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Stadtteile Seidnitz und Dobritz
Lage der Seidnitzer Flur: ungefähr zwischen dem Altenberger Platz im Norden, der Paracelsusstraße im Osten, der Eisenbahnlinie im Süden und der Liebstädter Straße im Westen
Aus der Geschichte von Seidnitz
um 1370: erste Erwähnung des Sees am Pirnaischen Weg (zwischen Bodenbacher und Winterbergstraße, zum südlichen Elbe-Altarm des Seidnitzer Gebietes gehörend, noch bis 1898 mit schilfbewachsenen Seewiesen und stellenweise offenem Wasser, nach der Inbetriebnahme des Tolkewitzer Wasserwerkes infolge des sinkenden Grundwasserspiegels verlandet), 1378: urkundliche Ersterwähnung des Platzdorfes als Syticz (altsorbisch: Leute des Zideta) (auf einer flachen Erhebung zwischen zwei Elbe-Altarmen nahe der Kreuzung Bodenbacher/Enderstraße gelegen), Vorwerk Seidnitz zunächst im Besitz des Burggrafen von Dohna, 1388: Erwähnung einer Stiftung des mit dem Vorwerk erwirtschafteten Zinserlöses zugunsten des Frauenkirchhofes, um 1445: Seidnitz im Besitz des Meißner Domstifts, ab 1546 (nach der Reformation): unter Verwaltung des Dresdner Religionsamtes und des Brückenamtes des Dresdner Rates, Pflugdienste der Bauern für das Ostra-Vorwerk, 1891: Bau der Pferderennbahn Seidnitz, um 1900: Entwicklung zu einem vorstädtischen Wohngebiet (etwa 90 Häuser), nach 1900: Ansiedlung mehrerer Industriebetriebe längs der Eisenbahnstrecke nach Pirna, 1902: Eingemeindung nach Dresden, nach 1924: Beginn eines umfangreichen genossenschaftlichen Wohnungsbaus (vor allem südlich der Bodenbacher Straße), Zeit der DDR: Standort großer Industriebetriebe (z.B. Chemieanlagenbau südlich und Robotron-Elektronikwerk nördlich der Bodenbacher Straße), sehr intensive Wohnbebauung (vor 1970 in Großblockbauweise, nach 1970 in kostensparender Plattenbauweise)
nur wenig erhalten gebliebene historische Bausubstanz: z.B. Haus Altseidnitz 2 (ehem. Spritzenhaus, Inschriftentafel mit Jahreszahl 1765) |
Aus der Geschichte von Dobritz
1378: urkundliche Ersterwähnung als Doberwicz (altsorbisch: Leute des Dobr), Altdobritz ging aus der Vereinigung des Sackgassendorfes Großdobritz mit der Wüstung Lippen und dem Bauernweiler Kleindobritz hervor, Grundherren der Dobritzer Flur waren u.a. Lehnsherren zu Bärenstein, Rottwerndorf und Borthen, der Rat zu Pirna und (in Kleindobritz) das Religionsamt des Dresdner Rates, 1582 bis Anfang des 19. Jahrhunderts: Großdobritzer Erbgerichtsbarkeit in der Hand der Familie von Bünau (Weesenstein), 18. Jahrhundert: zum Ackerbau kamen Heimgewerbe wie Spinnen, Zwirnen und Strohflechten hinzu, Ende des 19. Jahrhunderts: Bau eines Wohngebietes für Niedersedlitzer Arbeiter, Übersiedlung mehrerer Großgärtnereien aus dem nun städtisch bebauten Striesen (um 1895 gab es 7 Dobritzer Gärtnereibetriebe), 1884: Gründung einer Gardinenfabrik (Breitscheidstraße 78/84, kurz "Die Gardine" genannt, Zeit der DDR: VEB Plauener Spitze), die Mitarbeiter wohnten zum großen Teil in den nördlich der Breitscheidstraße etwa zeitgleich mit der Fabrik gebauten Häusern), Schokoladen- und Verpackungsmaschinenwerk an der Breitscheidstraße (1957-1964: Neubau mit einem weithin sichtbaren Hochhaus), 1921: Eingemeindung nach Dresden, 1966 (kurz nach Einrichtung des Haltepunktes Dobritz an der Bahnstrecke nach Pirna): Beginn eines intensiven Wohnungsbaus
historische Bausubstanz: einige Gutshöfe (Altdobritz 2 und 3), Fachwerkhäuser (Altdobritz 15) und schmalgiebelige Drescherhäuser (Pirnaer Landstraße 30, 32 und 34), Reste des Vorwerks (Stadtgutes, Pirnaer Landstraße 38) |
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