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Elbsandsteingebirge (Sächsische Schweiz)
Nationalpark | Vordere Sächsische Schweiz | Hohnstein | Hintere Sächsische Schweiz | Böhmische Schweiz | Information

Bad Schandau
www.bad-schandau.de

Die im Zentrum des Elbsandsteingebirges gelegene Stadt Bad Schandau (125 m ü.d.M., 3.400 Einwohner) ist der bedeutendste Kur- und Ferienort der Sächsischen Schweiz. Hier mündet das Flüsschen Kirnitzsch mit einem breiten Schwemmsandkegel in die Elbe. Die schöne Landschaft im Umfeld der Stadt wurde vom Lachsbach (der aus dem Zusammenfluss von Polenz und Sebnitzbach hervorgeht), dem Zaukengraben und der Kirnitzsch geformt.

Der Ort Schandau, der in der Mitte des 14. Jahrhunderts im Schutz der schon im 12. Jahrhundert errichteten Geleitburg Schomberg entstanden war, fand im Jahr 1430 seine erste urkundliche Erwähnung. Im Jahr 1445 erschien Schandau schon als Stadt in den Urkunden.

Die Burg Schomberg stand auf dem zwischen dem Zaukengrund und dem Kirnitzschtal gelegenen Schandauer Schlossberg (223 m ü.d.M.) und diente zur Sicherung der hier entlang führenden wichtigen Verkehrswege zwischen Böhmen, der Mark Meißen und der Lausitz. Von der Burg blieben der doppelte Wall, der Graben, die Zisterne und einige Mauerreste erhalten. Im Jahr 1883 errichtete man auf dem alten Mauerwerk eine künstliche Turmruine.

Das kleine "Schifferstädtchen" Schandau war ein wichtiger Warenumschlagplatz für Getreide, Holz, Wein und Obst aus Böhmen sowie Salz, Tuche und Fertigwaren aus den elbabwärts gelegenen Ländern.

Nachdem der Pirnaer Arzt Dr. Cadner im Jahr 1730 eine als Heilquelle nutzbare eisenhaltige Quelle (das "rote Flößgen") auf dem Gelände des Floßmeisters Johann Christian Häntzschel im Kirnitzschtal entdeckt hatte, entwickelte sich Schandau langsam zum Kurbad. (Das Heilwasser wurde zunächst nach Dresden verschifft und dort verkauft.) Das erste Schandauer Badehaus entstand im Jahr 1799, erfuhr aber zunächst nur mäßigen Zuspruch. Ein berümter Gast war im Jahr 1806 der Dichter Theodor Körner (1791-1813). Die Stadt Schandau kaufte das Badehaus im Jahr 1880 und schuf auf dem Grundstück eine Heilanstalt mit Park.

Seit 1920 führt die Stadt den Namen Bad Schandau. Im Kneippkurbad finden Heilkuren für Erwachsene mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen statt. Bad Schandau besitzt heute zwei moderne Reha-Kliniken - die Kirnitzschtal-Klinik mit 210 Betten und die Falkenstein-Klinik mit 227 Betten. In den 1990er Jahren war die Kuranlage einschließlich Kurpark aufwendig saniert worden.

Zu einem Fremdenverkehrsort entwickelte sich Schandau in der Mitte des 19. Jahrhunderts, nachdem die Elbe-Dampfschifffahrt und der Eisenbahnverkehr den Ort erreicht hatten. Die Stadt ist seitdem auch ein beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen in die stille Hintere Sächsische Schweiz mit ihren bewaldeten Höhen und zahllosen Felsen.

