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Gebiet Riesa & Großenhain Riesa & Strehla | Riesaer Umgebung | Nünchritz, Diesbar-Seußlitz | Großenhain & Umgebung | Gröditz & Umgebung Stadt Riesa
Aus der Stadtgeschichte Zeit der Völkerwanderung: der in der Gegend lebende elbgermanische Kleinstamm der Hermunduren zog westwärts, westslawische Völker besiedelten nun das Gebiet und gründeten neben zahlreichen anderen Siedlungen der Region auch das Dorf Riezowe an der Elbmündung der Jahna Zeit der deutschen Ostexpansion: kurz nach 1110 wurde ein vierseitig geschlossener Bauernhof am Hang der Jahna in ein Kloster (das erste deutsche Kloster der Mark Meißen) umgewandelt (in einer Urkunde von Papst Kalixt II. aus dem Jahr 1119 erwähnt), nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten übernahmen die Augustiner-Chorherren das Kloster, immer mehr Mönche wechselten in andere Klosterneugründungen, während in Riesa nun auch Nonnen einzogen (hier bestand also ein gemischtes Kloster) Nach der Reformation, Stadtgründung: Im Jahr 1542 mussten die 17 Nonnen vom Orden des Heiligen Benedikt das Kloster verlassen, 1554 wurde der Besitz als Lehnsgut vergeben, 1623 erteilte der sächsische Kurfürst (durch seinen Kammerherr Christoph von Felgenhauer) dem Marktflecken Riesa das Stadtrecht und das Recht auf zwei Märkte im Jahr, 1635 schlossen sich Schuster, Schneider und Lohgerber zur ersten Handwerker-Innung zusammen, dem wirtschaftlich unbedeutenden Ort ging das Stadtrecht bald wieder verloren 19. Jahrhundert: 1820 erste Poststation, 1839 fuhr der erste Zug über die neue Elbbrücke, wirtschaftlicher Aufschwung (vor allem durch die Elbhafen-Eisenbahn-Kombination), Ausbau des Eisenbahnknotens Riesa mit Verbindungen nach Dresden, Leipzig, Chemnitz, Jüterbog, Elsterwerda und Nossen, bedeutende Industrieansiedlung (beginnend 1843 mit dem Eisenhammerwerk), 1848 erste Wochenzeitung "Elbe-Blatt" (später "Riesaer Tageblatt", bis 1945 und wieder seit 1991), 1858 wird Riesa Garnison (zunächst mit einer Reiterschwadron), 1859 wieder zur Stadt erhoben, Entwicklung zur drittgrößten Garnisonsstadt Sachsens, 1878 neben der Eisenbahnbrücke eine Stahlgitterbrücke als eigener Straßen-Elbübergang fertig gestellt, 1888 Binnenhafen eröffnet 20. Jahrhundert: 1912 Inbetriebnahme der ersten Hochspannungsleitung (110 kV) der Welt zwischen Riesa und Lauchhammer, schnelles Stadtwachstum, am Ende des Zweiten Weltkrieges Straßenbrücke gesprengt, neue Straßenbrücke (200 m elbaufwärts) 1956 eröffnet, 1952 bis 1990 Kreisstadt im Bezirk Dresden, in der Zeit der DDR eine klassische Industriestadt, mehr als 13.000 Beschäftigte allein im Stahlwerk (größtes metallurgisches Kombinat der DDR), bis 1991 Standort der 9. Panzerdivision der in Deutschland stationierten Sowjetarmee Gegenwart: kontinuierliche Abnahme der Einwohnerzahl seit der deutschen Wiedervereinigung 1990 (von fast 52.000 auf heute unter 36.000) infolge der Abwanderung nach dem Zusammenbruch der Industrie (vor allem der Schließung des Stahlwerkes) Einwohnerentwicklung: 1575 - 350, 1834 - 1.630, 1849 - 2.680, 1875 - 5.700, 1880 - 6.260, 1900 - 13.500, 1933 - 26.250, 1939 - 29.960, 1946 - 34.400, 1950 - 36.150, 1981 - 51.850, 1995 - 42.430, 1999 - 39.900, 2002 - 37.970, 2006 - 36.140 Sportstadt Riesa: 1845 Schützenverein, 1860 Turnverein Riesa (1892 Riege "Wacker", 1903 Riege "Frisch auf"), 1889 Ruderclub (seit der Zeit der DDR "Ruderverein Riesa", noch heute aktiv), 1903 Riesaer SV (primär Fußball, nach 1945 großer Aufschwung, ab 1948 "BSG Stahlwerk Riesa", 1968 Aufstieg in die Oberliga, FC Stahl Riesa, 2003 Insolvenz, TSV Stahl Riesa gegründet), 1908 Schwimmclub "Otter" (Elbschwimmen, später Elbbad bei Promnitz), 1927 Damenhandballabteilung Sehenswürdigkeiten Rathaus: ehem. Schloss des Rittergutes (aus dem Benediktinerkloster hervorgegangen), 1874 von Baron Curt Heinrich Freiherr von Welck an die Stadt Riesa abgetreten (nach Inkrafttreten der revidierten Städteordnung von 1873) Ehemaliges Benediktinerkloster: ältestes Kloster der Mark Meißen, mit Klostergarten (von einer Mauer umgeben), Klosterkirche St. Marien von 1261 ("St. Marien in Ryzowe"), nach dem Brand eines einfachen Vorgängerbaus errichtet, Innenraum mehrfach verändert Trinitatiskirche: 1895-1897, finanziert aus einer Stiftung des Riesaer Geschäftsmannes Carl Wilhelm Förster (das von der Stadt am damals noch unbebauten Georgplatz auf dem Käferberg bereitgestellte Grundstück war ursprünglich für ein Schulzentrum vorgesehen, dieses wurde aber aus ökonomischen Gründen nicht verwirklicht), die Ausschreibung für den Kirchenbau gewann Jürgen Kröger; mit westfälischem Kalkstein ausgestalteter Altarraum Kirche Riesa-Pausitz: 1254 ersterwähnt, in heutiger Gestalt zwischen 1752 und 1755 errichtet Volkshaus: Stil des Neuen Bauens Elbquelle: 25 m hohe Eisenskulptur in Form einer Eiche (Künstler Jörg Immendorff), nahebei das Hotel Mercure und die Erlebnisgastronomie Riesenhügel Stadt Strehla
Aus der Stadtgeschichte Die wirtschaftliche Entwicklung Strehlas war durch die Lage am Elbübergang der Hohen Straße (einer wichtigen Handelsstraße, "Salzstraße", gleichzeitig Jakobsweg von Görlitz nach Santiago de Compostela) begünstigt. Die Furt wurde schon in früher Zeit durch eine Burg gesichert. Diese befand sich ab dem 16. Jahrhundert im Besitz der Familie von Pflugk. Die Ablehnung der bei Strehla geplanten Elbüberquerung der Eisenbahnlinie Leipzig-Dresden (der ersten deutschen Eisenbahnfernverkehrsstrecke) durch den Rat der Stadt (wahrscheinlich auf Betreiben der fortschrittsfeindlich eingestellten Adelsfamilie von Pflugk) führte dazu, dass 1839 die Elbüberquerung im damals kleineren Ort Riesa (zu jener Zeit ohne Stadtrecht) verwirklicht wurde. Strehla verlor hierdurch gegenüber Riesa an politischer und wirtschaftlicher Bedeutung (Zollamt 1860 und das Königliche Gerichtsamt 1883 nach Riesa verlegt). Im Jahr 1883 beantragte Strehla den Anschluss an das Eisenbahnnetz (Petition unterschrieben von 18 Stadt- und Landgemeinden sowie neun Rittergutsbesitzern), aber erst 1890 bewilligte das Finanzministerium ca. 1 Mio. Mark für den Streckenbau. Im Jahr 1891 wurde die Schmalspurbahn (750 mm Spurweite) Oschatz-Strehla eingeweiht (Kosten ca. 700.000 Mark, entgegen der Planung war nur die kürzeste, 12 km lange Strecke ohne bedeutende Ortsanbindung gebaut worden). Die Passagierzahlen und das Frachtaufkommen blieben gering (unrentabelste Schmalspurbahn Sachsens). Der Bahnanschluss brachte auch keine nennenswerte Industrieansiedlung in Strehla. April 1945: Sprengung einer mit mehr als 400 Flüchtlingen überfüllten Elbe-Notbrücke durch Wehrmachtseinheiten; Am 25. April 1945 trafen im nahe gelegenen Kreinitz erstmals Soldaten der US-Armee und der Roten Armee aufeinander ("Elbe Day", am 26. April 1945 in Torgau für die Kameras nachgestellt). nach oben |