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Tharandt & Tharandter Wald
Tharandt | Tharandter Wald | Räuber Lips Tullian


Das Städtchen Tharandt (270-280 m ü.d.M., 2.600 Einwohner), ein beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen durch den Tharandter Wald, ist malerisch in drei engen Tälern - darunter dem Tal der Wilden Weißeritz - gelegen. Die Dresdner Romantiker nannten die herrlichen Rotbuchenwälder an den Tharandter Hängen "Heilige Hallen".

Die erstmals im Jahr 1457 in den Urkunden erwähnte Siedlung erhielt im Jahr 1609 das Stadtrecht verliehen. Bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts hieß sie allerdings noch "Granaten". Im herrschaftlichen Wappen ist ein Granatapfel enthalten. Der Name könnte aber auch auf Funde von Halbedelsteinen in der Gegend zurückzuführen sein.

"Tharandt" ist vom Namen der um 1200 gegründeten und im Jahr 1216 erstmals erwähnten Burg Tarant abgeleitet. Im Jahr 1473 baute sie der bedeutende Baumeister Arnold von Westfalen in ein Schloss um, das jedoch schon um 1580 zerstört wurde. Die malerische Ruine bewacht heute hoch oben auf einem Bergsporn des Burgberges das Weißeritztal. Die Burg bestand aus der Oberburg (dem Grafensitz) und der Unterburg (dem Vogtsitz). Auf den Resten der Unterburg - auf einem Vorsprung des Burgberges - errichtete man zwischen 1626 und 1629 die Bergkirche zum Heiligen Kreuz. Von der alten Unterburg blieben das romanische Gewölbe und das spätromanische Portal erhalten. In der Kirche ist eine um 1500 aus Holz geschnitzte spätgotische Kreuzigungsgruppe mit einem Renaissance-Rahmen zu besichtigen. Neben der Kirche steht das im Jahr 1866 gebaute recht orientalisch anmutende Tharandter Schloss.

Am Tharandter Marktplatz beginnt ein 6,5 km langer Naturlehrpfad, der zum Burgberg und zum 355 m hohen Kienberg führt, wo man frühgeschichtliche Wehranlage fand, und dann an Cottas Grab vorbei zurück nach Tharandt-Badetal verläuft. Hier, wo heute die Gebäude des Instituts für Forstwissenschaft der Technischen Universität Dresden stehen, war im Jahr 1793 ein Mineralbad eröffnet worden.

In einem kleinen Park am Schloitzbach steht eine Postmeilensäule von 1730, die vom Tharandter Marktplatz nach hier versetzt worden war.


Forstbotanischer Garten
In dem am Rande von Tharandt sehr schön gelegenen Forstbotanischen Garten wachsen etwa 2.000 Gehölzarten und -varietäten, darunter auch in dieser Region sehr ungewöhnliche Baum- und Straucharten, sowie zahlreiche Arten von Waldgräsern und andere Waldbodenpflanzen. Der Forstbotanische Garten gehörte früher zu der vom "Vater der Deutschen Forstwissenschaft" Johann Heinrich Cotta (1763-1844) im Jahr 1811 gegründeten Forstlehranstalt, aus der im Jahr 1816 die Königlich-Sächsische Forstakademie hervorging.

Der Forstgarten der Forstlehranstalt wurde im Jahr 1951 zu dem etwa 18 ha großen Forstbotanischen Garten erweitert. Heute gehört dieser, ebenso wie der Dresdner Botanische Garten, zur Technischen Universität Dresden (zur Fakultät Forst-, Geo- und Hydrowissenschaften). Das zwischen 1847 und 1849 für die Forstakademie errichtete Gebäude ist heute das Hauptgebäude des Forstwissenschaftlichen Institutes der Technischen Universität.

Die im Forstbotanischen Garten stehende Bronzebüste Heinrich Cottas ist ein Werk des bedeutenden Bildhauers Ernst Rietschel aus dem Jahr 1851.

Das Grab Cottas befindet sich südlich des Forstbotanischen Gartens in der Nähe des Aussichtspunktes Heinrichseck, des Lieblingsplatzes von Heinrich Cotta.

In dem seit 1998 am Rand des Forstbotanischen Gartens neu angelegten Nordamerika-Areal bilden 42 Quartiere auf ca. 15 ha Fläche mit bisher etwa 9.500 Pflanzen die Vegetation Nordamerikas nach. Etwa 50.000 Pflanzen sind geplant, darunter Mammut-, Tulpen- und Magnolienbäume. Freunde des Forstbotanischen Gartens können Baumpatenschaften übernehmen.

Das Forstbotanische Museum ist in dem im Jahr 1842 gebauten Schweizerhaus in Tharandt, einem Gebäude im Schweizerhausstil, eingerichtet. Die Ausstellung veranschaulicht die Biologie der Bäume, die Probleme der Forstwirtschaft und die Geschichte des Forstbotanischen Gartens.


Touristinformation Tharandt, Kurort Hartha, Talmühlenstr. 11, 01737 Tharandt, Tel. (035203) 37616, Fax -37617

www.tharandt.de

Forstbotanischer Garten Tharandt und Forstbotanisches Museum, Am Forstgarten 1, 01737 Tharandt, Tel. (035203) 3831274 oder -3831258; 2.000 Gehölz- und Straucharten auf 180.000 m² Fläche, Anfahrt über die H.-Cotta-Straße bzw. die Straße Am Forstgarten; Forstbotanisches Museum im Schweizerhaus

www.forstpark.de    www.forstbotanik.com    www.dendro-institut.de



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