Das historisch wertvollste Bauwerk Bad Schandaus ist die im Jahr 1645 errichtete und nach einem Stadtbrand zwischen 1704 und 1709 neu aufgebaute spätgotische Stadtkirche St. Johannis an der Ostseite des Marktplatzes. Am Portal sieht man 12 alte Hochwassermarken. Zur wertvollen Ausstattung der Johanniskirche gehören die aus einem Block gehauene, von einer Mosesfigur getragene Sandsteinkanzel von 1705 und der mit erzgebirgischen Halbedelsteinen und belgischem Marmor verzierte Sandsteinaltar, den Hans Walther II zwischen 1574 und 1579 ursprünglich für die Dresdner Kreuzkirche geschaffen hatte. Der Altar gelangte nach dem Siebenjährigen Krieg (nach 1763) von der Kreuzkirche in die Dresdner Annenkirche. In Bad Schandau befindet er sich seit 1927.

An der Westseite des Marktplatzes steht der ehemalige Brauhof (Haus Markt 12), ein Renaissance-Bau von 1680 mit einem sehenswerten Portal (einer Rundbogen-Durchfahrt) und einem achteckigen Treppenturm an der Hofseite. Heute wird er als "Haus des Gastes" bewirtschaftet.

Neben dem ehemaligen Zollhaus an der Königsteiner Straße ist der im Jahr 1751 gebaute Salzschrank zu sehen.

Das Alte Rathaus (Stadthaus) von 1863 (Poststraße 12), in dem bis 1938 der Stadtrat residierte, zeigt ein Sitznischenportal, das damalige Stadtwappen und über der Tür das kursächsische Wappen.

Personenaufzug von Bad Schandau zum Villenort Ostrau
Am Haus Poststraße 3 erinnert eine Gedenktafel an den hier geborenen Komponisten C. G. Hering (1766-1853), der so bekannte Kinderlieder wie "Hopp, hopp, hopp, Pferdchen lauf Galopp" und "Morgen, Kinder, wird's was geben" schuf.

Das Heimatmuseum (Badallee 10) zeigt eine Ausstellung zur Geologie und Natur der Region, zum Sandsteinabbau, zur Stadtgeschichte, zur Elbeschifffahrt und zum Fremdenverkehr im Elbsandsteingebirge (Mai-Okt: Di-So, Nov-Apr: nur Di). Zum Museum gehört ein am Hang des Kirnitzschtales angelegter sehr schöner Pflanzengarten, in dem etwa 1.500 Arten der heimischen Flora wachsen.

Im Jahr 1997 begann der Bau des Nationalparkhauses Bad Schandau, das nicht nur als Verwaltungszentrum für den Nationalpark Sächsische Schweiz, sondern auch als Stätte der Begegnung und als Informationszentrum für Besucher des Elbsandsteingebirges dient.




Bild: Der Villenort Ostrau ist von Bad Schandau mit einem 50 m hohen freistehenden Personenaufzug zu erreichen. Dieser von der Dresdner Firma August Kühnscherf & Söhne im Jahr 1904 im Auftrag von Hotelbesitzer Rudolf Sendig, einem großen Förderer der Stadt, gebaute und im Jahr 1905 eingeweihte Aufzug ist seit 1954 als technisches Denkmal geschützt. Von der Plattform oben auf der Ostrauer Scheibe bietet sich eine herrliche Aussicht über das Elbtal.

Postelwitz, Krippen, Schmilka, Großer Zschirnstein
In dem östlich von Bad Schandau gelegenen Ort Postelwitz sind schöne Fachwerk-Umgebindehäuser wie z.B. die "Siebenbrüderhäuser" (Nr. 55-67) und das "Vaterhaus" (Nr. 69) zu sehen. Dessen erster Eigentümer, ein Elbeschiffer, soll die Siebenbrüderhäuser im 17. Jahrhundert für seine sieben Söhne gebaut haben. An den Häusern Nr. 43 und 69 sowie am Fährhaus sind alte Hochwassermarken zu sehen. Im Ort findet alljährlich Anfang Februar die seit 1612 bekannte Schifferfastnacht mit Umzug statt.

Die 2,5 km langen Postelwitzer Steinbrüche waren vom 16. Jahrhundert bis zum Jahr 1907 in Betrieb.

