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Ortschaft Schönfeld-Weißig
Zusammenschluss der Gemeinden Schönfeld und Weißig: 1994, Eingemeindung nach Dresden: 1999 (mit den Orten Weißig, Gönnsdorf, Pappritz, Helfenberg, Cunnersdorf, Schönfeld, Eichbusch, Rockau, Malschendorf, Krieschendorf, Reitzendorf, Zaschendorf, Borsberg, Schullwitz, Eschdorf und Rossendorf); die Ortschaft Schönfeld-Weißig brachte die enorme Fläche von 41,3 km², aber nur etwa 12.500 Einwohner in das Stadtgebiet ein

Wegen seines fruchtbaren Bodens war das Gebiet Schönfeld-Weißig schon in früher Zeit besiedelt. Bald nach der deutschen Kolonisierung (um 1000 u.Z.) der vormals sorbischen Gebiete fanden die meisten der hier gelegenen Dörfer, die überwiegend aus alten sorbischen Siedlungen hervorgegangen waren, ihre erste urkundliche Erwähnung.


Weißig
Urkundliche Ersterwähnung: 1357 als Wysock (altsorbisch: vysok = hoch gelegen) aus Anlass einer Verpfändung Weißiger Felder durch den Meißner Markgrafen Friedrich III. (reg. 1349-1381), 1421 als Wiessag

Die Weißiger Flur erscheint erstmals im Jahr 1235 in den Urkunden, als der Burggraf von Dohna dem Kloster Zelle mehrere Hufen dieses Landes schenkte. In der Senke des Weißiger Dornbaches, in dem alle Bäche zwischen der Gönnsdorfer Höhe (319 m) und den Weißiger Bergen zusammenfließen und der an der Ullersdorfer Mühle in die Prießnitz mündet, standen zu beiden Seiten des Baches die ersten Gehöfte und Häusleranwesen des Waldhufendorfes Weißig. Hinter den Gehöften erstreckten sich Hufen von unterschiedlicher Länge. Außerdem besaßen die Bauerngüter Beistücke im Nordosten der Flur. Das wenig ertragreiche Gelände am Hutberg wurde als Gemeindeviehweide genutzt. Ab 1378 gehörte Weißig zum markgräflichen Amt. Von 1421 bis 1543 hatten die fronpflichtigen Bauern des damals Wiessag genannten Ortes Zinsen und Abgaben an das Altendresdner Augustinerkloster zu leisten, später unterstanden sie dem Rittergut Schönfeld.

In Weißig gab es zwei Mühlen: die außerhalb des Dorfes gelegene, erstmals im Jahr 1529 erwähnte Heidemühle und die an einem Teich in der Dorfmitte stehende, erstmals im Jahr 1546 erwähnte Dorfmühle (wo später das Gemeinderatsgebäude errichtet wurde).

Von 1606 bis 1803 wurde das Weißiger Rittergut nur formell geführt, d.h. als Herrschaft ohne Nutzfläche und ohne Wirtschaftsgebäude. Die Bewohner hatten zu dieser Zeit "trockene Zinsen" zu entrichten.

Wegen seiner Lage an der schon in früher Zeit wichtigen Bautzner Straße war Weißig sehr den Gefahren und Nöten des Krieges ausgesetzt. Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) brannten die Kroaten die Kirche und mehrere Gebäude des Dorfes nieder. Im Nordischen Krieg (um 1700) und im Siebenjährigen Krieg (1756-1763) erlitt Weißig verheerende Truppendurchzüge und Plünderungen. Vor allem unter dem im Jahr 1758 am Hutberg errichteten großen Heerlager Friedrichs II. von Preußen hatte es zu leiden. Im Jahr 1812 marschierte hier die napoleonische Armee nach Rußland (woran der Napoleonstein erinnert). Beim Rückzug seiner Armee vom missglückten Rußlandfeldzug befahl Napoleon im Rahmen der Abwehr der nachrückenden Preußen und Russen den Abriss der "Dreihäuser" genannten Gebäudegruppe an der Bautzner Straße.


