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Stadtteil Striesen
Lage der Flur Striesen: annähernd zwischen Teutoburg-, Kyffhäuser- und Niederwaldstraße im Norden, Comenius-, Hepke- und Eibenstocker Straße im Süden sowie Hutten-, Krenkel- und Heubnerstraße im Westen
Aus der Geschichte von Striesen
1350: urkundliche Ersterwähnung des Platzdorfes als Stresen (altsorbisch: Leute des Streza), um 1445: Dorf und Vorwerk im Eigentum des Meißner Domstifts, nach der Reformation: Verwaltung durch das Kurfürstliche Amt und das Dresdner Religionsamt, 1676: Ankauf von Land Striesener Bauern für die Einrichtung des Kurfürstlichen Großen Gartens, um 1700: Erwähnung von etwa 70 Haushalten im Dorf Striesen (Bauern und zahlreiche arme Häusler, vor allem Tagelöhner und Handwerker), 1768: Verlegung der bis dahin durch die engen Gassen des Dorfes Striesen verlaufenden Pillnitzer Landstraße (der Knick zwischen der Borsberg- und der Schandauer Straße geht auf diese Straßenverlegung zurück; 1765 hatte der kurfürstliche Hof unter Friedrich August III. das Schloss Pillnitz als Sommerresidenz zu nutzen begonnen, was eine schnellere Straßenverbindung nach Pillnitz erforderlich machte),
1858-1880: Entstehung der Siedlung Neustriesen zwischen der Hutten- und der Rosa-Menzer-Straße, 1860: Schließung der Johanniskirche wegen Baufälligkeit (war ab 1650 von den Nachfahren böhmischer Einwanderer genutzt worden), 1860: Ortsstatut für die weitere Entwicklung Striesens, 1872: Inkrafttreten eines Bebauungsplanes (offene Bebauung mit zwei- bis dreistöckigen Häusern; in Ost-West-Richtung verlaufende Straßen mit Buchstaben und in Nord-Süd-Richtung verlaufende Straßen mit Zahlen benannt), 1874: Aufhebung der Bausperre im Umfeld des Großen Gartens und Beginn der Bebauung der Johannstadt, dadurch Ausweichen vieler Gärtnereibetriebe von dort nach Striesen (vor allem in das Gebiet um die Borsberg- und die Geisingstraße, 1890 gab es mehr als 50 große Gärtnereien in Striesen), 1880: Einweihung der neogotischen Erlöserkirche (Wittenberger Straße, Ecke Paul-Gerhardt-Straße, Architekt: Ludwig Möckel) - benannt nach der Prager Erlöserkirche (Salvator-Kirche), bis Ende des 19. Jahrhunderts: Betrieb mehrerer Lehm- und Kiesgruben zwischen der Bergmann-, der Schlüter- und der Schandauer Straße (nach deren Stilllegen und Auffüllen breiteten sich hier Kleingartenanlagen aus), 1892: Eingemeindung nach Dresden, Beginn eines umfangreichen Wohnungs- und Gewerbebaus, Verlegung vieler Gärtnereien weiter nach Osten (nur an der Geisingstraße blieben noch einige eine Zeit lang erhalten), 1899: Umzug des Freimaurerinstituts (eine höhere Heimschule, ging aus einer nach der Hungersnot von 1771/72 durch Freimaurerlogen gegründeten Armenschule hervor) von der Institutsgasse (Friedrichstadt) nach Striesen (Eisenacher Straße 21) in ein um 1898 errichtetes neogotisches Gebäude (nach 1945 bezogen hier die ausgebombte Kreuzschule und der Kreuzchor ihr Ausweichquartier), 1905-1909: Bau der Versöhnungskirche (neo-romanischer Bau mit Jugendstil-Elementen, Entwürfe: Gustav Rumpel und Arthur Krutzsch, Innenausstattung mit Jugendstilmalerei von Otto Gussmann), Mahnmalbrunnen (den Opfern des Ersten Weltkrieges gewidmet) mit bronzener Jesusfigur (1928, Selmar Werner), 1905: Vollendung der Herz-Jesu-Kirche (für die vielen katholischen Einwanderer jener Zeit baute man überall in Dresden neue katholische Kirchen),
ab 1900: Zusammenwachsen von Striesen mit den umliegenden Stadtteilen zu einem geschlossenen Siedlungsgebiet, Auffüllen der Baulücke zum Großen Garten hin, Erweiterung von Neu-Striesen (dadurch verschwand der "Tännicht", ein auf mageren Talsanden wachsender lichter Wald), Ansiedlung von Betrieben der Leichtindustrie an der Schandauer Straße (z.B. der Foto-, Druck-, Kartonagen- und Zigarettenindustrie), um 1900: Umzug der bis dahin in der Johannstadt betriebenen Zigarettenfabrik "Jasmatzi" nach Striesen (Schandauer Straße 68, 1912 in neue Gebäude an der Glashütter Straße 94 verlagert, ab 1924 zum Reemtsma-Konzern gehörend), 1912: Inbetriebnahme der Zigarettenfabrik von Wilhelm Lande aus Halberstadt im Gebäude der vorh. Zigarettenmaschinenfabrik Junghansstraße 5, 1918: Fertigstellung des Ernemann-Neubaus (Neubau für die Fotokamera-Werkstätten von Heinrich Ernemann, der Turm wurde das Warenzeichen des bekannten Kameraherstellers Pentacon, seit der Zeit der DDR: Technische Sammlungen der Stadt Dresden mit Technischem Museum), Februar 1945: Zerstörung eines großen Teiles des historischen Dorfkerns von Striesen sowie großer Bereiche der Wohnviertel an der Schandauer und der Borsbergstraße durch die englisch-amerikanischen Bombenangriffe, ab 1956: Wiederaufbau des Stadtteils (erstmaliger Einsatz der Großblockbauweise im Dresdner Wohnungsbau) |
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