Am linken Elbufer gegenüber von Bad Schandau befindet sich die S-Bahn-Haltestelle "Bad Schandau" und weiter stromauf das Dorf Krippen. In diesem im Jahr 1379 erstmals erwähnten Ort mit seinen schönen Fachwerkhäusern ist eine Gedenkstätte für Friedrich Gottlob Keller zu finden (F.-G.-Keller-Str. 76, Anmeldung beim Gemeindeamt), der in diesem Haus von 1853 bis zu seinem Tod im Jahr 1895 wohnte. Er erfand das noch heute übliche Verfahren der Papierherstellung aus Holzfasern. Vorher wurde Papier aus allen möglichen anderen Materialien hergestellt. In der Gedenkstätte ist auch eine Holzschliffmaschine aus dem 19. Jahrhundert ausgestellt.

Der weiter flussaufwärts gelegene Ort Schmilka bietet sich als Ausgangspunkt für Wanderungen in die Hintere Sächsische Schweiz an.

Bad Schandau eignet sich auch als Ausgangspunkt für eine längere Wanderung zum linkselbisch gelegenen Großen Zschirnstein (560 m ü.d.M.), dem höchsten Gipfel der Sächsischen Schweiz. Zu empfehlen ist der Weg durch Kleingießhübel und durch die sehr urtümliche Waldlandschaft im Umfeld des Kleinen Zschirnstein (472 m ü.d.M.), den man wegen der schönen Aussicht ebenfalls besteigen sollte. Vom Mittagsplateau des Großen Zschirnsteins bietet sich eine herrliche Aussicht - auch auf das ausgedehnte Feld von Basaltblöcken zwischen den beiden genannten Gipfeln.


Sebnitztal
Die zwischen 1874 und 1877 gebaute Bahnstrecke zwischen Bad Schandau und Sebnitz schuf eine besonders für den Tourismus wichtige Verbindung zwischen der Oberlausitz und dem Elbtal. Die Strecke besitzt sieben Tunnel, 27 Brücken und zwei Viadukte. Der Zug, der wegen der vielen Tunnel und Brücken auf der Strecke auch scherzhaft "Sächsischer Brennerexpress" oder "Sächsische Semmeringbahn" genannt wird, benötigt etwa 26 Minuten für den 15 km langen Weg.

Am Sebnitztal, durch das die genannte Eisenbahnstrecke zwischen Bad Schandau und Sebnitz verläuft, standen im Mittelalter mehrere Burgen. Von der zur Herrschaft Hohnstein gehörenden, erstmals im Jahr 1372 erwähnten Burg Schwarzberg ("Großdorfer Raubschloss") im westlichen Winkel von Sebnitz- und Schwarzbachtal blieben einige Mauerreste und der Wallgraben erhalten. Im Jahr 1858 baute man auf den Mauerresten der Burg eine künstliche Ruine. Von der Burg Nasenberg im östlichen Winkel von Sebnitz- und Schwarzbachtal ist nur noch der Halsgraben zu sehen. "Raschgärtners Raubschloss" südlich von Ulbersdorf ist noch am Halsgraben und an den Resten des Turmfundaments erkennbar.


Sebnitz
www.sebnitz-web.de

Die am Nordrand des Elbsandsteingebirges nahe der tschechischen Grenze gelegene Stadt Sebnitz (270-410 m ü.d.M., ca. 10.000 Einwohner) war am Ende des 12. Jahrhunderts von Einwanderern aus Mainfranken am Ort des alten sorbischen Dorfes Sabniza angelegt worden. Die Leineweberei machte die Stadt weltbekannt. Die "Sebnitzer Zeuge" wurden im 18. Jahrhundert in ganz Westeuropa, Nordafrika und sogar Westindien gehandelt. Im Jahr 1869 zählte man etwa 2.000 Webstühle im Ort.