Gönnsdorf
Urkundliche Ersterwähnung: 1378 als Gadelstorf, 1540 als Godensdorff (vielleicht nach einem Lokator Godwin oder dem sorbischen Namen Goden benannt)

In der Zeit der Ersterwähnung des an der Kreuzung der Straßen Bühlau-Schönfeld und Weißig-Pappritz gelegenen Ortes Gönnsdorf waren die Bauern dem Meißner Markgrafen zinspflichtig. In früher Zeit war Gönnsdorf, neben Helfenberg und Schönfeld, ein bedeutender Herrensitz. Später bestand es als Gutsweiler fort, der bis 1764 der Helfenberger bzw. Schönfelder Gerichtsbarkeit unterstand. Dann erlangte das Gönnsdorfer Rittergut die "Altschriftsässigkeit" und wirtschaftete selbstständig weiter.

Die über Granodioritgrus und einer Lößlehmdecke entstandenen Böden des Gönnsdorfer Umlandes sind sehr fruchtbar. Die 115 ha große Flur war in Gutsblöcke eingeteilt. Im Umfeld des Dorfkernes von Gönnsdorf, etwas verstreut, standen mehrere Häusleranwesen (zunächst sechs Wohnhäuser) und eine Windmühle.

Um 1600 fand auf der Anhöhe (319 m ü. NN) nordöstlich von Gönnsdorf erstmals eine Windmühle Erwähnung. Deren Nachfolger wurde im Jahr 1813 von österreichischen Soldaten, die sich den jenseits der Elbe stehenden eigenen Truppen bemerkbar machen wollten, abgebrannt. Die bald darauf an diesem Standort errichtete Holländerwindmühle wurde im Jahr 1896 durch einen 25 m hohen Aussichtsturm und eine angeschlossene Gaststätte ersetzt. Im Jahr 1945 sprengten deutsche Truppen den Turm.


Pappritz
Urkundliche Ersterwähnung: 1278 als Papirzcan (altsorbisch: "die im Farn Sitzenden")

Der Ort Pappritz, ein Platzdorf, ist an der westlichen Ecke der Schönfelder Hochfläche zwischen den stellenweise mehr als 100 m tief eingeschnittenen Tälern des Wachwitzgrundes und des Helfenberger Grundes gelegen. Schon in der Zeit der Ersterwähnung gab es hier einen Herrensitz. Die Flur war in Blöcke und Streifen eingeteilt. Ab 1420 bestand Abhängigkeit vom Rittergut Helfenberg. Später hatten die Bauern dann von 1572 bis in das 19. Jahrhundert hinein Erbzinsen an das Rittergut Pillnitz zu entrichten.


Cunnersdorf
Urkundliche Ersterwähnung: 1350 als Kunradsdorf (altdeutsch: "Dorf des Konrad"), 1378 als Kunstorf, 1477 als Kommerßdorff, 1530 als Kunerßdorff

Cunnersdorf ist ein kleines, auf der ehem. Schönfelder und Helfenberger Rittergutsflur in einer flachen Talmulde des westlichen Quellflusses des Keppbaches gelegenes Zeilendorf. Hinter den zahlreichen kleinen Gehöften erstreckten sich schmale Hufen.

Die Einwohner waren dem Meißner Markgrafen zinspflichtig ("Forsthafer"). Ab 1477 unterstand Kommerßdorff dem Rittergut Helfenberg, das hier bis zum 18. Jahrhundert grundherrliche Rechte besaß. Im Jahr 1530 werden fünf Teiche in Kunerßdorff erwähnt.


Schönfeld
Urkundliche Ersterwähnung: um 1200 als bischöfliches Ober- und markgräfliches Afterlehen, 1315 als Besitz des Syfirt von Schoninvelt, 1378 als Schonenvelt (altdeutsch: "zum schönen Feld") anlässlich einer Forstzinsen-Erhebung zugunsten des Meißner Markgrafen, 1445 wird ein Schönfelder Vorwerk erwähnt

Am Marktplatz von Schönfeld, auf dem zwei Märkte im Jahr stattfanden, standen das Erbgericht, ein Amtshaus, eine Brauerei und ein Gasthof. Im Norden des Ortes, in Richtung Weißiger Flur, erstreckten sich die Bauernhufen, im Süden die Gutsblöcke.

