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Semperoper: Aus der Geschichte

Erstes Hoftheater
Erstes Hoftheater
Zwischen 1838 und 1841 errichtete Gottfried Semper in Dresden das Hoftheater, ein Bau im Stil der Früh-Renaissance (Bild: nach einer alten Grafik, verändert). Mit Carl Maria von Webers "Jubel-Overtüre" und Goethes Schauspiel "Torquato Tasso" wurde es eingeweiht.
Der berühmte Komponist Richard Wagner war von 1843 bis 1849 als Kapellmeister im Ersten Hoftheater tätig. In dem Haus wirkten auch die Dirigenten Gottlieb Reissiger und Julius Rietz, die Sängerinnen Wilhelmine Schröder-Devrient, Jenny Ney, Aloyse Krebs-Michalesi, die Sänger Anton Mitterwurzer, Joseph Tichatschek, Ludwig Schnorr von Carolsfeld, die Schauspielerinnen Franziska Berg, Maria Bayer-Bürck, Pauline Ulrich und die Schauspieler Emil Devrient, Bogumil Dawison und Gustav Räder.

Gipsmodell für den Giebelschmuck "Die Musik" des Ersten Hoftheaters von Ernst Rietschel
Bild: Giebelschmuck "Die Musik" von Ernst Rietschel am Ersten Hoftheater, hier als Gipsmodell (die Sandsteinausführung fiel dem Brand des Hoftheaters im Jahr 1869 zum Opfer)

Im Jahr 1869 wurde das Erste Hoftheater von einem durch Fahrlässigkeit ausgelösten Brand zerstört. Noch im selben Jahr errichtete man hinter dem Zwinger einen Ersatzbau (den die Dresdner in ihrem typischen Feingefühl "Bretterbude" nannten). Hier fanden auch die ersten Aufführungen des berühmten Dirigenten Ernst Edler von Schuch statt.


Zweites Hoftheater - Die Semperoper
In den Jahren 1871 bis 1878 wurde das später Semperoper genannte Zweite Hoftheater neben dem Standort des abgebrannten ersten Hauses errichtet. Gottfried Semper hatte es vollkommen neu entworfen. Der Abstand zur Gemäldegalerie fiel nun größer aus als beim Ersten Hoftheater: zum einen, damit der Blick auf das Galeriegebäude weniger verstellt wird und der Theaterplatz einen wirksameren Abschluss nach Nordwesten erhält, zum anderen - nach den schlechten Erfahrungen mit dem Ersten Hoftheater - aus Gründen des Feuerschutzes. Das Übergreifen eines Feuers auf die Gemäldegalerie wäre angesichts der unersetzlichen Kunstwerke in diesem Gebäude nicht auszudenken.

Gottfried Semper war beim Bau des neuen Opernhauses nicht anwesend. Im Jahr 1849 hatte er, ebenso wie z.B. Richard Wagner, wegen seiner Teilnahme am Maiaufstand aus Dresden fliehen müssen. Semper war dann noch 15 Jahre lang von der Sächsischen Polizei steckbrieflich gesucht worden. Er weigerte sich auch später noch, nach Sachsen zu kommen. Allerdings hatten sich progressive Kräfte in Dresden soweit gegen die konservative sächsische Administration durchsetzen können, dass sie Gottfried Semper in der Ferne, in Wien, mit der Projektierung des Neubaus beauftragen konnten. Vor Ort führte sein Sohn Manfred Semper die Bauaufsicht. Dessen Bruder Emanuel Semper war für die Dekoration des Bauwerkes zuständig.

Semperoper
Das neue Opernhaus wirkt schwerer als das Erste Hoftheater, welches in den heiteren und klaren Formen der Früh-Renaissance gestaltet war, erscheint dafür aber eleganter, würdevoller und festlicher.

An der plastischen und malerischen Ausgestaltung der Fassade und des Inneren des neuen Opernhauses wirkten fast alle bedeutenden Dresdner Künstler der Bauzeit mit.


