Dresden und Sachsen
Inhalt
Landkarte
Einführung
Geschichte
Dresden
Stadtplan
Einführung
Stadtgeschichte
Staatl. Kunstsammlungen
Schlosskomplex
Theaterplatzbereich
Brühlsche Terrasse
Neumarktbereich
Altmarktbereich
Innere Vorstädte Altstadt
Innere Neustadt
Elbe, Elbbrücken
Stadtteile Nordwest
Stadtteile Nord
Stadtteile Nordost
Stadtteile Ost
Stadtteile Südost
Stadtteile Süd
Stadtteile Südwest
Stadtteile West
Dresdner Umland
Oberlausitz

Links
Angebote
Buch, CD
Impressum

Copyright

Texthinweis Landeskundlicher Reiseführer
StartseiteLandeshauptstadt Dresdendresden-und-sachsen.de
Innere Vorstädte der Altstadt
SeitenGeschichte | Wilsdruffer V. | Seevorstadt | Pirnaische V. | Landtag | Erlweinspeicher | Kongresszentrum | Hauptbahnhof | Bürgerwiese | Hygiene-Museum | Großer Garten | Botan.Garten | Zoo | Gläserne Fabrik

Wilsdruffer Vorstadt
Lage: westlich der Inneren Altstadt zwischen der Elbe, dem Postplatz, der Falkenstraße/Annenstraße und der Könneritzstraße (auf dem östlichen Teil des Schwemmfächers des Flusses Weißeritz, der bis zu seiner Verlegung nach Cotta um 1893 westlich der Marienbrücke in die Elbe mündete)

Elbfront der Wilsdruffer Vorstadt
Erlweinspeicher hinter dem Landtagsgebäude
Bilder: Elbfront der Wilsdruffer Vorstadt (ehem. Kleines Ostra-Gehege) vom Neustädter Elbufer über die Elbe gesehen; Bild oben von links nach rechts: Landtagsgebäude (ehem. Packhofgelände) mit dem neuen Anbau (Plenarsaal) am Elbufer, Hotel Maritim (ehem. Erlweinspeicher; links dahinter das Haus der Presse), Kongresszentrum, dahinter die Yenidze (Tabakmoschee)


Postplatz
Aus der Geschichte
1809-1829: Abbruch der Dresdner Stadtfestung, 1832: Bau eines Postgebäudes (später: Telegraphenamt) am Ort des einstigen mächtigen Wilsdruffer Tores der Stadtfestung, Anlage der Wallstraße und der Marienstraße auf dem Gelände des ehemaligen Stadtwalles und des zugeschütteten Stadtgrabens sowie nördlich davon eines großen Platzes - wegen des hier stehenden Postgebäudes Postplatz genannt, Februar 1945: Zerstörung des gesamten Umfeldes des Postplatzes (bis dahin ein dicht umbauter, belebter und verkehrsreicher Platz) durch die englisch-amerikanischen Bombenangriffe, Wiederherstellung nur des Schauspielhauses (1948 wiedereröffnet) und des Stadthauses, 1962: Abbruch der teilzerstörten Sophienkirche (trotz eines wiederaufbaufähigen Zustandes)

Postplatz um 1900
Bild: Postplatz um 1900 (nach einem alten Foto, verändert); im Hintergrund die Türme der Sophienkirche, in der Mitte links der Cholerabrunnen an seinem früheren Standort (heute am Taschenbergpalais)
Stadthaus an der Theaterstraße
Bild: Stadthaus (1922/23, Ludwig Wirth, zur Bauzeit gab es in Dresden wegen der Inflation ansonsten nur wenig Bautätigkeit) an der Theaterstraße am Postplatz (ehem. Gerbergasse, am Ort des sogenannten Mätressenhäuschens), städtisches Verwaltungsgebäude in einem sachlichen, klar gegliederten Bauhaus-Stil mit gerundeter Front