Urkunden von 1535 nennen die umliegenden Dörfer Schullwitz, Reitzendorf, Zaschendorf, Malschendorf, Rockau, Cunnersdorf, Gönnsdorf, Rochwitz und Ullersdorf als der Grundherrschaft und Kirchgemeinde Schönfeld zugehörig. Um 1600 lebten etwa 2.000 Einwohner im Gebiet der Grundherrschaft.

Kurfürst Moritz von Sachsen (reg. 1547-1553) verkaufte das Rittergut Schönfeld (zusammen mit dem von Helfenberg) an seinen Baumeister und Oberrüstmeister Hans von Dehn-Rothfelser (1500-1561). Im Jahr 1568 erwarb der kurfürstliche Geheime Rat Dr. Georg Cracow die Schönfelder Herrschaft. Im Jahr 1787 kaufte Kurfürst Friedrich August III. von Sachsen (reg. 1763-1827, ab 1806 als König Friedrich August I. von Sachsen) das Rittergut, das so zum Kammergut wurde.

Schriften aus dem Jahr 1837 erwähnen eine Frohnfeste, eine Gerichtsstätte und eine Richterwohnung in Schönfeld. Das Gebiet der Grundherrschaft zählte damals mehr als 3.000 Einwohner. Nach der zu jener Zeit stattgefundenen Ablösung der Frondienste übernahm ein bürgerlicher Pächter das Gut.


Reitzendorf
Urkundliche Ersterwähnung: 1378 als Richczendorff (nach einem Lokator namens Richezo benannt)

Reitzendorf liegt am Oberlauf des Meixbaches, der oberhalb des Pfeiferteiches (Schwarzteiches) in einer Hangdelle des Triebenberges entspringt. Die Reitzendorfer Flur umfasst 182 ha. Im Jahr 1457 wird hier ein zu Schönfeld gehörendes Vorwerk erwähnt. Ein Lehnbrief von 1486 nennt das Waldhufendorf als Zubehör der Schönfelder Grundherrschaft. Flurnamen wie "Oberer, Mittlerer und Kleiner Maitz" erinnern an die im Südwesten der Flur angelegten großen blockförmigen Gutsfelder. Zum grundherrschaftlichen Besitz gehörten neben den als Schäferei dienenden Gutsgebäuden auch der Wall-, Mittel-, Nieder- und Zinsteich (Schwemmteich) und die Gärtnerwiese. Das Bauernland schrumpfte zugunsten dieses Besitzes von zehn Hufen im Jahr 1552 auf sechs Hufen im Jahr 1764.

Kleinbauernmuseum Reitzendorf: s. Museen  


Malschendorf
Urkundliche Ersterwähnung: 1414 als Marchschendorff (altsorbisch: "Ort des Maresch")

Malschendorf und das südöstlich davon gelegene Krieschendorf sind eng benachbart. Malschendorf, ein Platzdorf, bestand nachweislich schon in der frühdeutschen Siedlungsperiode um 1200, also in der Zeit der bäuerlichen Landnahme nach der deutschen Eroberung der sorbischen Siedlungsgebiete. Im Jahr 1378 wird das Dorf als zum castrum Dresden (der markgräflichen Burg auf dem Taschenberg an der Elbbrücke) gehörend erwähnt. Die Einwohner waren somit dem Meißner Markgrafen zinspflichtig.

Im Jahr 1494 besaß die in Pillnitz sitzende Familie von Karras grundherrschaftliche Rechte an dem damals Malsendorff genannten Ort. Diese Rechte gingen später an die Grundherrschaft Schönfeld über.

Neben der Landwirtschaft betrieben die Malschendorfer Einwohner auch Obstbau. Schriften aus dem Jahr 1643 (aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges) berichten, dass schwedische Truppen nicht nur das Dorf plünderten und teilweise zerstörten, sondern auch die Obstgärten vollkommen ruinierten. Ab dem 19. Jahrhundert schätzten die Dresdner die Malschendorfer Obstgärten vor allem in der Zeit der Kirschblüte als Ausflugsziel. Dresdner Naturfreunde und Künstler gingen gern auf dem im Jahr 1843 erwähnten Poetengang spazieren (heute Promenadenweg von Rockau über Keppmühle, Zuckerhut und Meixmühle zum Borsberg). Die Obstgärten mussten in den 1970er Jahren der ackerbaulichen Großflächenwirtschaft weichen.


