Trachauer Flur: zwischen der Leipziger Straße im Süden, der Jungen Heide im Norden und der Bolivarstraße im Nordosten gelegen
Aus der Geschichte von Trachau
1242: urkundliche Ersterwähnung des Straßenangerdorfes (mit Gewannflur an einem ehemaligen Elbelauf) als Trachenowe ("Siedlung bei den Drachenbergen"),
vor 1446: Weinpflanzungen der Altendresdner Augustinermönche am "Alten Trachenberge" (Mönchsweinberg an der Schützenhofstraße 2 später "Roter Ochse" genannt), bis zur Reformation: Vorwerk Trachau im Besitz des Meißner Domstifts, dann ab 1541 unter der Verwaltung des Altstädter Religionsamtes des Dresdner Rates (Ratswirtschaft / Forbrige, Vorwerksland unter Bewirtschaftung der Forbrig-Bauern), 1617: Erwähnung von 5 Bauernwirtschaften im Gebiet des "Ratsteiles" des ehem. Vorwerkslandes, daneben bestand die dem Kurfürsten unterstehende Amtsgemeinde mit dem Dorf Alttrachau (8 Bauernwirtschaften gegen Anfang des 17. Jahrhunderts), Vieh-Waldweide in der Jungen Heide (die heutige Wilder-Mann-Straße ging aus dem damaligen Viehweg "Triebe" hervor)
1614: Überlassung eines etwa 1.400 qm großen Grundstücks (Leipziger Straße 210) durch den Kurfürsten an Martin Schumann, Entwicklung einer neuen Häusler-Siedlung (Landlose und Landarme, unter anderem in der Weinbauwirtschaft an der Neuländer Straße beschäftigt) in diesem Gebiet (um 1675: 9 Grundstücke, aber dann bis um 1725 kein weiterer Zuzug von Häuslern wegen der sehr hohen Abgaben für Neusiedler, dann Anwachsen der Siedlung bis 1801 auf 25 Anwesen), 1661: Waldrodung und Anlage von Weinbergen und Feldern im Nordwesten der Flur (im Gebiet Neuländer Straße) durch die Bauern der Amtsgemeinde gegen Zinszahlung an den Kurfürsten, Bewirtschaftung des etwa 1 ha großen Weinbaugebietes "Angelegter" (im Bereich Schützenhof-/Geblerstraße) durch die Forbrig-Bauern (noch heute alte Weinbergsmauern im Gebiet Schützenhofstraße 155)
bis 1781: Bau der neuen Meißner Poststraße, 1788: Ansiedlung eines Schmieds (Weinberggrundstück Leipziger Straße 206) und eines Fleischers - zugleich Gastwirt des Gasthauses "Goldenes Lamm", 1874: Bau des Schützenhofes (Übungsplatz der Dresdner Scheibenschützengesellschaft - Name "Schützenhofstraße"), 1878: Gründung der beliebten Gaststätte "Waldvilla" durch den Dresdner Seifensiedermeister Moritz Gebler an der Leipziger Straße 300, Beginn einer stärkeren Besiedlung des Gebietes Trachau, um 1900: Entwicklung eines kleinen Geschäftszentrums im Umfeld des "Goldenen Lammes", aber keiner bedeutenden Industrie (u.a. wegen dem fehlenden Eisenbahnanschluss), 1903: Eingemeindung nach Dresden, 1926: Bau einer damals sehr modernen großen Wohnsiedlung (Stil der neuen Sachlichkeit, Architekt: Hans Richter) zwischen der Aachener, der Kopernikus- und der Schützenhofstraße, 1927-1929: Bau des Trachauer Gemeindezentrums (Bauhaus-Stil, Architekt: Oswin Hempel) mit der Apostelkirche
historische Bausubstanz: einige alte Zwei- und Dreiseithöfe, Haus Henricistraße 4 (1642, ältestes Haus von Alttrachau), Haus Rietzstraße 14 ("Wasserschloss", Hauptgebäude einer ehem. Ziegelei, überstand das Hochwasser im Jahr 1845 unbeschadet), Steinsäule mit Hochwassermarken (1784: 0,85 m, 1845: 1,20 m) an der Rückseite des Hofes Alttrachau 17, 2 Dorfteiche ("Große Pfütze" und "Kleine Pfütze") als Überbleibsel des einstigen Elbe-Altarmes |