Schauspielhaus (Großes Haus der Dresdner Theater)
Lage: im Norden des Postplatzes
Bauzeit, Architekten:1911-1913, William Lossow und Max Hans Kühne
Merkmale: Jugendstil, wegen der einstigen räumlichen Enge im Baugebiet sehr hoch gebaut, beeinträchtigt mit seiner Höhe und dem Jugendstil die Wirkung der Langgalerien und des Kronentores des nebenan stehenden barocken Zwingers und ergibt auch vom Zwingerhof aus ein recht ungünstiges Bild; zur Milderung dieses Kontrastes ist die nach Osten gerichtete Jugendstil-Fassade mit einigen neobarocken Elementen geschmückt
Nutzung: Spielstätte des Dresdner Staatsschauspiels
Aus der Geschichte: zur Bauzeit mit der damals modernsten Bühnentechnik ausgestattet, Februar 1945: erhebliche Schäden durch die Bombenangriffe (nur die Bühne war noch intakt und konnte einschließlich der Bühnentechnik wiederverwendet werden), 1948: Wiedereinweihung des 1.300 Plätze umfassenden Hauses mit einer Aufführung der Oper "Fidelio", bis 1985 (bis zur Fertigstellung der Semperoper): gemeinsame Nutzung durch Staatsschauspiel und Staatsoper, 1995: Restaurierung des Zuschauerraums (zeigt sich seitdem wieder in seiner ursprünglichen Schönheit)
www.staatsschauspiel-dresden.de

Schauspielhaus am Postplatz
Bilder: Schauspielhaus am Postplatz - Westseite (links) und Ostseite (rechts)


Annenkirche, Annenfriedhof
Annenkirche
Lage: südwestlich des Postplatzes
Bauzeit, Architekt: 1578 (Einweihung, erster evangelischer Kirchenneubau Dresdens, gewidmet der Kurfürstin Anna, der Gemahlin von Kurfürst August von Sachsen), 1764-1769: Wiederaufbau (nach der Zerstörung im Siebenjährigen Krieg) durch Ratsbaumeister Georg Schmid, 1822-1824: Turmbau durch Gottlob Friedrich Thormeyer, 1906-1909: Rekonstruktion (Abriss der baufälligen Kirche und originalgetreuer Wiederaufbau, der Turm von 1824 blieb unverändert)
Merkmale: Stil des Spätbarock, 57 m hoher klassizistischer Turm (einziger Kirchturm dieses Baustils in Dresden); bei den Bombenangriffen im Februar 1945 ausgebrannt, aber schon ab 1950 wieder nutzbar, Turmhaube erst 1997 wiederhergestellt
Annenfriedhof: bis 1717 neben der Annenkirche, dann als Alter Annenfriedhof bis 1914 am Sternplatz und seit 1848 in der Südvorstadt an der Chemnitzer Straße


Ostra-Allee
Lage: vom Postplatz nach Nordwesten verlaufend
Aus der Geschichte: ab 1622: Betrieb des Silberhammers (Vorbereitung der Silbermünzen für die Prägung in der damals neben der Frauenkirche stehenden Silbermünze) am Ort des späteren Schauspielhauses, ab 1739: Anfertigung von Opernkulissen durch Theatermaler im Malersaal (am Malergässchen gegenüber dem Silberhammer), 1744: Ausbau des alten Fahrweges von Dresden zum Vorwerk Ostra (Kammergut Ostra, 1568 eingerichtet) bzw. zur Friedrichstadt (1730 gegründet) zur Prachtstraße, nun Ostra-Allee genannt, Maxstraße als Abzweig in die Friedrichstadt (zur dortigen Ostrastraße, der späteren Friedrichstraße), 1748: Bau des Max-Palais (im Bereich gegenüber der Einmündung der Maxstraße) durch Gaetano Chiaveri (italienischer Baumeister, Erbauer der Katholischen Hofkirche) als Wohnhaus für den Eigenbedarf, 1783: Umbau des Max-Palais im Stil des Klassizismus, 1870: Eröffnung eines Konzertsaals an der Ostra-Allee gegenüber dem Zwinger durch den Dresdner Gewerbeverein (förderte Handel, Gewerbe, Wissenschaft und Kunst), Gründung der Dresdner Philharmonie (ihre Spielstätte - der Konzertsaal - fiel im Februar 1945 den Bombenangriffen zum Opfer), 1881: Schließung des Schlachthofes (des seit 1474 nahe des Standortes des späteren Schauspielhauses bestehenden Kuttelhofes), 1890: Abbruch des Max-Palais, Februar 1945: weitgehende Verwüstung dieses Gebietes durch die Bombenangriffe, wiederhergestellt wurden Zwinger, Schauspielhaus und Marstall, von der Orangerie blieb die Kopffassade als Ruine erhalten

