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Lage: südlich von Heidenau (östlich von Dresden)
Bauzeit: 1719-1732
Merkmale: am besten erhaltener Barockgarten Sachsens, Gebäude im Barock-Stil: Friedrichsschlösschen (erhalten gebliebener Ostflügel des ehem. Schlosses Großsedlitz), Obere Orangerie (eingeschossig, 23 Fensterachsen, dreiachsiger Mittelrisalit mit Giebelbekrönung, jeweils dreiachsige Eckpavillons mit Mansarddächern) und Untere Orangerie (eingeschossig, 31 Fensterachsen), Garten entlang einer Nord-Süd-Achse eingerichtet, von einer Hochfläche im Norden nach Süden abfallend (ermöglicht eine besondere Hanggestaltung mit Freitreppen und Terrassenanlagen), geometrisches Wegenetz mit drei Hauptachsen, Rasen-Parterres, streng geschnittene Hecken, Wasserbecken mit Fontänen, "Steinernes Meer" mit zahlreichen Kaskaden, Terrassenanlagen mit wertvollen Skulpturen (darunter die "Vier Jahreszeiten" von Johann Christian Kirchner, die Figurengruppen antiker Liebespaare von Benjamin Thomae, die beiden Sphingen von Francois Coudray und Skulpturen wie Pomona, Flora, Adonis, Ariadne, Bacchus und Amor sowie der nach antiker Vorlage geschaffene 2,50 m große Farnesische Herkules) und Freitreppen (darunter die von Pöppelmann entworfene großartige, weich schwingende doppelläufige Treppenanlage "Stille Musik", zu der ein Fontänebecken mit geschwungenen Balustraden und musizierende Putten in lebhaft bewegter Formensprache gehören)
www.barockgarten-grosssedlitz.de |
Aus der Geschichte
1715: Brandzerstörung der alten Gutsgebäude, 1719: Wechsel in den Besitz von Graf Wackerbarth (Feldmarschall Augusts des Starken und Generalinspekteur aller sächsischen Bauten), 1719-1721: Bau des (heute nicht mehr bestehenden) dreiflügeligen zweigeschossigen Barockschlosses Großsedlitz (Friedrichsburg), der Oberen Orangerie und der Kaskaden, 1723: Übernahme des Besitzes durch Kurfürst Friedrich August I. von Sachsen (August den Starken), Entwicklung eines Gesamtplanes für die bauliche Anlage des Barockgartens durch Zacharias Longuelune (es flossen auch Entwürfe von Matthäus Daniel Pöppelmann und Johann Christoph Knöffel sowie Skizzen von August dem Starken ein), 1727: Bau der Unteren Orangerie, Anlage des großen Orangerieparterres (Hufeisenparterres) mit zwei Wasserbassins, um 1732: Ende der Bauarbeiten wegen Erschöpfung der Geldmittel, Longuelunes Pläne für den Neubau eines Schloss und eine starke Vergrößerung der Gartenanlage kamen nicht mehr zur Ausführung, ab 1732: Nutzung der Barockanlage als Festgarten des Sächsischen Hofes, 1760 (im Siebenjährigen Krieg): Verheerung des Barockgartens durch preußische Truppen (von den etwa 360 großartigen Skulpturen des Barockgartens entgingen nur 52 der Zerstörung), 1813 (im Napoleonischen Krieg): Beschädigung der Anlage, Brandzerstörung des Schlosses, 1846-1874: Wiederherstellung der Gartenanlage, bis 1861 auch der Freitreppen, Sanierung der übrig gebliebenen Skulpturen, 1861-1864: Abbruch der Unteren Orangerie wegen Baufälligkeit und Neubau in etwas veränderter Gestalt, 1871-1874: Abbruch des baufälligen Schlosses (der Friedrichsburg) mit Ausnahme des Ostflügels (das zum "Friedrichsschlösschen" umgebaut wurde), Ende der 1950er Jahre: Rekonstruktion des Barockgartens in Anlehnung an den Zustand von 1732, 1960: Bau eines neuen Einganges (mit dem Tor der ehem. Hofseite des Dresdner Alten Landhauses und dem Delphinbrunnen von Johann Christian Feige aus der Zeit um 1780 geschmückt), 1997 (300-Jahr-Feier der Gründung der sächsisch-polnischen Union): umfassende Restaurierung und Wiedereröffnung mit der Ausstellung "Barocke Gartenkunst", Einrichtung einer historischen Gaststätte im Friedrichsschlösschen, Nutzung der großartigen Kulisse des Barockgartens in den Sommermonaten für Konzerte und Freilichtaufführungen |
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