Von der Königlichen Oper zur Sächsischen Staatsoper
Nach der Eröffnung des Zweiten Hoftheaters im Jahr 1878 mussten sich zunächst das Schauspiel und die Oper in das Haus teilen. Erst nachdem im Jahr 1888 das unter der Bauleitung von Bernhard Schreiber im Stil der Neo-Renaissance errichtete Albert-Theater am Albertplatz in der Neustadt in Betrieb ging, konnten das Königliche Schauspiel und die Königliche Oper nun in jeweils eigenen Häusern spielen (das nach den Bombenangriffen im Februar 1945 ausgebrannte Albert-Theater wurde 1948 abgebrochen).

An der Königlichen Oper wirkte von 1878 bis 1914 Generalmusikdirektor Ernst Edler von Schuch, der 51 Uraufführungen leitete, unter anderem "Salome" (1905), "Elektra" (1909) und den "Rosenkavalier" (1911) von Richard Strauss (mit Max Reinhardt als Regisseur).

In ganz Europa berühmt waren die Sängerinnen der Königlichen Oper Therese Malten, Marcella Sembrich, Marie Wittich, Eva von der Osten, Elisabeth Rethberg, Meta Seinemeyer, Maria Cebotari und die Sänger Lorenzo Riese, Anton Erl, Karl Perron, Karl Scheidemantel und Friedrich Plaschke.

Im Jahr 1918, nach dem Ende der sächsischen Monarchie, wurde das Haus in Sächsische Staatsoper umbenannt.

Generalmusikdirektor Fritz Busch wirkte von 1922 bis 1933 (bis zu seiner Entlassung durch die Nationalsozialisten) an der Sächsischen Staatsoper. Er leitete zahlreiche Uraufführungen und machte sich um die Pflege von Verdi- und Mozartopern verdient. Auch unter seinem Nachfolger Karl Böhm bestätigte die Staatskapelle ihren Ruf als eines der besten Orchester der Welt.


Wiederaufbau
Die Bombenangriffe im Februar 1945 ließen vom Opernhaus nur eine Ruine zurück. Später, im Jahr 1948, kam es trotz einer aufwendigen Sicherung der Bausubstanz zu weiteren Einstürzen, sodass sogar der Abriss der Ruine zur Diskussion stand. Die Rettung des Bauwerkes ist dem Engagement des Architektenverbandes, einer großen Unterschriftensammlung der Arbeiter des Sachsenwerkes Niedersedlitz und vieler Künstler sowie einem Gutachten des Sächsischen Landesamtes für Denkmalpflege zu verdanken.

Zwischen 1953 und 1955 fanden Sicherungs- und Rohbauarbeiten statt, die zur Hälfte durch Spenden Dresdner Bürger finanziert wurden. Im Jahr 1977 begann der Wiederaufbau unter Leitung des Architekten Wolfgang Hänsch.

Der Wiederaufbau des Opernhauses erfolgte nach Sempers Plänen. Nur der Bühnenturm wurde leicht vergrößert, damit er die neue Bühnentechnik aufnehmen kann. Zum Glück hatten auch Sempers Entwürfe für die Innenausmalung und Innenausgestaltung den Krieg überstanden, womit eine originalgetreue Wiederherstellung der Räume des Opernhauses möglich wurde. Dazu hatte bereits 1970 eine Probe-Restaurierung stattgefunden. Diese Arbeiten stellten eine der größten Herausforderungen für das Dresdner Institut für Denkmalpflege dar, wurden jedoch in höchster Qualität vollendet.

Die Einweihung des neuen Opernhauses am 13. Februar 1985, zum 40. Jahrestag der Zerstörung Dresdens, fand vor hochrangigem Publikum mit einer festlichen Aufführung des "Freischütz" von Carl Maria von Weber statt (diese Oper war am 31. August 1944 als letzte Aufführung vor der Zerstörung des Hauses gespielt worden).

Semperoper, davor der Zwingerteich
Bild: Semperoper, davor der Zwingerteich



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