das Schloss zwischen 1889 und 1901 umfassend restaurieren und einen einheitlichen äußeren Zustand im Stil der deutschen Neo-Renaissance herstellen. Den Umbau leiteten Gustav Dunger und Gustav Fröhlich.

Südflügel des Residenzschlosses
Beim großen Schloss-Umbau wurde auch ein neuer Südflügel (s. Bild, von Westen gesehen) errichtet, wodurch ein dritter Schlosshof entstand, der als Wirtschaftshof genutzt wurde.
Brücke zwischen Residenzschloss und Taschenbergpalais
Zwischen dem neuen Südflügel und dem Taschenbergpalais fügten die Baumeister eine neobarocke Brücke (s. Bild) ein. Eine weitere solche Brücke entstand zwischen Schloss und Hofkirche. Somit war nun der gesamte gewaltige Gebäudekomplex vom Taschenbergpalais über das Schloss zur Hofkirche und über Georgenbau und Stallhof (Langer Gang) bis zum Johanneum durch Innengänge verbunden.

Zerstörung und Wiederaufbau
Rundes Kabinett im Nordwestturm des Residenzschlosses
Die Bombenangriffe im Februar 1945 ließen vom Residenzschloss und den umliegenden Bauwerken nur Ruinen zurück. Die Kunstschätze waren ausgelagert worden, doch der größte Teil der kostbaren Ausstattung der vielen Säle und Prunkgemächer ging für immer verloren. Zu den wenigen Teilen, die von der Innenausstattung des Schlosses erhalten blieben, gehören die Stuckdecken und Teile der Ausstattung des Pretiosensaales, des Silber-, Elfenbein- und Email-Zimmers im Grünen Gewölbe sowie des Eckkabinetts. Sie gehören zu den letzten Zeugnissen barocker Innenarchitektur in Dresden.

Für den Wiederaufbau dieses immensen Bauwerkes fehlten zunächst die finanziellen, materiellen und personellen Ressourcen, so dass man sich auf einige erste Maßnahmen beschränkte, unter anderem die teilweise Wiederherstellung des Schlossturmes und dessen Sicherung durch eine Abdeckung, die Sicherung des Pretiosensaales, die Wiederherstellung des Löwentores an der Schlossstraße, die Sicherung der Ruine des benachbarten Taschenbergpalais, die Beseitigung der gröbsten Schäden im Stallhof bis 1950 und einige Wiederherstellungsarbeiten ab 1959 an der Hofseite mit den Arkaden.


Bild: Rundes Kabinett (Eckkabinett) im Nordwestturm des Residenzschlosses

Zwischen 1963 und 1966 wurde der Georgenbau wieder aufgebaut. Zu einer ersten Restaurierung von Teilen der historischen Malerei im Großen Schlosshof kam es in den Jahren 1976 bis 1979.

Erst im Jahr 1986 begann der eigentliche Wiederaufbau des Residenzschlosses mit dem Ziel, hier neue Museumsräume für die bisher sehr beengt untergebrachten Staatlichen Kunstsammlungen zu schaffen. Andere Nutzungsziele wie Hotel, Studentenwohnheim oder Sächsische Landesbibliothek verwarf man wieder. Wegen Mangel an Geld, Material und Personal ging der Aufbau nur schleppend voran. Die Räume des Grünen Gewölbes, deren historische Ausstattung zum Teil noch erhalten war, hatte man schon vorher teilrekonstruiert. Teile der Ausstattung des Silber- und Elfenbeinzimmers waren im Albertinum ausgestellt.

Nach 1990 setzte eine rege Bautätigkeit ein. Der Hausmannsturm erhielt im Jahr 1991 bei einer sehr aufwendigen Aktion mit einem Spezialkran seine 30 m hohe und 21 t schwere Haube mit der 6 m hohen Wetterfahne zurück. Im Rohbau der nach einem alten Kupferstich rekonstruierten Schützkapelle fand im Jahr 1993 das erste Konzert statt.

Der Wiederaufbau des prächtigen Renaissance-Schlosses wurde auch genutzt, um frühere Grundrisse und Fassaden zu rekonstruieren, die bereits vor 1945 nicht mehr bestanden. So zeigt sich der Große Schlosshof wieder wie im Jahr 1557 mit herrlichen Sgraffito-Malereien an den Renaissance-Fassaden. Die Außenfassaden erhielten dagegen den Neorenaissance-Stil von 1901 zurück.