Krieschendorf
Urkundliche Ersterwähnung: 1378 als Krywenstorf (wahrscheinlich vom altsorbischen Personennamen Krivosch abgeleitet)

Die bäuerlichen Anwesen von Krieschendorf grenzen unmittelbar an die von Malschendorf an. Die Grenze der 89 ha großen Krieschendorfer Flur reicht im Norden bis zum Galgenberg (einer Anhöhe westlich des Schirrberges) und im Süden bis zum Kamselborn.

In der Zeit der Ersterwähnung unterstand Krieschendorf dem castrum Dresden und somit dem Meißner Markgrafen. Im Jahr 1439 belehnte Kurfürst Friedrich II. von Sachsen (reg. 1428-1464) die auf dem Rittergut Pillnitz sitzenden Gebrüder Heinrich und Hans von Karras mit den Äckern, Wiesen und Wäldern des Vorwerkes Krieschendorf. Die grundherrliche Abhängigkeit vom Rittergut (später Kammergut) Pillnitz bestand bis 1832.

Neben der Landwirtschaft auf der in Blöcke eingeteilten Flur wurde in Krieschendorf auch Obstbau betrieben. Landesherrliche Verfügungen wie die von 1554 und 1700 forderten die Anpflanzung von Obstbäumen in den Gärten und Höfen. Noch heute sind hier Obstbaumreihen auf den Hochrainen zu sehen.

Etwa 900 m südlich von Krieschendorf, auf einer zwischen dem Friedrichsgrund und dem Vogelgrund gelegenen Geländezunge (220 m ü. NN), gab es in der spätesten Bronzezeit und frühesten Eisenzeit einen befestigten Bergsporn. Das 260 × 65 m große Plateau war im Südwesten durch einen etwa 45 m langen und im Nordosten durch einen 80 bis 90 m langen Wall von bis zu 10 m Höhe gesichert. An den Steilabhängen sind noch einige flache Wallreste erkennbar. Der Eingang der Wehranlage befand sich wohl an der Südwestecke. Zwischen 600 und 1000 u.Z., in der Zeit der slawischen Besiedlung des Elbtales, war die Anlage noch einmal genutzt worden. Auf dem Platz der befestigten Siedlung fand man Metall- und Keramikgegenstände.


Rockau, Helfenberg, Eichbusch
Urkundliche Ersterwähnung: 1350 als Rakowe (altsorbisch: "Dorf des Rak")

Zu Rockau, einem locker bebauten Rundplatzdorf, gehörten die Ortsteile Helfenberg und Eichbusch. Die Rockauer Flur erstreckt sich im Südwesten der Schönfelder Hochfläche zwischen dem Helfenberger und dem Keppgrund. Hier stieß man auf zahlreiche frühgeschichtliche Siedlungsspuren. Südlich von Rockau, auf dem "Kuhberg" genannten Felsvorsprung über dem Keppgrund, grenzt ein verflachter Graben die Felsnase vom Hinterland ab. Hier dürfte eine frühgeschichtliche Wehranlage gestanden haben.

Um 1350 befanden sich der Rittersitz und das Vorwerk im Besitz von Johannes de Ketschbrode (Kötzschenbroda, heute Stadtteil von Radebeul). Im Jahr 1357 wird der Ort als markgräfliches Lehen der Burggrafen von Dohna genannt. Im Jahr 1378 unterstand Rockau dem castrum Dresden. Ab spätestens 1606 bis zur Aufhebung der Patrimonialgerichtsbarkeit im Jahr 1855 besaß die Grundherrschaft Helfenberg auf der 305 ha großen Rockauer Flur ein Vorwerk und einen Teil der Gutsblöcke. Im unteren Keppgrund, dem sogenannten Rockauer Grund, siedelten sich einige Häusler an (im Jahr 1717 gab es dort vier Anwesen). Diese betreuten unter anderem die im Umfeld gelegenen Weinberge der Grundherrschaft.

