Lage: an der Elbe nordwestlich (elbabwärts) von Dresden, an den letzten westlichen Ausläufern des Lausitzer Granitmassivs (letzte Höhenzüge der Oberen Elbe, von hier an fließt der Strom durch flaches Land)
Merkmale: anerkannter Erholungsort an der Elbe, ca. 2.000 Einwohner, Hauptort der Elbweindörfer an der Sächsischen Weinstraße, nördlichster Anbauort des sächsischen Weinbaugebietes, für Weinreben gut geeignete leichte Böden, mildes Klima (wärmster Ort Ostdeutschlands), Barockschloss, Schlosspark mit Grünanlagen im französischen Stil (im Stil eines Barockgartens) und im Stil englischer Landschaftsparks: schöne schmiedeeiserne Tore, Terrasse mit Sandsteinplastiken, Zierparterre mit Blumenbeeten, drei Freitreppen, wertvoller Baumbestand (u.a. Ginkgo, Sumpfzypresse, Silberahorn, Kugeleibe, Tulpenbaum und Zerreiche), Freilichtbühne, Schlossparkteich, Heinrichsburg (um 1725, barockes Gartenhaus) und Pavillon Luisenburg (um 1725, altes Weinberghaus/Winzerhaus, ehem. Weinpresse) auf dem Schlossweinberg am nördlichen Hang des Seußlitzer Grundes, hinter dem Schlosspark beginnt das Naturschutzgebiet Seußlitzer Grund (etwa 110 ha, mit Geschichts- und Weinlehrpfad)
Aus der Geschichte: 1205: Erwähnung einer Burg des Otto von Suselitz, 1226: Abbruch der Raubritterburg auf Geheiß von Markgraf Heinrich von Meißen (der Erlauchte, reg. 1221-1288), um 1250: Bau des Schlosses Seußlitz, 1256-1266: Nutzung als (Jagd-)Residenz des Markgrafen, 1268: Übereignung des Besitzes mit 17 zugehörigen Dörfern an die Klarissinnen für die Einrichtung eines Nonnenklosters, bis 1271: Umbau der Gebäudeanlage in ein Kloster, 1272: urkundliche Erwähnung von Weinbergen in Seußlitz und Diesbar im Klosterbesitz, 1541-1546 (nach der Reformation): Auflösung des Klosters (vom diesem blieben nur wenige Bauteile wie z.B. die gotischen Spitzbogen erhalten), Wechsel der Anlage in den Besitz von Simon von Pistoris (Geheimer Rat unter Kurfürst Moritz von Sachsen), Bau eines Wohnschlosses und eines Vorwerks, ab 1552: Bewirtschaftung als Rittergut, 1722: Wechsel in den Besitz des sächsischen Kanzlers Graf Heinrich von Bünau, 1725-1729: Umbau in ein Barockschloss mit zwei Seitenflügeln (Architekt: George Bähr, Architekt der Dresdner Frauenkirche), Umgestaltung der ehem. Klosterkirche (im südlichen Schlossflügel) in einen barockisierten Saalbau mit Dachreiter mit geschwungener Haube, Innenausstattung: vier wertvolle Sandsteinskulpturen von Balthasar Permoser (Schöpfer des Skulpturenschmucks des Desdner Zwingers) |