Einige der Prunkzimmer und Säle und die Schlosskapelle wurden originalgetreu wiederhergestellt - der Große Ballsaal in der Fassung von 1855. Für diese Rekonstruktion sichtete man etwa 1.500 historische Zeichnungen. Sogar Farbdias aus der Zeit vor 1945 stehen zur Verfügung.

Zur 800-Jahr-Feier Dresdens im Jahr 2006 war das Residenzschloss äußerlich nahezu fertig gestellt (der Wiederaufbau hat insgesamt etwa 500 Mio. EUR gekostet). Seitdem ziehen nach und nach das Grüne Gewölbe, das Münz-Kabinett und die Mittelalter-Abteilung der Skulpturensammlung aus dem Albertinum sowie die Rüstkammer aus der Sempergalerie und das Kupferstich-Kabinett aus der Kunstgewerbeakademie am Güntzplatz in das Schloss um. Das Historische Grüne Gewölbe konnte wieder in die ursprünglichen Schatzkammer-Räume des Westflügels (Moritzbau) einziehen, während das Neue Grüne Gewölbe modern ausgestattete Räume erhielt.

Auch der Ostflügel des Residenzschlosses an der Schlossstraße ist inzwischen weitgehend fertig gestellt (Kosten: ca. 45 Mio. EUR). Das Architektenbüro Peter Kulka & Partner Dresden/Köln, das auch den Anbau am Landtag entwarf, den Bernhard-von-Lindenau-Platz gestaltete und die Generalsanierung des Hygiene-Museums plante, gewann die Ausschreibung unter 78 Bewerbern.

Ostseite des Residenzschlosses
Bild: Ostflügel des Residenzschlosses (Wiederaufbau seit 2002) an der zwischen Altmarkt und Georgenbau verlaufenden Schlossstraße; rechts im Hintergrund der Turm der Hofkirche
Löwentor an der Ostseite des Residenzschlosses Löwentor an der Ostseite des Residenzschlosses

Bilder: Löwentor am Ostflügel des Residenzschlosses

Erker im Südosten des Schlosses
Portal an der Südseite des Schlosses

Bilder: Erker im Südosten und Portal an der Südseite des Schlosses
Details am Südostturm des Schlosses
Details am Südostturm des Schlosses

Bilder: Details am Südostturm des Schlosses
Der Bereich vom Kleinen Schlosshof über die Englische Treppe bis zum Hausmannsturm (vertikal von der "Kemenate" unter dem Großen Schlosshof bis zum zweiten Stock mit dem Riesensaal) gehört zu den ältesten Teilen des Residenzschlosses. Die hier wiederhergestellten Räume sollen sich nur noch in ihrer Höhe und ihrem schrägen Grundriss (der sich aus den nicht parallel zueinander stehenden Fassaden zum Schlosshof und zur Schlossstraße ergibt) an den historischen Vorbildern orientieren. Auch die moderne, mit einem Metallgewebe ausgestattete Dachkonstruktion wird die historischen Gewölbe lediglich andeuten. Diese Planung für den Wiederaufbau des ältesten und sensibelsten Schlossbereiches stieß bei den Verfechtern einer historisch genauen Wiederherstellung natürlich auf heftigen Widerspruch.

Im Erdgeschoss des Ostflügels sollen ein Gewölberestaurant und in der Gotischen Halle eine Ausstellung zur Schlossgeschichte eingerichtet werden. In das erste Obergeschoss ziehen eine Ausstellung der Rüstkammer und ein Servicebereich ein. Der Riesensaal im zweiten Obergeschoss, der nicht wegen seiner Größe, sondern wegen der einst hier vorhandenen Wandgemälde mit großen Figurendarstellungen so heißt, soll als Ausstellungssaal der Rüstkammer dienen.

Ausgrabungen an der Schlossstraße
Bild: Ausgrabungen (Frühjahr 2008) der Häuserfundamente und Keller an der Schlossstraße vor der Wiederbebauung dieses Areals



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