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Stadtteil Zschertnitz
Flur: nur 74 ha groß, zwischen dem Zelleschen Weg im Norden, der Caspar-David-Friedrich-Straße im Osten, der Südhöhe im Süden und dem Räcknitzer Marktweg im Westen gelegen

1308: urkundliche Ersterwähnung als Scherschicz, Gut Zschertnitz im Besitz eines Dresdner Ratsmannes, ab 1408: Gut im Besitz der Familie Münzmeister (wohlhabende Pächter der Freiberger Münze), ab 1569: Gut im Besitz von Kurfürst August von Sachsen (reg. 1553-1586), dieser siedelte hier 4 Bauern und 4 Gärtner an (hatten bei der Gründung des Kammergutes Ostra ihr Land verloren), aus einigen der alten Wege dieses Gebietes bildeten sich streckenweise Lößhohlwege

Mitte des 19. Jahrhunderts: Eröffnung des Paradiesgartens mit Tanzlokal (an der Paradiesstraße gelegen, auch "Z bleibt Z" genannt, beliebtes Ausflugsziel der Dresdner, 1978 abgebrochen), Ausbreitung von Lehmgruben zweier Ziegeleien über einen großen Teil der Zschertnitzer Flur (Lehmgrube der Ziegelei Dammmüller - später Stadtziegelei - auf etwa 10 ha westlich der Münzmeisterstraße, Lehmgrube der Vereinigten Dresdner Baugesellschaft ab 1880 auf etwa 20 ha zwischen Altzschertnitz, Münzmeisterstraße, Südhöhe und Caspar-David-Friedrich-Straße, bei der Enttrümmerung der 1945 zerstörten Dresdner Innenstadt mit Trümmerschutt aufgefüllt)

1902: Eingemeindung nach Dresden, um 1938: Bau einer Wohnsiedlung im Bereich der Paradiesstraße (bis etwa 1925 hatte es nur 4 Häuser an der Paradiesstraße, einige Gebäude des alten Gutsweilers, die Ziegelschuppen und einige Gärtnereien gegeben), 1939/40: Bau der Wohnsiedlung an der Bibrachstraße (im Bereich der ehemaligen Lehmgrube der Stadtziegelei) durch das Dresdner Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerk, ab 1970: Zerstörung des historischen Dorfkerns Altzschertnitz im Rahmen einer Wohnungsbaukampagne (Bau fünfgeschossiger Wohnblöcke, fünfzehnstöckiger Studentenwohnheime sowie - an der Räcknitzhöhe - weithin sichtbarer siebzehnstöckiger Hochhäuser)


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