Die Ausbreitung der Wirtschaftsfläche des Rittergutes Helfenberg im 17. Jahrhundert betraf auch die Eichbuscher Flur. Um 1618 entstand hier am Eingang des Keppgrundes ein Vorwerk. Am westlichen Wiesenhang zwischen der Bock- und der Felgnermühle siedelten sich zu jener Zeit einige Häusler an. Diese Siedlung findet im Jahr 1652 als Schäffereyen in Eichbüschen Erwähnung. Daraus ging später der zu Rockau gehörende Ortsteil Eichbusch hervor.


Zaschendorf
Urkundliche Ersterwähnung: 1367 als Zaschlensdorff (nach einem Lokator Zastislav benannt), 1387 als Zcazlauwendorf

In Zaschendorf, einem locker bebauten Platzdorf, kreuzt sich die zwischen den Dörfern Schullwitz und Borsberg verlaufende alte Höhenstraße mit dem Graupaer Kirchsteig (Messweg nach Schönfeld, zugleich Marktweg nach Pirna). Im Norden grenzt die Zaschendorfer Flur entlang der ehemaligen Gemeindeviehtreibe gegen die Schullwitzer und die Reitzendorfer Flur, im Nordosten an den Doberwiesen und Hinterbergen gegen die Eschdorfer Flur und im Südwesten in einem Zipfel auf dem Hahnstein bzw. am Zschoben gegen die Borsberger Flur. Im Süden beginnt gleich hinter den bäuerlichen Hausgärten das Waldgebiet der Borsberghänge.

Im Jahr 1387 wird ein Vorwerk mit einer Hammelschäferei des Rittergutes Schönfeld erwähnt. Im Jahr 1494 stand der Ort unter der Gerichtsbarkeit der in Pillnitz sitzenden Familie von Karras. Ein Erbregister von 1535 nennt zehn Zaschendorfer Bauern. Die 149 ha große Flur war in Waldhufen eingeteilt, die sich besonders nach Norden und Nordwesten erstreckten.


Borsberg
Urkundliche Ersterwähnung: 1378 als Zubehör des castrum Dresden (dem Meißner Markgrafen zinspflichtig), 1414 als Bursenberge (vom slawischen Personennamen Boresch abgeleitet), 1465 als Borsperg, in einer Belehnungsurkunde von 1476 als Porsberg

Zwischen dem Friedrichsgrund (Meixgrund) im Westen und dem Borsberg im Osten liegt in einer Quellmulde oberhalb des Steilabfalls der Lausitzer Störung der Ort Borsberg, ein Platzdorf.

Im Jahr 1702 erwarb Heinrich von Bünau Grundbesitz in Borsberg. Später gingen die Rechte an die Pillnitzer Herrschaft über. Im Jahr 1883 übernahm der Staatsforst Pillnitz das von der Familie von Bünau gebaute Wohnhaus. Es wurde bis 1918 als königliche Jagdhütte und in Zeit der DDR als Revierförsterei des Forstwirtschaftsbetriebes Königstein genutzt. Die zum Vorwerk gehörenden Wirtschaftsgebäude wurden abgebrochen.


Die Schulen im Gebiet Schönfeld-Weißig
Eine Weißiger Schule findet erstmals im Jahr 1555 Erwähnung. Sie wurde zunächst auch von den Pappritzer und Gönnsdorfer Kindern besucht, die man später nach Bühlau einschulte. Im Jahr 1832 besuchten etwa 170 Kinder die Weißiger Schule.

Die Schönfelder, Schullwitzer, Reitzendorfer, Borsberger, Krieschendorfer, Malschendorfer, Eichbuscher, Rockauer und Cunnersdorfer Kinder waren nach Schönfeld eingeschult. Zunächst wurden sie hier von nur einem Lehrer in Vormittags- und Nachmittagsschichten unterrichtet. Ab 1837 besaßen die Orte Reitzendorf (zusammen mit Borsberg) und Schullwitz dann jeweils eine eigene Schule. Im selben Jahr gründete sich der Schulbezirk Schönfeld, dem auch die Schulverbände Groß-Graupa und Bühlau beitraten.


