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Ernst Rietschel ![]() Mit Ernst Rietschel (1804-1861) begann die Bildhauerei des 19. Jahrhunderts in Dresden. Ab 1832 war er Professor an der Dresdner Kunstakademie und trug hier wesentlich zur Reform der Bildhauerausbildung bei. Anstelle der bis dahin üblichen pathetisch überhöhten und antikisierenden Darstellungen setzte sich mit ihm eine realistische, lebensnahe Bildhauerkunst durch. Dies zeigte sich zuerst an dem im Jahr 1853 in Braunschweig eingeweihten Lessingsdenkmal, mit dem Rietschel seinen allgemeinen künstlerischen Durchbruch schaffte (sein Lehrer Christian Daniel Rauch hatte ihn für diesen Auftrag vorgeschlagen). Rietschel erhielt dafür die Ehrenbürgerwürde Braunschweigs. ![]() Ein Höhepunkt in Rietschels Schaffen war das Goethe-Schiller-Denkmal, ein Bronzestandbild, das im Jahr 1857 aus Anlass des 100. Geburtstages von Goethes Freund und Förderer Herzog Carl August vor dem deutschen Nationaltheater in Weimar aufgestellt wurde. Rietschel erhielt dafür die Ehrenbürgerschaft Weimars. Bild: Gipsmodelle der bekanntesten Denkmäler von Ernst Rietschel: Luther (Worms), Goethe und Schiller (Weimar) und Lessing (Braunschweig) Das Standbild für den Dichter Gellert in Hainichen wurde nach Rietschels Tod von Friedrich Wilhelm Schwenk bis 1865 fertiggestellt. Das letzte große Werk Rietschels, das Lutherdenkmal in Worms, für das Spenden aus ganz Europa kamen, vollendeten seine Schüler Donndorf, Kietz und Schilling bis zum Jahr 1868. Das Eisenwerk Lauchhammer war eine für ihren Filigranguss bekannte Kunstgießerei. Rietschel stand in einem engen Kontakt zu Graf von Einsiedel, dem Besitzer des Werkes, und heiratete außerdem im Jahr 1832 die Tochter des Oberfaktors des Eisenwerkes, Albertine Trautscholdt. In Lauchhammer für Rietschel gegossen wurden außer dem Goethe-Schiller-Denkmal (Weimar), dem Lessing-Denkmal (Braunschweig) und dem Luther-Denkmal (Worms) auch das Denkmal für König Friedrich August I. (am Japanischen Palais in Dresden) und das Carl-Maria-von-Weber-Denkmal (am Theaterplatz in Dresden). Weitere bedeutende Werke Rietschels in Dresden sind das König-Anton-Denkmal in der Friedrichstadt, Skulpturen der Semperoper (Goethe, Schiller, Gluck und Mozart) und ein Teil des figuralen Schmucks der Sempergalerie. Das Giebelfeld "Die Musik" an der Südfront des Ersten Hoftheaters wurde beim Theaterbrand von 1869 zerstört. ![]() Bild: Gipsmodell für den Giebelschmuck "Die Musik" von Ernst Rietschel am Ersten Hoftheater (die Sandsteinausführung wurde beim Brand des Hoftheaters zerstört) ![]() Bilder: Das Giebelfeld "Allegorie der Tragödie" zeigt 15 überlebensgroße Sandsteinfiguren zur Sage "Orestes". Dieser "Rietschel-Giebel" befand sich ursprünglich an der Nordfront des Ersten Hoftheaters in Dresden und konnte nach dessen Brandzerstörung im Jahr 1869 gerettet werden. Im Jahr 1902 bekam die Stadt Bautzen das Giebelfeld vom König geschenkt. Ab 1905 schmückte es das Bautzner Stadttheater, wurde 1969 bei dessen Umbau abgenommen und eingelagert, zwischen 1997 und 2003 restauriert und schließlich hinter der Glasfassade des Burgtheaters auf der Bautzner Ortenburg aufgestellt. ![]() ![]() ![]() Bild: Rietschel-Denkmal in Pulsnitz; die nordöstlich von Dresden gelegene Geburtsstadt Rietschels feierte das "Rietscheljahr 2004", den 200. Geburtstag ihres berühmten Sohnes, mit zahlreichen Veranstaltungen nach oben |