Eingang der Maxstraße gegenüber dem Haus der Presse
Bilder: Eingang der Maxstraße gegenüber dem Haus der Presse (rechts im Bild das art'otel, auf dessen Dach steht eine ziemlich freche Großfigur eines splitternackten Männchens mit erhobenem Mittelfinger)

Haus der Presse
Haus der Presse an der Ostra-Allee
Bilder: Haus der Presse - Zustand in den 1970er Jahren (links) und heutige Fassadengestaltung (rechts)
Lage: Ostra-Allee, gegenüber der Maxstraße
Bauzeit, Architekt: 1958-1965, Wolfgang Hänsch und Herbert Löschau
Merkmale: Gebäude mit 13 Stockwerken in einem für die DDR der 60er Jahre typischen Baustil
Nutzung: Verlagshaus der Sächsischen Zeitung


Kurfürstlicher Marstall, Reithalle
Lage: nordwestlich des Zwingers hinter der Straße "Am Zwingerteich" (früher Stallstraße genannt, an ihr stehen die ehemaligen Pferdeställe)
Bauzeit, Architekt: Reithalle: 1794/95, Oberlandbaumeister Christian Traugott Weinlig
Merkmale: 80 m lange klassizistische Reithalle, Plastik eines antiken Zweigespanns am Fassadengiebel und Reliefschmuck über den Fenstern von Hofbildhauer Franz Pettrich (Professor an der Kunstakademie), nach der Zerstörung im Februar 1945 Wiederaufbau des Marstalls bis 1952
Nutzung: heute als Lager und Theaterwerkstatt

Gebäude des Marstalls
Bilder: Reithalle des Marstalls (im sehr sanierungsbedürftigen Zustand), Portal der Reithalle des Marstalls (nach einem Entwurf des Baumeisters von 1794), ehemalige Pferdeställe des Marstalls an der Straße "Am Zwingerteich" (Bild unten rechts)


Orangerie "An der Herzogin Garten"
Kopffassade der Orangerie An der Herzogin Garten
Lage: Ostra-Allee, gegenüber dem Marstall
Bauzeit, Architekt: 1841, Hofbaumeister Otto von Wolframsdorf
Merkmale: Stil der italienischen Früh-Renaissance, 23 Fensterachsen, im Februar 1945 durch die Bombenangriffe zerstört, seitdem nur eine Ruine der Kopffassade
Nutzung: einst Überwinterung der wärmeliebenden Zierbäume des Zwingers

Bild: Kopffassade der Orangerie (nach einem Entwurf des Baumeisters)

Ruine der Orangerie
Bild: Ruine der Orangerie (Rest der Kopffassade mit den verbliebenen Nischenfiguren "Pomona" und "Flora" von Ernst Julius Hähnel), dahinter erstreckt sich verwildertes Grünland

Kleines (Ostra-) Gehege
Lage: zwischen der Ostra-Allee (einstiger Fahrweg zwischen Dresden und dem Kammergut Ostra) und der Elbe
Aus der Geschichte: 1535: Wechsel des Geländes in den Besitz des herzoglichen Rates Georg von Komerstädt und 1550 in den Besitz von Kurfürst Moritz von Sachsen, Ausbau dieses "Baumgartens zu Klein-Ostra" zum Vorwerk Klein-Ostra (Ostra minor), war dann für die von Nachfolger Kurfürst August von Sachsen geplante bedeutende kurfürstliche Gutswirtschaft zu klein, deshalb richtete dieser im Ort Ostra (im Gebiet der späteren Friedrichstadt) und dessen Nachbardörfern das Vorwerk Ostra ein und überließ Klein-Ostra seiner Gemahlin Kurfürstin Anna, 1573: Abbruch des Vorwerks Klein-Ostra nach Hochwasserschäden, später: Betrieb einer Schmelzmühle an diesem Ort, 19. Jahrhundert: Lager- und Verwaltungsgebäude des Packhofes

