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Gemäldegalerie (Sempergalerie) ![]() Bild: Fassade der Sempergalerie zum Theaterplatz
Die Elbseite des Zwingers war bis 1847 nur mit einer Mauer verschlossen. Die von Kurfürst Friedrich August I. von Sachsen (August dem Starken) für das Gelände bis zur Elbe geplante Barockanlage, der der Zwinger als Vorhof dienen sollte, wurde nicht mehr verwirklicht. Der Architekt und Professor der Kunstakademie Gottfried Semper (1803-1879) erhielt vom Sächsischen Hof den Auftrag, dieses Gelände repräsentativ zu bebauen. Mit seinem großartigen Forumsplan konnte er sich bei der sächsischen Administration nicht durchsetzen, deshalb entschloss er sich, die Elbseite des Zwingers mit einem Galeriegebäude zu schließen. ![]() Im Stil des Barock oder Neobarock, der dem Elbflügel des Zwingers sicher angemessen wäre, wollte der der Neorenaissance verhaftete Architekt nicht bauen. Vielmehr war damals ein Galerietyp, wie er z.B. in der Alten Pinakothek von Leo von Klenze in München zum Ausdruck kam, in Mode. Die Fassade der Gemäldegalerie zum Theaterplatz hin sollte auch gut zu Sempers Erstem Hoftheater passen, das seit 1841 hier stand (1869 abgebrannt und durch die Semperoper ersetzt). So wählte Semper den Stil der italienischen Hoch-Renaissance für die Gemäldegalerie. ![]() ![]() Die Zwingerhof-Fassade der Gemäldegalerie zeigt Sempers Bemühen um eine vorsichtige Annäherung an das barocke Umfeld: er setzte eine Terrasse davor, nahm das oberste Stockwerk zurück, fügte eine zweite Balustrade ein, wiederholte die Fenstergestaltung des Zwingers und ließ die dreieckigen Fenstergiebel weg. Der im Stil eines römischen Triumphbogens gebaute Mittelteil zeigt ebenfalls eine gewisse Annäherung an die anderen Tordurchgänge des Zwingers. Dennoch wirkt die Sempergalerie vom Zwingerhof gesehen etwas befremdlich inmitten der prächtigen Barockbauten. ![]() ![]() Bilder: Details an der Zwingerhofseite der Sempergalerie Nach seiner Beteiligung am Maiaufstand 1849 musste Gottfried Semper aus Sachsen fliehen. Bernhard Krüger und Karl Moritz Haenel beendeten den Bau der Sempergalerie bis 1854. Im Jahr 1849 wurden die Bildhauer Ernst Julius Hähnel und Ernst Rietschel mit einer nachträglichen, ursprünglich nicht geplanten figuralen Ausstattung der Fassaden beauftragt. Auf der Zwingerhofseite sind christliche und auf der Theaterplatzseite antike Themen dargestellt. Karl Moritz Haenel wählte in Abweichung von Sempers Plänen eine flache, den Zwinger weniger hoch überragende Kuppel für den Galeriebau. Diese schmucklose, ein wenig unvollendet wirkende Kuppel steht - aus heutiger Sicht - in einem recht unangenehmen Kontrast zum baulichen Umfeld, insbesondere zu den Barockbauten des Zwingers. Bei den Bombenangriffen im Februar 1945 erlitt die Sempergalerie schwere Schäden. Sprengbomben zerstörten den Westflügel, der Ostflügel brannte aus. Sofort nach dem Krieg erfolgte die Sicherung der Ruine. Die Rückgabe der Kunstwerke der Dresdner Gemäldegalerie durch die sowjetische Regierung im Jahr 1955 trug sehr zur Beschleunigung des im selben Jahr begonnenen Wiederaufbaus der Sempergalerie bei. Am 3. Juni 1956, zur 750-Jahr-Feier Dresdens, eröffnete die Gemäldegalerie im wiederhergestellten Ostflügel. Der von Sempers Plänen abweichende Innenausbau ermöglicht eine neue Art der Präsentation der Gemälde. Im Jahr 1960 war dann auch der Westflügel fertiggestellt. Zwischen 1988 und 1992 erfuhr die Sempergalerie eine umfassende Restaurierung. Die Gemäldegalerie Alte Meister zeigt sich nun wieder mehr nach Sempers Gestaltungsplänen. Die seit dem Wiederaufbau im Südostflügel untergebrachte Rüstkammer zieht nun in das Residenzschloss um. nach oben |