Im Jahr 1827 ging in Sebnitz eine Papierfabrik in Betrieb. Auch die Kunstblumen-Herstellung, die böhmische Exilanten um 1835 eingeführt hatten, machte das einstige Ackerbürger- und Leineweberstädtchen weltweit bekannt. Die Sebnitzer präsentierten ihre Kunstblumen erstmals im Jahr 1847 auf der Leipziger Messe. Um 1900 beschäftigten die Sebnitzer Kunstblumen-Manufakturen fast 15.000 Arbeiter. Im Zweiten Weltkrieg ruhte die Produktion, danach wurde sie mit etwa 5.000 Beschäftigten fortgesetzt. In den 1990er Jahren musste man sich der asiatischen Konkurrenz geschlagen geben. Die Kunstblumen-Manufakturen fuhren ihre Produktion auf einen lediglich der Wahrung der Tradition dienenden Umfang zurück.

In Sebnitz sind zahlreiche schöne Umgebindehäuser zu sehen. (Dieser auch in der Oberlausitz verbreitete Haustyp wurde speziell für den Betrieb der stark schwingenden Webstühle entwickelt).

Zur Ausstattung der Sebnitzer Stadtkirche gehören ein Renaissance-Altar und ein kelchförmiger Taufstein von 1586, Malereien von 1621 an der Kassettendecke und an den Emporen-Brüstungen sowie die in katholischer Zeit als wundertätig verehrte "Sebnitzer Madonna", ein 1,40 m hohes, am Ende des 15. Jahrhunderts geschaffenes Holzschnitzwerk.

Das Heimatmuseum (Bergstr. 8; Di-So 10-17 Uhr) stellt die traditionelle Leineweberei und die Kunstblumenherstellung vor. In der Schauwerkstatt der benachbarten Seidenblumenmanufaktur kann man der Herstellung von Kunstblumen zuschauen.

Weitere Sehenswürdigkeiten von Sebnitz sind das Afrikahaus (Geschichte und Kultur Afrikas, www.afrikahaus-sebnitz.de), der Urzeitpark am Mannsgrabenweg (seit 1996, 350 Tierplastiken auf 12.000 m² Freifläche, tgl. 9-19 Uhr), das Dr.-Petzold-Kräutervitalbad (seit 1996) und das Modelleisenbahnmuseum (100 Jahre Modellbahngeschichte, Schau von TT-Anlagen im Maßstab 1:20, www.tillig.com).

Zu den beliebten Wanderzielen in der Umgebung gehören der Finkenberg und der Sebnitzer Wald.


Schrammsteine
Felsengruppe Schrammsteine in der Hinteren Sächsischen Schweiz
In der Hinteren Sächsischen Schweiz zwischen Bad Schandau und Schmilka erstreckt sich das beliebte Wander- und Klettergebiet der Schrammsteine, eine mehr als 4 km lange, schon sehr verwitterte und deshalb stark zerklüftete romantische Felsengruppe, die zu den markantesten Felsrevieren der Sächsischen Schweiz gehört. Man erreicht sie auf Wanderwegen von Bad Schandau, von Schmilka oder von einer der Haltestellen der Kirnitzschtalbahn aus.
Der Trendsport "Free Climbing", bei dem man Haken nur zur Sicherung, jedoch nicht zum Hochziehen einschlägt und man ausschließlich mit der Kraft der Arme und Finger klettert, wurde im 19. Jahrhundert in den Schrammsteinen erfunden. Im Jahr 1913 erschien dann hier auch das erste Regelwerk für diese Sportart.

Falkenstein
Der Falkenstein (378 m ü.d.M.) ist mit seinen 80 m hohen glatten Wänden und etwa 90 Aufstiegen der beliebteste Kletterfelsen der Region. Im Jahr 1864 wurde er erstmals von Schandauer Turnern bestiegen. Im Mittelalter war hier eine Signalwarte eingerichtet, die im Jahr 1456 als Besitz der Herrschaft Wildenstein erwähnt wird. Erhalten blieben der Wächterraum sowie Treppen und Falze.
Beliebte Wanderziele im Umfeld der Schrammsteine sind der Zahnsgrund, die Aussichtsplattform der Breiten Kluft, der Rauschenstein, die Schrammsteinaussicht, der Aussichtspunkt "Hohe Liebe", das Schwarze Loch, der Großvaterstuhl, der Schrammsteingratweg und der Teufelsturm (ein schwieriger Klettergipfel). Die Brosinnadel ist ein besonders beeindruckender Gipfel. Auf dem Rauschenstein nördlich von Schmilka blieben Reste einer mittelalterlichen Burg, also Falze, ein Unterstand und Balkenrinnen erhalten. Im Mittelalter diente diese Anlage als Signalwarte zur Überwachung der Elbeschifffahrt.