Aus der Geschichte der Wilsdruffer Vorstadt
1315: urkundliche Ersterwähnung von Poppitz - einem ehemals sorbischen Dorf am Ostrand der Senke des Weißeritz-Mündungsgebietes (nahe des Standortes der späteren Annenkirche) - als Popuicz und 1350 als Popuwicz (altsorbisch: Leute des Priesters), Weißeritz-Mündungsgebiet (der Fluss Weißeritz mündete bis zu seiner Verlegung nach Cotta um 1893 im Bereich der Marienbrücke in die Elbe): weites flaches, teilweise grundnasses Gelände mit grasreichem Auenwald und zahlreichen Wasserläufen und Tümpeln, auch als Viehweide genutzt ("Viehweide" hieß zuletzt noch der Bereich der heutigen Laurin- und Ritzenbergstraße, wo sich im 18. Jahrhundert die Viehweidegemeinde als eine der zehn Ratsgemeinden Dresdens gründete)

13. Jahrhundert: Gründung eines Spitals für aussätzige Frauen (später Bartholomäushospital mit der ersten Kirche des Vorstadtgebietes) am Anfang der Freiberger Straße, um 1378: Erwähnung von 12 Mühlenwerken am Lauf des Weißeritzmühlgrabens (floss entlang der späteren Rosenstraße), vor 1410: Inbetriebnahme mehrerer Gerbereien im Vorland des Wilsdruffer Tores der Stadtmauer, Bau mehrerer Gasthöfe und Botenherbergen nahe des Bauerndorfes Poppitz an der Freiberger Straße (einer am Wilischen Tor der Dresdner Stadtfestung beginnenden wichtigen Handelsstraße nach Süddeutschland), Bau von Häuslersiedlungen an der Rosenstraße, der Annenstraße und den beiden Plauenschen Gassen, Anlage großer Gärten für Dresdner Adlige im Umfeld des Dorfes Poppitz, langsame Entwicklung (durch Verkehr, Siedlung und Gewerbe) zu einer Vorstadtsiedlung vor dem Wilischen Tor der Stadtfestung, Bau eines Röhrhofes (ein Vorläufer der Stadtwerke) an der Ecke Röhrhofsgasse nahe der Annenkirche für die durch Poppitz führende Weißeritzwasserleitung (Borung und Lagerung hölzerner Wasserrohre der Wasserleitungen/Röhrfahrten)

1480: Umzug der Einwohner der alten Fischersiedlung Altenfischersdorf am Elbufer auf ein Gartengelände an der Annenstraße auf Weisung des Landesherrn, bildete ab 1550 die Fischersdorfer Gemeinde (eine Dresdner Ratsgemeinde, ab 1855 Fischhofplatz genannt, betrieb Fischerei im Mühlgraben und in der Weißeritz von Plauen bis zur Mündung noch bis ins 19. Jahrhundert hinein; letzter Fischbehälter im Ort 1927 zugeschüttet), um 1500: Bau einer Papiermühle am Weißeritzmühlgraben auf Weisung Herzog Albrechts, weitere Mühlen: Tabakmühle bei Poppitz, Hofmühle (1538 erwähnt) am Freiberger Platz, Damm-Mühle an der Großen Zwingerstraße, 1563: Gründung der Annenschule im Bartholomäushospital durch den Dresdner Rat als deutsche Schule (gehörte zu den bedeutendsten Dresdner Schulen), 1568: Bau eines Pestkrankenhauses am Ausgang der Stiftsstraße (heute Alfred-Althus-Straße) zum Wettinerplatz, hier befanden sich auch ein Armenhaus und ein Findelhaus sowie der Pest- und Armenfriedhof (1823 aufgelöst) am Ort des späteren Wettiner Gymnasiums und eine Richtstätte (der "Rabenstein"), 1569: Verkauf der Kunadmühle (stand im Bereich der Kunadstraße) durch die Witwe Kunad an Kurfürst August von Sachsen, um 1600: Verlegung der Annenschule als Chorschule (ab 1619 Lateinschule) in das Umfeld der Annenkirche (1870 in ein neues Schulhaus an der südöstlich der Annenkirche gelegenen Humboldtstraße gezogen, 1936 mit der Oberrealschule Seevorstadt vereinigt)

