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Strehlen
Die sich von der Bürgerwiese bis zum Koitschgraben erstreckende Strehlener Flur bestand einst aus zwei Teilen - der Herrenflur (Vorwerksflur) auf dem Frankenberg und der Bauernflur. Letztere umfasste den Bereich "Vor dem Steine" zwischen Altstrehlen und der Bürgerwiese und den Bereich "Hinter dem Steine" an der Reicker Straße. Mit "Stein" ist der zutage tretende Plänerkalkstein gemeint, der später auch in Steinbrüchen abgebaut und in einem hier betriebenen Kalkofen gebrannt wurde. Auf der "Stein"-Höhe steht die Christuskirche (s. unten). Die zur Kirche führende Elsa-Brandström-Straße hieß früher "Auf dem Berge". Aus alten Urkunden ist bekannt, dass in Strehlen erwirtschaftete Zinsen auch an das Meißner Lorenzhospital flossen. Der größte Teil von Strehlen wurde ab 1307 von dem seit 1288 bestehenden, zum Kloster Altzella gehörenden Klosterhof Leubnitz verwaltet. Um 1312 erwarb das Kloster auch die Hälfte des Strehlener Vorwerks. Nach der Reformation (1539) übte der Dresdner Rat die Gerichtsbarkeit in den ehemaligen Klosterhof-Ländereien aus. Ab 1550 erwarben mehrere Dresdner Bürger Land auf der Strehlener Flur. Im Jahr 1676 mussten die Strehlener Grundeigentümer etwa 60 ha Acker- und Wiesenfläche für die Anlage des Kurfürstlichen Großen Gartens abtreten. Zum großen Dorfkern Strehlens gehören neben Altstrehlen auch die Kreischaer Straße und die Anfänge der Dohnaer und der Mockritzer Straße. Hier blieben einige große Vier- und Dreiseithöfe mit alten Torbögen und Pforten erhalten. Auf dem ehemaligen Dorfanger, der vom Kaitzbach durchflossen wird, sind heute Kleingartenanlagen zu finden. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Strehlen zu einem vornehmen Villenviertel. Anders als im Schweizer Viertel oder an der Bürgerwiese überstanden hier die Parkanlagen und einige Villen (z.B. an der Tiergartenstraße) die Bombenangriffe im Februar 1945. Auch an der Parkstraße, der Wiener Straße und im Bereich Wasaplatz blieben Häuser aus den Jahren 1870 bis 1900 erhalten. Nach der Eingemeindung Strehlens nach Dresden im Jahr 1892 trat im Jahr 1899 ein Bebauungsplan in Kraft, der den Stadtteil von größeren gewerblichen Anlagen frei hielt. Wegen der häufigen Überschwemmungen im Kaitzbachgelände baute man einen Flutkanal bis zur Lingnerallee. Am früheren Standort des "Roten Hauses", eines Forsthauses mit Schenke, entstand um 1900 die Königliche Villa. In der Zeit des Nationalsozialismus war hier die Sächsische Militärverwaltung eingerichtet. Nach dem Krieg, in den Jahren 1945 bis 1952, dienten die Gebäude an der August-Bebel-Straße als Sitz der Sächsischen Landesregierung, danach als Militärakademie. Die in den 1920er und 1930er Jahren im Bereich der Teplitzer und der Lockwitzer Straße errichteten Wohnblocks und Kleinhaussiedlungen überstanden den Krieg ohne größere Schäden. Wo im Jahr 1910 das aus der Friedrichstadt kommende Lehrerseminar Neubauten bezogen hatte, war hier an der Teplitzer Straße 16 in den Jahren 1923 bis 1935 das Pädagogische Institut untergebracht. Danach zog die Hochschule für Lehrerbildung ein. Bei den Bombenangriffen im Februar 1945 erlitten die Gebäude schwere Schäden. Seit dem (von Heinrich Rettig geleiteten) Wiederaufbau der drei in stumpfem Winkel zueinander stehenden Gebäudeflügel sind hier Institute der Technischen Universität eingerichtet. Die im Jahr 1925 gegründete Dresdner Schule für künstlerischen Tanz erlangte durch Tänzerinnen wie Mary Wigman und Gret Palucca weltweite Berühmtheit. Die Nationalsozialisten schlossen die Schule im Jahr 1939. Im Jahr 1945 wurde sie in einem neuen Schulgebäude am Basteiplatz wiedereröffnet. Im Herbst 2004 erhielt die Palucca-Schule einen vom Hannoveraner Architektenbüro Storch, Ehlers & Partner projektierten modernen Erweiterungsbau. Christuskirche Strehlen ![]() Die von Rudolf Schilling und Julius Gräbner zwischen 1903 und 1907 aus Sandstein errichtete Christuskirche zeigt sich ganz modern im Jugendstil ohne Anklänge an historische oder Neostile wie Neobarock, Neorenaissance, Neogotik oder Neoromanik. Sie gehört zu den ersten Kirchenneubauten Deutschlands dieser Art seit dem Wegfall des zwischen 1861 und 1894 für evangelische Kirchenbauten geltenden Eisenacher Regulativs, das die Baustile Gotik oder Romanik vorschrieb. Die mit einem 66 m hohen Doppelturm ausgestattete Kirche zählt zu den bedeutendsten Werken des späten, zum Monumentalen strebenden deutschen Jugendstils. Die wertvolle Jugendstil-Innenausstattung der Kirche ging bei den anglo-amerikanischen Bombenangriffen im Februar 1945 verloren, darunter auch die Wand- und Deckenbilder des bedeutenden Jugendstil-Malers Otto Gussmann (von ihm blieb unter anderem die Ausmalung des Treppenaufganges im Neuen Rathaus erhalten). Die durch Bomben beschädigte Christuskirche wurde bis 1954 außen originalgetreu, innen dagegen vereinfacht wiederhergestellt. Neben der Christuskirche steht ein im Jahr 1937 errichtetes, mit einem zierlichen Dachreiter geschmücktes Kirchgemeindehaus, dessen Saal für Vorträge und andere Veranstaltungen genutzt wird.
Bild: Christuskirche in Strehlen nach oben |