Von den Schrammsteinen führen beliebte Wanderwege am Carolafelsen (453 m ü.d.M.) und dem Kleinen Winterberg (499 m ü.d.M.) vorbei zum direkt an der tschechischen Grenze gelegenen Großen Winterberg (556 m ü.d.M.). Auf diesem Basaltkegel, dessen schöner Rotbuchenwald zu den letzten Vorkommen des einst in den oberen Lagen des Elbsandsteingebirges verbreiteten Urwaldes gehört, steht eine Berggaststätte.

In den Hinteren Schrammsteinen und im Winterbergmassiv von Schmilka bis zu den Affensteinen mit dem Bloßstock (dem Königsgipfel der Affensteine) sind besonders viele Klettergipfel zu finden. An der nur auf einem schmalen Pfad erreichbaren Idagrotte befindet sich ein malerischer Rastplatz.

Auf dem beliebten Aussichtsberg Frienstein, der auf den "Speichenhörnern" westlich vom kleinen Winterberg gelegen ist, sind Reste einer mittelalterlichen Burg, der Sperrfeste "Vorderes Raubschloss", mit Balkenfalzen, Mauerresten, Höhlen und Steinstufen zu finden. Auf dem Gipfel gab es eine Signalwarte mit Sichtverbindung zum Neuen Wildenstein, der Hauptburg des böhmischen Rittergeschlechts Berken von der Duba.

Zur Herrschaft des Heinrich Berke von der Duba (Mitte des 15. Jahrhunderts) gehörten die Städte Neustadt und Sebnitz sowie 18 Dörfer. Zusammen mit den Herren von Winterstein und von Arnstein (Reste der Burg Arnstein, des "Ottendorfer Raubschlosses", blieben erhalten) unternahm er Raubzüge auf den Handelswegen des Elbsandsteingebirges und der "Hohen Straße" in der Oberlausitz sowie Überfälle auf die umliegenden Dörfer, bis der sächsische Kurfürst und der Oberlausitzer Sechsstädtebund die Raubritterburgen eroberten und zerstörten.

Das erstmals im Jahr 1279 urkundlich erwähnte "Hintere Raubschloss" vor den Bärfangwänden, die Burg der Ritter von Winterstein, gehörte ab 1379 zur böhmischen Pflege Pirna. Die zur Raubritterburg mutierte Feste wurde im Jahr 1442 durch den Oberlausitzer Sechsstädtebund gekauft und zerstört. Von ihr blieben - auf drei Fels-Etagen - Höhlen, Treppen, Mauerreste, die Zisterne und ein ausgehauenes Gemach erhalten.

Das sehr urwüchsige Gebiet um den Großen Zschand, ein Naturschutzgebiet, zeichnet sich durch mächtige Felsen und tiefe Täler aus. Die im Jahr 1642 errichtete Hütte "Zeughaus" diente einst der Aufbewahrung von Jagdutensilien. Heute ist hier eine Freiluftgaststätte zu finden. Die Wege an den Wänden des Heringsgrundes bei Schmilka sollten nur schwindelfreie Wanderer benutzen. Von der Goldsteinaussicht hat man einen großartigen Ausblick.


Kirnitzschtal, Lichtenhainer Wasserfall, Hinterhermsdorf
Die im Jahr 1898 gebaute Kirnitzschtalbahn startet in Bad Schandau und fährt durch das malerische Tal des Flüsschens Kirnitzsch in etwa 30 Minuten bis zum 8,3 km entfernten Lichtenhainer Wasserfall.

