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Karl August Lingner ![]() Karl August Lingner (1861-1915), der Gründer des Hygienemuseums, produzierte in seinem ersten kleinen Betrieb in der Wölfnitzstraße ab 1888 solche innovativen Dinge wie tintenresistente Stahllineale, Rückenkratzer, Stiefelzieher und Federreiniger. Im Jahr 1892 ging Lingners "Chemisches Laboratorium" in Betrieb, dem auch das Mundwasser Odol entsprang, eines der ältesten Markenprodukte Deutschlands. Es machte Lingner wohlhabend und berühmt (nach dem König war er der zweitreichste Mann Dresdens). An der Entwicklung der Rezeptur (Wasser, Alkohol, Pfefferminzöle, Nelken-, Anis- und Krauseminzöle, antibakterielle Wirkstoffe) war der Radebeuler Chemiker Bruno Richard Seifert beteiligt. ![]() Lingner gab seinem Produkt den Namen Odol - eine Zusammensetzung aus dem griechischen "Odous" (Zahn) und dem lateinischen "Oleum" (Öl) - und schob eine geschickte Vermarktung in der noch heute verwendeten Bogenhalsflasche mit Tropfendosierer an. So soll er Studenten in den Semesterferien gegen einen kleinen Obolus losgeschickt haben, um in Seifen- und Drogeriegeschäften gezielt nach dem Mundwasser zu fragen und so das Produkt bei den Händlern bekannt zu machen. Mit landesweiten Anzeigen und Plakaten verschaffte er ab 1893 der bis dahin kaum beachteten Mund- und Zahnpflege große Popularität. Bild: Lingners "Odol"-Mundwasser - eines der ältesten Markenprodukte Deutschlands nach oben |