![]() |
Gebiet Riesa & Großenhain Riesa & Strehla | Riesaer Umgebung | Nünchritz, Diesbar-Seußlitz | Großenhain & Umgebung | Gröditz & Umgebung Nünchritz (Gemeinde) mit Diesbar-Seußlitz
Aus der Geschichte Bodenfunde zeigen, dass die Gegend um Nünchritz schon in der Steinzeit (um 4000 v.Chr.) besiedelt war. Im ausgehenden Mittelalter bestimmten der Weinanbau sowie die Elbeschifffahrt und -fischerei das Gewerbe der Siedlungen. Durch das Gebiet verlief die Hohe Straße (Salzstraße), eine wichtige Handelsstraße. Zwischen 1900 und 1905 entstand eine Chemiefabrik in Nünchritz. Diesbar-Seußlitz, Schloss Seußlitz, Schlosspark (anerkannter Erholungsort an der Elbe, ca. 2.000 Einwohner) In diesem Gebiet zeigen sich die letzten westlichen Ausläufer des Lausitzer Granitmassivs. Hier sind die letzten Höhenzüge der Oberen Elbe zu finden, d.h., von hier an fließt die Elbe durch flaches Land. Diesbar-Seußlitz ist der nördlichste Anbauort des sächsischen Weinbaugebietes. Die für Weinreben gut geeigneten leichten Böden und das milde Klima in diesem wärmsten Ort Ostdeutschlands ermöglichen einen einträglichen Weinbau. Als Hauptort der Elbweindörfer an der Sächsischen Weinstraße verfügt Diesbar-Seußlitz auch über mehrere Weingaststätten ("Seußlitzer Weinstuben"), die zum Verkosten hiesiger Weine einladen. Die im Jahr 1205 erwähnte Burg des Otto von Suselitz, eine Raubritterburg, ließ der Meißner Markgraf Heinrich der Erlauchte (reg. 1221-1288) im Jahr 1226 abbrechen und an ihrer Stelle eine Jagdresidenz bauen. In dem um 1250 errichteten Schloss Seußlitz residierte der Markgraf zwischen 1256 und 1266. (Die Grabmale auf dem Seußlitzer Friedhof gehen bis in dieses 13. Jahrhundert zurück.) Im Jahr 1268 stiftete er den Besitz mit 17 zugehörigen Dörfern den Klarissinnen für die Einrichtung eines Nonnenklosters. Die Gebäude wurden bis 1271 entsprechend umgebaut. Im Jahr 1272 werden auch ein Weinberg in Seußlitz und drei Weinberge in Diesbar als Bestandteile des Klosterbesitzes genannt. Nach dessen Auflösung zwischen 1541 und 1546 im Zuge der Reformation kaufte Simon von Pistoris, Geheimer Rat unter Kurfürst Moritz von Sachsen, die Anlage, um hier ein Wohnschloss zu errichten. Der Grundbesitz wurde zunächst als Vorwerk, dann ab 1552 als Rittergut bewirtschaftet. Der sächsische Kanzler Graf Heinrich von Bünau erwarb den Besitz im Jahr 1722. ![]() George Bähr, der berühmte Architekt der Dresdner Frauenkirche, baute Schloss Seußlitz in den Jahren 1725/26 für Graf von Bünau in ein Barockschloss mit zwei Seitenflügeln um. Vom ehemaligen Kloster blieben nur wenige Bauteile wie z.B. die gotischen Spitzbogen erhalten. Zwischen 1726 und 1729 baute George Bähr auch die ehemalige Klosterkirche im südlichen Schlossflügel in einen barockisierten Saalbau mit Dachreiter mit geschwungener Haube um. In der Kirche sind vier wertvolle Sandsteinskulpturen von Balthasar Permoser zu sehen (im Sommer an Wochenenden geöffnet). Bild: Schlosskirche in Seußlitz Schloss Seußlitz diente in der Zeit der DDR als Seniorenheim. Das Altenheim des Maternihospitals in Dresden war den Bombenangriffen im Februar 1945 zum Opfer gefallen, so dass für diese Einrichtung eine neue Unterkunft notwendig wurde, die man hier in Schloss Seußlitz fand. Zum Schlosspark am Ausgang des Seußlitzer Grundes gehören Grünanlagen im französischen Stil (im Stil eines Barockgartens) und im Stil englischer Landschaftsparks. Hier sind schöne schmiedeeiserne Tore, eine Terrasse mit Sandsteinplastiken und drei in das etwa 1,50 m tiefer gelegene Zierparterre mit Blumenbeeten führende Freitreppen zu sehen. Zum reichen Baumbestand des Parks gehören solche Baumarten wie Ginkgo, Sumpfzypresse, Silberahorn, Kugeleibe, Tulpenbaum und Zerreiche. Am nördlichen Hang des Landschaftsparks befinden sich eine Freilichtbühne und nahebei ein Schlossparkteich (Gondelteich). Hinter dem Schlosspark beginnt das Naturschutzgebiet Seußlitzer Grund. Die Heinrichsburg ist ein barockes Gartenhaus mit 6 Terrassen, der Pavillon Luisenburg ein altes Weinberghaus (Winzerhaus) auf dem nördlichen Hang des Seußlitzer Grundes (auf dem Schlossweinberg). In diesem Weinberghaus war eine Weinpresse in Betrieb. Beide Gebäude entstanden um 1725. Umgebung Hinter dem Seußlitzer Schlosspark beginnt das etwa 110 ha große Naturschutzgebiet Seußlitzer Grund mit sanften Höhenzügen, Wiesen, Teichen und alten Bäumen. Der 7 km lange Geschichts- und Weinlehrpfad im Seußlitzer Grund zeigt neben beeindruckenden Landschaftsformen auch Zeugnisse aus 4.000 Jahren Siedlungsgeschichte und 700 Jahren Weinbaugeschichte. Auf "Bahrmanns Weinberg" wuchs im Jahr 1908 der erste Pfropfreben Sachsens. Beliebte Wanderwege führen zum Brummochsenloch und zum Zschippengrund. Das im Brummochsenloch, einem Seitental des Seußlitzer Grundes, gelegene Wohnstalldoppelhaus von 1742 ist ein altes herrschaftliches Winzerhaus und zugleich ein Denkmal bäuerlicher Wohnbauweise. Der von Seußlitz am Steinbruch "Böser Bruder", einem 65 m hohen Steilabfall, vorbei führende Höhenweg ("Hochwasserweg") bietet eine herrliche Aussicht. Von der Elbe führt ein Wanderweg zum Schloss Hirschstein, das um 1790 Schauplatz eines Bauernaufstandes war. Im Umfeld von Diesbar blieben Reste bronzezeitlicher Befestigungsanlagen aus der Zeit zwischen 1500 und 400 v.Chr., die zu den größten urgeschichtlichen Burganlagen Sachsens zählen, sowie slawische Fluchtburgen (Schanzen, Burgwälle) aus dem 7. bis 10. Jahrhundert erhalten. Das bronzezeitliche Wallsystem reicht von der "Heinrichsburg" bis zur "Goldkuppe" im Seußlitzer Grund. Letztere ist die größte bronzezeitliche Wallanlage Sachsens.
nach oben |