Bei der Jungfernfahrt im Jahr 1898 sollen die Wagen mehrmals aus den Gleisen gesprungen sein. Nachdem es im Jahr 1969 auf den stark abgenutzten Gleisen zu einem größeren Unfall gekommen war, wurde die Gleisstrecke bis 1973 umfassend renoviert. Heute wird diese elektrische Straßenbahn überwiegend mit Solarstrom betrieben.

Kirnitzschtal
Das Kirnitzschtal, das wohl schönste Tal des Elbsandsteingebirges, eine Talschlucht mit zerklüftetem Fels und dichtem Wald, zeigt eine interessante Abfolge von breiten U-förmigen Tälern in weichem Sandstein und schmalen V-förmigen Tälern in hartem Lausitzer Granit.
Der Lichtenhainer Wasserfall ist eine fünf Meter hohe Sandsteinstufe, über die das aufgestaute Wasser des Lichtenhainer Dorfbaches nach dem Öffnen eines um 1830 gebauten Wehres herabstürzt. Neben dem Wasserfall steht ein Gasthaus.

Ganz in der Nähe des Lichtenhainer Wasserfalls, am Neuen Wildenstein (336 m ü.d.M.), befindet sich der "Kuhstall", ein 11 m hohes, 17 m breites und 24 m tiefes Felsentor, das durch Ablösung eines würfelförmigen Sandsteinblocks entstand. In Krisenzeiten wie im Dreißigjährigen und im Siebenjährigen Krieg bot es den Anwohnern eine sichere Zuflucht. Die Aussicht vom Neuen Wildenstein, z.B. auf die Affensteine, zum kleinen Winterberg (500 m ü.d.M.) und zu den Bärenfangwänden, bietet ein besonderes Naturerlebnis.

Auf der Höhe des Neuen Wildensteins blieben Reste einer mittelalterlichen, ab 1410 genutzten Burganlage erhalten. Sie war Mittelpunkt der Herrschaft Wildenstein der böhmischen Adelsfamilie Berken von der Duba. Nach einer Fehde gelangte sie im Jahr 1451 zu Sachsen. Von ihr blieben Treppen, Mauerreste und die Zisterne erhalten. Der Aufstieg "Himmelsleiter" hieß früher Ritterschlucht.

Die Burg auf dem Alten Wildenstein zwischen Bloßstock und Kuhstallmassiv ist nur urkundlich bekannt. Von den mittelalterlichen Lichtenhainer Warten am Kirnitzschtal, der Folgenwarte, der Fuchswarte und der Hofwarte, blieben nur einige Mauerreste erhalten.

Einst standen acht Mühlen an der Kirnitzsch, in denen Wanderer auch Bewirtung fanden. Heute existieren noch die Ostrauer Mühle, die Lichtenhainer Mühle, die Felsenmühle (Gastwirtschaft), die Neumannmühle, die Buschmühle und die Räumichtmühle (Gastwirtschaft).

Der 13 km lange Flößersteig führt von Bad Schandau durch das Kirnitzschtal am Lichtenhainer Wasserfall vorbei zur etwa 400 Jahre alten Neumannmühle. Mehr als 100 Informationstafeln an diesem Lehrpfad informieren über die Arbeit der Flößer, die auf diesem Weg die in den Wäldern gefällten und in der Kirnitzsch zur Elbe geflößten Baumstämme begleiteten.

In der im 14. Jahrhundert errichteten Neumannmühle, heute ein technisches Denkmal, wurde nach einem Umbau um 1600 noch bis 1945 auf der Kirnitzsch angeflößtes Holz verarbeitet. Die nach Müller Josef Neumann benannte Mühle besitzt ein 4,60 m großes, von der Kirnitzsch getriebenes Mühlrad. Zunächst diente sie als Holzsägewerk (die Sägemühle ist der älteste Teil des Bauwerkes), dann ab 1875 als Holzschliffmühle für die Papierherstellung nach dem Verfahren von Friedrich Gottlob Keller, der von 1853 bis zu seinem Tod im Jahr 1895 im nahe gelegenen Krippen wohnte. Ein kleines technisches Museum berichtet über die einstige Holzwirtschaft im Elbsandsteingebirge und veranschaulicht die Technologie des Holzschliffs mit einer seit 1969 als Schauanlage betriebenen technischen Einrichtung von 1870. Inzwischen gehört auch ein restauriertes Einblatt-Sägegatter dazu.