Schönfeld-Weißig im 20. Jahrhundert
Um 1900 breitete sich das städtische Siedlungsgebiet Dresdens bis in die Weißiger Flur hinein aus. Der Ort erhielt im Jahr 1904 Anschluss an das Dresdner Gasnetz. Im Jahr 1908 wurde der schon bis Bühlau reichende Stadtverkehr bis nach Weißig erweitert. Jetzt vergrößerte sich die Einwohnerzahl vor allem durch die Ansiedlung von Industriearbeitern und -angestellten sehr schnell. Im Jahr 1911 gründete sich der Arbeitersportverein Weißig (ab 1928 Arbeiter-Sportkartell). Nach der Trockenlegung des im Bereich Pillnitzer Straße/Talstraße gelegenen Teiches breitete sich die Wohnsiedlung hier im Osten von Weißig aus. Nördlich der Bautzner Straße, im Gebiet der Dreihäuser, wuchs Neuweißig heran. Auch am Heiderand entstanden neue Wohngrundstücke, am Marienbad außerdem Sommerhäuschen.

Wie in Weißig entstanden auch in Pappritz, Gönnsdorf, Cunnersdorf, Schönfeld, Malschendorf, Reitzendorf und Zaschendorf Arbeiter- und Angestelltensiedlungen für die Dresdner, Heidenauer, Pirnaer und Radeberger Industrie. In Pappritz begann diese Besiedlung mit dem Bau der aus dem Elbtal von Niederpoyritz kommenden Straße (heute Staffelsteinstraße) im Jahr 1914, an der nun zahlreiche neue Wohnhäuser entstanden. (Bis dahin hatte es nur eine Zufahrt durch den Helfenberger Grund gegeben). Gönnsdorf begann sich im Jahr 1920 auszubreiten, Zaschendorf hatte sich schon vor dem Ersten Weltkrieg (1914-1918) beiderseits der alten Höhenstraße ausgedehnt.

Rockau breitete sich in den 1930er Jahren mit neuen Siedlungshäusern nach Norden aus. Nach 1945 kamen im Dorf mehrere Eindachgehöfte von Neubauern hinzu. Die nahe einer Weggabelung stehende Rockauer Linde, eine weithin sichtbare Landmarke (282 m ü. NN), wurde zu einem beliebten Wanderziel.

Die in den Jahren 1905/06 gebaute Schmalspurbahn Weißig-Dürrröhrsdorf wurde im Jahr 1951 mangels Rentabilität wieder stillgelegt. Anstelle der abgebauten Gleise entstanden Fußgängerwege und landwirtschaftliche Fahrwege. Die Bahnhöfe und anderen Bahngebäude nutzte man teilweise weiter. So diente das ehemalige Weißiger Bahnhofsgebäude dann als Sportkasino der Sportgruppe des Kernforschungsinstitutes Rossendorf. Den Weißiger Bahnschuppen nutzte eine Baugenossenschaft als Materiallager. Die Gebäude der zwischen Schullwitz und Eschdorf gelegenen ehemaligen Bahnhaltestelle verwendete die dortige landwirtschaftliche Genossenschaft für Lagerzwecke. Auch Cunnersdorf besaß eine Haltestelle (nahe des Dorfteiches).

Am Weg Reitzendorf-Meixmühle ging im Jahr 1873 eine Ziegelei in Betrieb. Noch in der Zeit der DDR baute man in den nahe gelegenen Lehmgruben pleistozänen Geschiebelehm ab.

Die um 1900 aufgekommenen Pläne, die Orte Zaschendorf und Borsberg wegen ihrer landschaftlich reizvollen Lage als Luftkurort und Sommerfrische zu führen - mit einer Drahtseilbahn am Elbtalhang, zerschlugen sich bald wieder. In Borsberg hatte man dafür bereits villenähnliche Wohngebäude geschaffen und angeblich heilkräftige Quellen gefasst.

Im März 1945 zerstörte ein anglo-amerikanischer Bombenangriff den Ort Borsberg fast vollständig. Zwölf Menschen fielen diesem sinnlosen Luftangriff zum Opfer. Beim Wiederaufbau in sehr aufgelockerter Form blieb der platzartige Ortsgrundriss annähernd erhalten.



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