1699: Eröffnung der "Königlich-Polnischen Kurfürstlich-Sächsischen Glasfabrique" - einer technisch gut ausgerüsteten Glashütte am Weg nach Ostra nahe der Weißeritzbrücke (Ehrenfried Walther von Tschirnhaus, 1651-1708, und Andreas Gärtner, 1654-1727, stellten hier neben hochwertigen Glasgefäßen u.a. auch große Hohlspiegel und Brenngläser her), 1743: Bau einer Armenschule (Ehrlichsches Gestift von Johann George Ehrlich) gegenüber des Spitals, 1759 (im Siebenjährigen Krieg): Brandvernichtung eines Teils der Vorstadt auf Weisung des Kommandanten der preußischen Besatzung Dresdens (um freies Schussfeld für die Abwehr von Belagerern zu schaffen), 1760: Abbrennen der restlichen Häuser durch die Preußen (standen vor der nun von den Österreichern besetzten Stadt), Zerstörung auch der Armenschule und der Annenkirche durch die Kampfhandlungen, 1767: Bau des Schießhauses der Dresdner Scheibenschützen am östlichen Ende der Schützengasse (von der Bebauung der alten Viehweide blieben einige niedrige Häuser aus dem 18. Jahrhundert an der Schützengasse erhalten)

um 1800: nur noch 3 Bauern und etwa 30 Gärtner im Vorstadtgebiet, dagegen zahlreiche Gewerbestätten wie die großen kurfürstlichen Manufakturen am Weißeritzmühlgraben (Spiegelschleife - 1715 aus einem Eisenhammer hervorgegangen, Pulvermühle von 1576 bis 1875, Kanonenbohrwerk 1763 aus dem 1574 gegründeten Kupferhammer umgebaut, ab 1870 Windmotorenfabrik), die Papiermühle, mehrere Mahlmühlen und Gewerbebetriebe (z.B. Schmiede, Schlosser, Nadler, Zinn- und Gelbgießer, Seifensieder, Loh- und Weißgerber, Schuhmacher, Sattler, Beutler, Weber, Tuchmacher, Strumpfwirker, Färber und Branntweinbrenner), 1835 (nach dem 1829 vollendeten Abriss der Stadtfestung): Wilsdruffer Vorstadt zum Dresdner Stadtteil erklärt (zusammen mit der im Westen angrenzenden Friedrichstadt), 1838: Neubau des Maternihospitals an der Freiberger Straße nach Plänen Gottfried Sempers, 1839: Verlegung der (1828 eröffneten) Dresdner Gasanstalt vom Zwingerwall auf das Gelände des Ehrlichschen Gestifts an der Stiftsstraße (heute Alfred-Althus-Straße, dort bis 1895) unter Leitung von Rudolf Sigismund Blochmann, 1843: Ausbau des alten Dorfweges nach Plauen zur Chaussee: ab 1855 Chemnitzer Straße genannt (nach 1945 von der Budapester Straße ersetzt), 1869: Durchbruch der Annenstraße zur Falkenstraße (mit der Falkenbrücke über die Bahngleise erhielt sie Anschluss an die Chemnitzer Straße nach Plauen), 1873-1875: Durchbruch der Wettiner Straße (heute Schweriner Straße, erhielt über die Stiftsbrücke hinweg Verbindung zur Schäferstraße in der jenseits der Weißeritz gelegenen Friedrichstadt), 1883: Bau eines städtischen Lichtwerkes für die Erzeugung von einphasigem Wechselstrom an der Schweriner Straße