Von der oberen Terrasse der nahe der Felsenmühle gelegenen Lorenzsteine bietet sich eine herrliche Aussicht. Nördlich der Felsenmühle ist der Aussichtspunkt Großstein zu finden.

Die südlich der Neumannmühle gelegene Burg Rabenstein wird schon im Jahr 1456 als wüst bezeichnet. Hier blieben nur Stufen und Balkenlager erhalten.

Der Arnstein am Kirnitzschtal trug im 15. Jahrhundert das "Ottendorfer Raubschloss" - die große Raubritterburg der Wartenberger - bis der sächsische Kurfürst und der Oberlausitzer Sechsstädtebund die Burg im Jahr 1436 belagerten und zerstörten. Ab 1451 gehörte das einst böhmische Territorium dauerhaft zu Sachsen. Erhalten blieben Falze, Höhlen und die Zisterne der Burg. Auch alte Felszeichnungen sind hier zu sehen. In der Nähe, an der Kirnitzsch, steht die Buschmühle, eine ehemalige Mahlmühle (heute eine Gaststätte).

An der Kirnitzsch im Süden von Hinterhermsdorf befindet sich die Niedere Schleuse, die um 1612 für die Holzflößerei nach Schandau angelegt worden war.

Weiter entlang der Kirnitzsch gelangt man in das Grenzland bei Hinterhermsdorf nahe der tschechischen Grenze, wo stille Wanderwege durch eine fast märchenhafte Waldlandschaft führen.

Hinterhermsdorf (ca. 1.000 Einwohner) ist seit 1971 ein staatlich anerkannter Erholungsort. Um 1280 entstand Hinterhermsdorf als ein von deutschen Kolonisten angelegtes Waldhufendorf. In dem idyllischen Ort sind Umgebindehäuser, in denen früher Leinen-Handweberei und Garnbleicherei betrieben wurden, und eine schön ausgestattete Dorfkirche zu besichtigen. Die Kirche entstand im Jahr 1690 als Pestkapelle.

Der Ortsteil Neudorf war im 17. Jahrhundert von geflüchteten böhmischen Protestanten gegründet worden.

Von Hinterhermsdorf führt ein besonders schöner, etwa 5 km langer Weg zur Oberen Schleuse. Auch ein Abstecher zu dem inmitten von Wäldern, Schluchten, Bergen, Tälern und Felsen gelegenen Aussichtspunkt Königsplatz (437 m ü.d.M.) lohnt sich. Die Obere Schleuse, einst eine hölzerne, dann ab 1816/17 steinerne Stauanlage, war im Jahr 1567 auf Anweisung von Kurfürst August von Sachsen (reg. 1553-1586) zum Sammeln und Flößen geschlagener Baumstämme gebaut worden. Die beim Öffnen der Staumauer entstehende Flutwelle ermöglichte das Flößen der Baumstämme bis zur Elbe. Auf dem Flößersteig begleiteten die Flößer die Stämme.

Die 20-minütige Kahnfahrt, die seit 1879 jährlich von April bis Oktober auf dem 700 m langen Stau der Oberen Schleuse angeboten wird, führt durch eine malerische Felsenklamm. Das Engtal gehört zum 53 ha großen Naturschutzgebiet "Kirnitzschklamm". In der schattigen, kühlen und feuchten Schlucht gedeiht ein dunkler Fichtenwald, oben auf den trockeneren und sonnigeren Höhen dagegen ein lichterer Heide-Kiefern-Wald.



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