1884: Umzug des Wettiner Gymnasiums (war 1879 als zweites städtische Gymnasium im alten Waisenhaus am Georgplatz wegen Überfüllung der Kreuzschule gegründet worden) in einen Schulneubau (heute Hochschule für Musik "Carl Maria von Weber") am Wettiner Platz auf dem Gelände des 1823 aufgelösten Pest- und Armenfriedhofes, Wende 19./20. Jahrhundert: Inbetriebnahme kleinerer Betriebe der Metallindustrie (z.B. um 1900 einer Glockengießerei am Fischhofplatz sowie einer Eisengießerei und einer Blechwarenfabrik an der Falkenbrücke), Schwerindustrie mit rauchenden Schloten war in der königlichen Residenzstadt (in ihren damaligen Grenzen) nicht erlaubt, 1900: Inbetriebnahme des Westkraftwerkes auf dem Gelände des Lichtwerkes (notwendig vor allem auch wegen des höheren Stromverbrauchs durch die Umstellung der bisherigen Pferdebahnen auf elektrischen Betrieb), vom nahen Kohlenbahnhof mit Brennstoff (Kohle aus dem Freitaler Revier) versorgt, ab 1927: Speisung der Stadtheizung (Fernheizung) durch das Westkraftwerk über ein Dampf- und Heißwasser-Leitungsnetz, Umbau des Staatlichen Fernheizwerkes an der Großen Packhofstraße in ein Umformerwerk (Abbruch des großen ummantelten Schornsteins, der bis dahin das elbseitige Stadtbild geprägt hatte)

Februar 1945: Zerstörung großer Teile der Wilsdruffer Vorstadt durch die englisch-amerikanischen Bombenangriffe, zügige Rekonstruktion des Kraftwerks West wegen seiner wichtigen Versorgungsaufgaben nach dem Krieg (später Kraftwerk Mitte genannt), Zeit der DDR: Wiederbebauung mit recht eintönigen Wohnblocksiedlungen (z.T. auch in Plattenbauweise), Wiederaufbau des Volkshauses (1927/28) an der Ritzenbergstraße (nun als Gewerkschaftshaus genutzt), Einzug der Hochschule für Musik "Carl Maria von Weber" in das Gebäude des Wettiner Gymnasiums, August 2002: verheerendes Weißeritz-Hochwassers (der Fluss kehrte zum Teil in sein ehemaliges Bett zurück und überspülte dabei auch große Teile der Wilsdruffer Vorstadt)



Museum KraftWerk - Energietechnische Ausstellung (ehem. Kraftwerk Mitte): s. Museen

www.weisseritzmuehlgraben.de - Geschichte des ehemaligen Weißeritzmühlgrabens in Dresden
 

Queckbrunnen
Bilder: Queckbrunnen, ältester Dresdner Brunnen mit Wasserfontäne, westlich des Postplatzes an der heutigen H.-Lindner-Straße gelegen, 1461 erstmals urkundlich erwähnt als Queckborn, war der Brunnen der Gerbergemeinde; die Storch-Figur (um 1735 auf das Brunnendach aufgesetzt) erinnert an eine Legende, nach der das Wasser des Brunnens kinderlosen Frauen die ersehnte Fruchbarkeit bringt

World Trade Center (WTC)
World Trade Center (WTC)
Lage: Ammonstraße, Ecke Freiberger Straße (im Südwesten der Wilsdruffer Vorstadt)
Bauzeit: 1996 fertiggestellt
Merkmale: Zylinderförmiger 60 m hoher Glasturm, 120 m lange und 23 m hohe glasüberdachte Mall
Name: ergibt sich aus der Zugehörigkeit zum weltweiten WTC-Netzwerk
Merkmale: weithin sichtbarer zylinderförmiger Glasturm, Mall (Einkaufsstraße und Erholungszone), Tiefgarage (bis zu 1000 Autostellplätze)
Nutzung: Hotel, Büros, zahlreiche Geschäfte in der Mall, Zentrale Stadtbibliothek, Theater, Gaststätte, Festsaal

www.wtc-dresden.de


SeitenGeschichte | Wilsdruffer V. | Seevorstadt | Pirnaische V. | Landtag | Erlweinspeicher | Kongresszentrum | Hauptbahnhof | Bürgerwiese | Hygiene-Museum | Großer Garten | Botan.Garten | Zoo | Gläserne Fabrik


  nach oben

Landeskundlicher Reiseführer